Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Rückruf und Leinenführigkeit

Thema: Allgemeines
  Nordrhein-Westfalen
M.Sam schrieb am 31.08.2017   Nordrhein-Westfalen
Angaben zum Hund: Deutscher Schäferhund, männlich, nicht kastriert, Alter 1-3 Jahre

Mein Hund ist nun gut 2 Jahre alt. Ich muss vielleicht erwähnen, dass es sich hier um einen Handycup-Hund handelt (Dreibeiner ). Wahrscheinlich habe ich die Erziehung nicht ganz sorgfältig durchgeführt. Er zieht sehr stark - nicht mehr so viel, wie am Anfang - an der Leine. Der Rückruf funktioniert auch nicht. Er weiss ganz genau, was ich von ihm möchte, aber er scheint meine "Befehle" zu ignorieren. Auch haben mein Mann und ich das Gefühl, dass er an uns nicht sonderlich interressiert ist. Ich versuche nun, über spielen seine Aufmerksamkeit zu gewinnen.Können Sie mir weitere Tipps bezgl. Rückruf/Aufmerksamkeit/Leinenführigkeit
geben.

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Antworten(3)

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 07.09.2017
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Guten Tag,
    Hunde ziehen an der Leine, weil sie es so gelernt haben. Oder, besser gesagt, nicht anders gelernt haben. Wenn Herrchen/Frauchen dem Hund mit ausgestrecktem Arm überallhin folgt, wird der Hund natürlich auch weiter immer dahin gehen, wo er hin will. Er kann es ja, manchmal mit einem Gewicht am anderen Ende der Leine, aber es geht. Hunde lernen durch Erfolg oder auch Misserfolg.
    Deswegen hier mein Tipp: NIE dem Hund folgen, wenn er zieht, auch nicht, wenn er wo schnuppern, sich lösen oder zu Bekannten will. Wenn er einmal Erfolg hatte, müssen Sie wieder von vorne mit dem Training anfangen. Bleiben Sie stehen, bis die Leine wieder locker ist (das braucht etwas Geduld) oder, wenn Ihr Hund richtig feste zieht, drehen Sie um und gehen zurück.
    Am besten reagieren Sie schon, wenn er versucht, Sie zu überholen. SOFORT umdrehen und zurückgehen und zwar jedesmal.
    Oft liegt das Ziehen auch an der Art, wie die Leine gehalten wird. Meistens wird die Leine zu kurz gehalten, mit Zug. Zug erzeugt Gegenzug, der Mensch zieht weil der Hund zieht und der Hund zieht immer mehr dagegen. Der Hund kann diesen Kreislauf nicht lösen, das kann nur der Mensch.
    Meistens kann ein Hund sich auch nicht konzentrieren. Man kommt aus der Haustür und schon soll der Hund, ohne sich ausgepowert oder gelöst zu haben, locker an der Leine gehen. Die Leinenführigkeit sollte immer nur zwischendurch geübt werden, zuerst darf der Hund laufen und schnuppern, dann wieder 10 Minuten üben u.s.w.. Erst, wenn das immer besser funktioniert, wird es irgendwann gefestigt sein und der Hund läuft immer und überall an lockerer Leine. Üben, egal was, sollte man nie im Ernstfall sondern immer entspannt und gezielt.
    Ihr Hund hat offensichtlich nie gelernt, was Sie meinen, wenn Sie ihn rufen. Weshalb meinen Sie, dass er genau weiß, was Sie von ihm wollen?
    Versuchen Sie es einmal mit Rufen und sofort weglaufen, ohne zurückzuschauen. Die meisten Hunde kommen dann sofort, weil sie ihr Rudel nicht verlieren wollen. Sobald er bei Ihnen ist, loben Sie ihn überschwänglich und er darf sofort wieder gehen. Also kein Sitz, Platz oder sonstiges. Wenn Sie weglaufen statt der Hund, können Sie auch sicher sein, dass Sie seine Aufmerksamkeit haben.
    Wenn das nicht funktioniert, befestigen Sie eine Schleppleine an Geschirr oder Halsband. Rufen Sie den Hund und ziehen ihn dann zu sich. Auch dann wieder belohnen und sofort laufen lassen.
    Sehr wichtig: Rufen Sie nur einmal und handeln dann sofort, also weglaufen oder den Hund zu sich ziehen.

    Viel Erfolg..
    Ellen Mayer
    www.lesloups.de

  • M.Sam
    M.Sam
    schrieb am 08.09.2017

    Das ist ja alles gut und schön. Nur leider ist vieles bei einem Handycap Hund nicht anzuwenden. Bei einem "Dreibeiner" muss man doch vielleicht anders arbeiten. Ich dachte, Sie hätten Tipps für mich. Abruptes umdrehen - weglaufen ist da oft nicht umzusetzen!

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 13.09.2017
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo,
    leider habe ich keine Erfahrung mit dreibeinigen Hunden, kann mir aber nicht vorstellen, warum man nicht weglaufen kann bei solchen Hunden.

    Liebe Grüße
    Ellen Mayer
    www.lesloups.de

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