Deine Hundetrainer-Sprechstunde

Hund greift Vater an

  
Nicol Rathlau schrieb am 16.04.2019   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage

Hallo,
ich habe einen neunjährigen Foxterrier-Mix, welchen ich mit fünf Jahren aus dem Tierheim geholt habe. Anfangs war alles gut, aber dann fing Miles an, meinen Vater anzuknurren, wenn ich meine Eltern besucht oder ihn dort gelassen habe. Das Ganze steigerte sich dann über Schnappen bis hin zu richtigem Zubeißen. Mittlerweile kann mein Vater, wenn meine Mutter oder ich da sind, keinen Schritt mehr machen, ohne dass der Hund vorher in ein anderes Zimmer gebracht wird.
Wenn die beiden jedoch alleine sind, ist alles gut, auch einen ganzen Tag lang (mein Vater ist mittlerweile Rentner). Dann komme ich Miles abholen oder meine Mutter kommt heim und schlagartig ändert sich sein Verhalten.
Wir wissen, dass er uns vermutlich verteidigt, wissen jedoch nicht, mit was wir dieses Verhalten verursachen noch wie wir es beheben können. Trainings, wie ihn jedes Mal, wenn er angreifen will, auf seinen Platz zu schicken oder aus dem Zimmer zu verbannen, welche uns von Trainern gesagt wurden, fruchteten alle nicht.
Für einen hilfreichen Rat wären wir sehr dankbar.

Viele Grüße
Nicol

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Antworten(5)

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 19.04.2019
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo Nicol,
    nur in diesen Situationen zu handeln, bringt überhaupt nichts. Wahrscheinlich sollten Ihre Mutter und Sie Ihr allgemeines Verhalten dem Hund gegenüber ändern. Er sieht Sie beide evtl. als Eigentum an. Kann es sein, dass Sie sich von dem Hund oft zu streicheln, spielen, füttern auffordern lassen? Darf er unaufgefordert auf Sofa oder Bett? Reden Sie viel mit dem Hund? Wieso hilft es z. B. nicht, den Hund auf seinen Platz zu schicken?
    All das sind Dinge, die zuerst geklärt werden sollten.

    Liebe Grüße
    Ellen Mayer
    www.lesloups.de

  • Nicol Rathlau
    Nicol Rathlau
    schrieb am 21.04.2019

    Danke für Ihre Antwort.

    Ins Bett darf er nicht und das mit dem füttern ist auch nicht so, aber die Punkte streicheln, spielen und Sofa treffen leider zu. Und meine Mutter redet tatsächlich viel mit ihm.
    Das mit auf den Platz zurückschicken hat nichts gebracht, weil er sich nicht beruhigt hat, egal wie oft wir es trainiert haben. Sein Aggressionslevel war immer gleich hoch. Es war keine Besserung zu erkennen.


  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 21.04.2019
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Dann würde ich mich auf jeden Fall nicht mehr von dem Hund trainieren lassen.
    Wahrscheinlich trainieren Sie mit dem Hund, wenn er aufgeregt und aggressiv ist. Besser ist es immer, zuerst einmal in der Ruhe zu trainieren. Einen aufgeregten Hund zu trainieren bringt nichts. Wenn er aber ein Kommando in Ruhe ausführen kann, fällt es ihm in anderen Situationen leichter, sich wieder zu beruhigen. Allerdings sollte man sich zum Trainieren immer viel Geduld und Zeit nehmen.
    Üben Sie mit dem Hund, auf Kommando an einen festen Platz zu gehen und dort zu bleiben, bis Sie das Kommando wieder auflösen. Bleiben Sie dabei am Anfang neben dem Korb oder der Decke stehen. Wenn Ihr Hund den Platz verlassen will, bringen Sie ihn kommentarlos wieder hin. Wenn er dort bleibt, geben Sie ihm ein Leckerchen. Dann entfernen Sie sich immer weiter von dem Platz, gehen zurück und geben ein Leckerchen.
    Wenn das funktioniert und das sollte es, wenn Sie konsequent dran bleiben, hat er einen gewissen Grundgehorsam und es fällt leichter, ihn auch später an seinen Platz zu schicken.
    Wichtig ist es auch, dass Sie, wenn der Hund so aggressiv reagiert, die Ruhe zu bewahren. Kein Geschrei, auch nicht schimpfen, kein "Nein", "Aus" oder Ähnliches. Auch das regt aufgeregte Hunde nur noch mehr auf. Nehmen Sie ihn kommentarlos und in Ruhe, bringen ihn an seinen Platz und bestehen darauf, dass er dort bleibt.
    SIE bestimmen alles, NIE der Hund. Sie agieren, der Hund reagiert. Ist es so wie jetzt umgekehrt, hat der Hund das Sagen und ist der Chef, nicht Sie.

    Viel Erfolg..
    Ellen Mayer
    www.lesloups.de


  • Nicol Rathlau
    Nicol Rathlau
    schrieb am 22.04.2019

    Wir trainieren zurzeit gar nicht mit ihm, was das Thema angeht.
    Er hat an sich kein Problem damit, auf seinem Platz zu bleiben. Dieses Kommando kann er schon seit Jahren. Die Grundkommandos hat er damals sofort beigebracht bekommen.

    Wenn er jedoch auf seinem Platz liegt und mein Vater von seinem Stuhl aufsteht oder mein Vater z. B. durch den Flur läuft und Miles in der Küche ist, greift er ihn an.
    Und ihn in diesen Situationen auf den Platz schicken und dort bleiben lassen hat eben bisher nicht funktioniert. Egal wie oft wir es trainiert haben, er war jedes Mal wieder wie eine Furie, wenn mein Vater aufgestanden ist. Es war kein bisschen Besserung zu erkennen.

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 22.04.2019
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Leider kann ich Ihnen dann nur noch empfehlen, sich an einen Kollegen oder an eine Kollegin vor Ort zu wenden. Woran das Verhalten liegt, kann ich aus der Entfernung, ohne die Situationen gesehen zu haben, nur raten.

    Liebe Grüße
    Ellen Mayer
    www.lesloups.de

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