Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Trennungsangst?

Thema: Allgemeines
  Niedersachsen
Sam1968 schrieb am 12.01.2015   Niedersachsen
Angaben zum Hund: Pudel-Foxterrier, weiblich, kastriert, Alter über 5 Jahre

Unsere Hündin ist 9 Jahre alt und wir haben sie nun seit fast 2 Jahren. Lea lebt als Zweithündin bei uns und verträgt sich sehr gut mit unserer Ersthündin. Davor war sie in einer anderen Familie, wo sie doch sehr verwöhnt worden ist. Nun ist unsere Lea sehr auf mich fixiert und macht Theater, wenn ich sie mal alleine lassen muss. Sie fängt nach kurzer Zeit an zu Jaulen und Bellen. Nur sie.....Zur Zeit ist meine Tochter noch zu Hause und Lea macht es trotzdem. Nur Morgens, wenn alle noch schlafen und ich muss weg, geht es zur Sache. Kommt aber jemand aus einem Zimmer heraus, alles gut......Trennungsangst? Ansonsten verfolgt sie mich am Tag eigentlich ganz selten, aber es kommt vor. Nachts schläft sie in ihrem Körbchen im Schlafzimmer. Unsere andere Hündin will das gar nicht und bleibt im Flur. Sollte ich das abändern? Was soll ich allgemein machen?

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Antworten(3)

  • Michaela Wolf
    Michaela Wolf (Hundetrainer)
    schrieb am 13.01.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Guten Tag,
    in der Tat wird Ihre Hündin unter Trennungsstress leiden, wenn Sie das Haus verlassen. Zunächst sollte der Stresspegel reduziert werden - und zwar sehr kleinschrittig.
    Was bringt Ihre Hündin zur Ruhe? Vielleicht ein gefüllter Kong auf dem Hundeplatz? Richten Sie Ihrer Hündin also zunächst einen Ruheplatz ein (ggf. eine Box, auf jeden Fall ein gemütlicher Ort, den Ihre Hündin bevorzugt). Wählen Sie ein optisches Pausesignal, z.B. einen Schirmständer. Dieses optische Signal plazieren Sie gut sichtbar für den Hund in der Nähe des Ruheplatzes, nachdem Sie Ihrem Hund den gefüllten Kong gegeben haben. Solange das optische Signal da ist, hat Ihre Hündin Pause. Sie sind also in der Wohnung und machen Ihr ganz normales Programm, aber ohne den Hund zu beachten. Zunächst nur für wenige Minuten. Bevor Sie die Pause auflösen und dem Hund wieder Beachtung schenken, räumen Sie das optische Signal weg!
    Langsam dehnen Sie die Pausezeiten aus.
    Kann Ihr Hund stressfrei 30 Min. sein, ohne von Ihnen beachtet zu werden (sie muss nicht auf dem Platz bleiben), beginnen Sie, auch mal eine Tür hinter sich zu zu machen (z.B. die vom bad, während Sie sich darin aufhalten). Auch wieder kleinschrittig mit wenigen Sekunden beginnen und das Zeitfenster langsam ausbauen. Optisches Signal nicht vergessen!
    Klappt auch das gut und Ihr Hund bleibt entspannt, während Sie in einem anderen Raum sind, beginnen Sie, das gleiche Training mit Auslösern - Jacke anziehen, Schlüssel in die Hand nehmen...machen Sie eine Liste, was für Ihren Hund ein Stressor ist!
    Parallel und ohne Auslöser (also z.B. ohne Jacke anziehen) können Sie wieder kleischrittig beginnen, die Haustür zu öffnen und dann sofort zu schließen und im nächsten Schritt auch kurz vor die Türe zu treten. Dann wird die Haustür kurz geschlossen und sofort wieder geöffnet usw. usf.
    Zeigt Ihr Hund Stress, sind Sie zu schnell vorgegangen und müssen einen Trainingsschritt zurück gehen!
    Leider ist die Behandlung von Trennungsstress sehr langwierig, gerade, wenn das Problem schon so viele Jahre besteht.
    Viel Glück und Durchhaltevermögen wünscht
    Michaela Wolf

  • Sam68
    Sam68
    schrieb am 13.01.2015

    Hallo Frau Wolf,
    vielen Dank für Ihre Antwort.
    Allerdings muss ich noch erwähnen, dass unsere Lea dieses auffällige Verhalten hier bei uns erst seit ein paar Wochen zeigt. Als wir sie vor 2 Jahren bekommen haben, war es nicht so wie heute. Auch als sie sich mich als Bezugsperson ausgesucht hatte, war es nicht so extrem. Nun war ich im letzten Jahr für ein paar Wochen im Krankenhaus und anschließend in der Reha. Sie war mit unserer anderen Hündin bei meinen Eltern, auch Nachts. Super gut gelaufen....Vielleicht ist das auch der Auslöser? Das sie jetzt extreme Angst hat, dass Frauchen wieder weggeht? Lea kann in anderen Räumen auch ohne mich sein, überhaupt kein Problem. Auch wenn ich Türen schließe, kein Problem. Nur wenn ich/alle das Haus verlasse/n, wird sie nach einigen Minuten sehr unruhig und sucht mich. Läuft herum und merkt, oh Gott, Frauchen ist nicht da......Heute habe ich versucht, sie in die Box zu geben, wo sie sonst auch immer mal wieder gerne freiwillig reingeht, aber Pustekuchen....Meine Tochter meinte, die noch am Schlafen war, dass Lea noch mehr gejault hat als sonst. Einen Versuch war es Wert....Meistens sucht sie sich dann einen Platz aus, der besonders intensiv nach mir riecht. Bett!!!!! Was mache ich denn Nachts, sie hat ihr Körbchen im Schlafzimmer und liegt dort? Soll sie ab sofort auch auf dem Flur schlafen? Ich habe das Gefühl, dass Hunde, die ich bis jetzt aufgenommen hatte, immer eine ganz besondere Beziehung zu mir aufgebaut haben. Intensiver, als da, wo sie egentlich herkamen. Mache ich etwas falsch? Unsere Ersthündin (Züchterin) ist doch nicht so.....Ansonsten Tierschutz und private Aufnahmen.....

    Danke!

  • Michaela Wolf
    Michaela Wolf (Hundetrainer)
    schrieb am 14.01.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo,
    möglicherweise war Ihre Abwesenheit der Auslöser!
    Wenn es für Ihren Hund kein Problem ist, wenn sie in einem anderen Raum sind, können Sie diesen Trainingsschritt überspringen und z.B. gleich bei den Auslösern (Jacke anziehen usw.) beginnen.
    Sie können das o.g. Training mit dem Ruheplatz auch in der Box machen, so oder so muss es sorgfältig aufgebaut werden, sonst passiert das, waas Sie erlebt haben!

    Natürlich darf Ihr Hund weiter im Schlafzimmer schlafen!

    Ich kann aus der Ferne schlecht beurteilen, ob und was Sie ggf. "falsch" (ich mag das Wort nicht so sehr...) machen. Vielleicht wäre es diesbezüglich hilfreich, einen gewaltfrei arbeitenden Trainer mit einer fundierten Ausbildung zu konsultieren, der die Situation vor Ort beurteilen kann.

    Gute Kollegen finden Sie auf www.trainieren-statt-dominieren.de und www.bhv-net.de.

    Beste Grüße,
    Michaela Wolf

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