Hund will an der Leine nicht laufen

Allgemeines
Karin schrieb am 21.02.2019
Guten Tag, ich habe seit 7 Wochen ( Theo,1,2 Mo. Rumänien ) und 9 Wochen ( Suse, 1,5 jahre, Ukraine ) zwei Hunde aus dem Tierschutz. Da Theo (aufgewachsen in einem Shelter ) eine Aggressivität gegenüber Besuchern...ich hatte erst zweimal kurz Besuch, aber beim zweiten Mal war es so massiv, das ich glaube, das er mit Sicherheit beißen würde. So wie ich ihn zur Ruhe hatte, fing Suse an, die darin vorher ganz ruhig und zurückhaltend war.. und das heizte die Situation wieder auf. Darauf hin gehe ich jetzt erstmal mit beiden getrennt spazieren um mich besser auf einen zu konzentrieren, Bindung zu verstärken und Leinenführigkeit zu üben. Suse macht das klasse. Theo lief zwar immer schon etwas angespannt, läuft sehr git an der leine ( leckerli ist ja garantiert ) aber jetzt fängt er an einfach stehen zu bleiben und nicht mehr weiterzugehe Am Anfang will er auch erstmal wieder so nach 50 Meter zurück. Mit Leckerli kann ich ihn weiterlocken, aber dann bleibt er gleich wieder stehen. Einfach so weitergehen , geht nicht, denn dann müsste ich ihn hinterherziehen und das oder andere Hilfen ihn weiterzubewegen fruchten nicht. Ebenso bei Übungen von kleinen Grundkommandos...bei Platz legt er sich erst wenn er merkt das ein leckerli in meiner Hand ist und auf die Decke geht er erst wenn ich ihn rauflocke. Ich glaube ich habe ihm das mit der Leckerli geberei....anderes ist für ihn keine Belohnung ....anerzogen. Was kann ich tun um das beim spazierengehen zu ändern. Vielen Dank
4 Antworten
Ellen Mayer | Hundetrainer/in
schrieb am 23.02.2019
Hallo Karin,
das haben Sie richtig erkannt: Sie haben das dem Hund anerzogen. Es ist aber nicht, wie Sie schreiben, eine Belohnung, sondern Bestechung und Lockmittel. Belohnung ist es, wenn Sie das Leckerchen erst raus nehmen, nachdem der Hund ein Kommando befolgt hat. Dann können Sie die Leckerchen mit der Zeit auch abbauen und nur noch ab und zu eins geben. Die Erwartungshaltung des Hundes steigert sich dann, er weiß ja nicht, bekommt er eine Belohnung oder nicht. Dann erziehen Sie Ihren Hund. So, wie es jetzt ist, erzieht er Sie.
Fangen Sie an, Ihre Hunde zu führen und zu leiten. Dann sind sie auch bei Besuch nicht mehr aggressiv. Im Moment haben die Hunde den Eindruck, alles selbst regeln zu müssen.
Üben Sie zuerst mit den Hunden, auf Kommando an einen festen Platz zu gehen und dort zu bleiben, bis Sie das Kommando wieder auflösen. Bleiben Sie dabei am Anfang neben dem Korb oder der Decke stehen. Wenn sie den Platz verlassen wollen, bringen Sie sie kommentarlos wieder hin. Wenn sie dort bleiben, geben Sie ihnen ein Leckerchen. Dann entfernen Sie sich immer weiter von dem Platz, gehen zurück und geben ein Leckerchen.
Wenn das funktioniert, bitten Sie jemanden, zu klingeln und zu klopfen. Zuerst nur einmal kurz. Wichtig: Sie reagieren nicht darauf, schicken die Hunde, wie zuvor geübt, an ihren Platz. Evtl. benötigen Sie etwas Geduld. Geben Sie aber nicht auf, lassen die Hunde an ihrem Platz und reagieren nicht auf das Klingeln. Wenn das bei einem Klingeln funktioniert, kann man das Geräusch steigern und wenn das dann klappt, den Besuch rein bitten. Sobald sie wieder bellen, gehen Sie einen Schritt zurück, bis dorthin, wo es noch funktioniert hat.
Wenn die Hund dennoch bei Besuch aggressiv sein sollten, schimpfen Sie nicht sondern regeln SIE, indem Sie handeln. Bringen Sie die Hund an ihre Plätze oder aus dem Zimmer.
Damit der Hund an der Leine geht, übernehmen Sie auch hier die Führung. Nehmen Sie die Leine in beide Hände auf den Rücken, gehen so lange, bis die Leine auf Spannung ist. Dann bleiben Sie stehen. Mit etwas Geduld wird der Kleine der Spannung nachgeben und Ihnen folgen. Nehmen Sie ein Leckerchen und geben es ihm. Dann das Ganze wieder von vorne. Diesmal ohne Leckerchen. Drehen Sie ihm den Rücken zu und locken Sie ihn nicht. Geht er weiter, darf er dieses Mal wieder ein Leckerchen bekommen. Irgendwann muss ein Lob oder ein kleines Spiel reichen.

Viel Erfolg..
Ellen Mayer
www.lesloups.de
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Karin | Fragesteller/in
schrieb am 23.02.2019
Vielen Dank, das haben sie wunderbar erklärt. Ich dachte mir schon das ich das falsch mache. Einen letzten Rat...mit dem zurückführen auf die Decke...an der Leine ? am Halsband? und was wenn Theo sich nicht rückt und rührt? VG Karin
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Karin | Fragesteller/in
schrieb am 23.02.2019
Ich sehe gerade einen Fehler, Theo ist 1 Jahr und 2 Monatei
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Ellen Mayer | Hundetrainer/in
schrieb am 23.02.2019
Wenn er sich nicht rührt, sollten Sie sturer sein als er. Ihm wurde die Sturheit anerzogen und muss jetzt ins Gegenteil gekehrt werden, da führt kein Weg dran vorbei. Er scheint ja ein schlaues Kerlchen zu sein, hat in 7 Wochen gelernt, Sie zu trainieren ;.) Dann wird er, mit etwas Glück und Geduld auch lernen, dass er damit nicht mehr durchkommt.
Im Haus würde ich ihnen Hausleinen (ca. 1m langes Seil) anlegen. Damit können Sie jedes Kommando durchsetzen.
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