Eifersucht, Angst, Träge

Allgemeines
LunaTrix schrieb am 26.04.2015
Hallo,

und zwar geht es um folgendes.
Meine Eltern besitzen zwei weibliche Hunde.
Einmal ein Jack Russel Terrier Mix namens Luna, wird im Juni 7 Jahre alt. Sie ist sehr freundlich, freut sich wirklich über alles und jeden, mag Kinder, katzen und kleintiere sehr gerne. Sie rennt gerne ist trotzdem etwas zu dick da meine Mutter zuviel füttert und sie zu wenig mit den Hunden machen.

Dann haben sie noch eine sheltie malteser Mix Hündin namens Trixie. Sie wird im November 6 Jahre alt.

Als wir sie damals bekommen hatten war sie 6 Monate alt. Sie hat von anfang an gequietscht, gebellt (damals aus angst weil sie uns nicht kannte). Das mit dem quietschen ist bis heute nicht besser geworden, wir haben wirklich alles versucht. Sie quietscht immer wenn sie aufgeregt ist, wenn sie raus muss, sich freut, eigentlich in jeder Situation. Sie wurde nie geschlagen !
Meine Eltern wissen nun aber langsam nicht mehr weiter. Sie hat starkes Übergewicht, lässt sich von mir und selbst von dem anderen Hund nicht mehr dazu animieren zu spielen, zu rennen etc
Seit einigen Monaten ist sie irgendwie "eifersüchtig"?
Sie nimmt Luna alles weg. Wenn man einen Ball wirft, rennen beide hinterher jedoch ist immer trixie meistens die jenige die den Ball schnell haben möchte und auch ganz schnell mit Ball auf ihren Platz geht und ihn dann Luna nicht mehr gibt. Das war nicht immer so gewesen. Bis vor ca einem jahr haben sie noch zusammen gespielt und haben sich nie wirklich um das Spielzeug "geprügelt".

Luna ist ein sehr sozialer und offener Hund. Bei manchen Rassen bekommt sie natürlich mal eine kleine bürste aber wenn man sie dann etwas kürzer hält dann geht das. Ich habe sie so erzogen das sie gut hört und dadurch das sie so lern willigt ist kann sie auch einige sachen. Denn eigentlich ist Luna mein Hund nur ab und zu ist sie bei meinen Eltern da ich ein kleines Kind habe und manchmal nicht alles so klappt wie ich mir das vorstelle.

Trixie hingegen ist nicht sehr gut sozialisiert, bellt jeden Hund an bis auf Luna. Mit Luna hatte sie sich von anfang an gut verstanden.
Trixie macht bei meiner Mutter was sie will. Bellt unheimlich viel und zieht auch sehr an der leine. Meine mutter kann sich ihr gegenüber nicht durchsetzten. Dies ist bei Luna genauso mit einem unterschied das Luna doch etwas mehr hört wenn man die stimme etwas erhebt.

Bei meinen Vater ist das wieder ganz einfach beide Hunde hören bei ihm aufs Wort. Trixie bellt bei ihm nicht. Beide können bei ihm auch ohne Leine laufen.

Meine Eltern sind nun aber wegen trixie ziemlich verzweifelt durch ihre quietscherei, durch das bellen etc.
Sie spielen mit den Gedanken sie wegzugeben da sie es nervlich nicht mehr packen. Ich selbst kann trixie nicht auch noch zu uns nehmen da unser Kind durch das quietschen abends immer wach wird. Beim runter gehen quietscht und bellt sie auch das ganze Haus zusammen. Wir wissen alle nicht mehr was wir machen sollen. Trixie ist so eigentlich eine tolle Hündin. Viel beibringen konnte man ihr komischerweise nicht. Sie kann kein sitz, kein platz oder sonst was. Wir haben es von anfang an versucht ihr das beizubringen aber nix half. Selbst ein clicker hat nichts gebracht.

Wir wissen echt nicht weiter.
Sollen wir/meine Eltern sie abgeben ?

Verkraftet Luna das aufeinmal alleine zu sein ?
Das sind fragen die mich quälen. Denn selbst ich bin mit dieser Entscheidung überfordert.

Ich muss noch eins dazu schreiben, trixie wird sehr oft angemekert weil sie jeden Tag bei jeder Gelegenheit quietscht, bellt & knurrt. Sie ist wie schon geschrieben zu nix mehr zu animieren. Nur wenn man Gasse geht ist sie schnell dabei und beim Füttern.

Können sie uns helfen ?? Wir wären über jede Hilfe sehr dankbar !

Liebe Grüße
1 Antwort
Hallo, das ist wirklich eine Gewissensfrage.
Oft entwickeln sich solche Angewohnheiten, wie das ständige Quietschen aus der Lernerfahrung des Hundes heraus. Z.B. wenn der Hund quietscht, reagiert sofort ein Zweibeiner. Damit hat der Hund Aufmerksamkeit erreicht. Auch wenn man meckert. Das ist egal. Es ist also ein für ihn lohnendes Verhalten. Und solche Verhalten zeigt der Hund immer öfter, weil er ja Erfolg hat. So entsteht eine Spirale, die sich immer weiter hochschraubt.
Eine Möglichkeit, dieses Verhalten zu unterbrechen, ist es zu ignorieren. Dafür braucht man aber Nerven wie Drahtseile, wenn es sich schon so gefestigt hat, wie bei Trixie. Wenn der Hund quietscht darf er nicht beachtet werden. Und sie wird anhaltend und ausdauernd sein. Schließlich hatte sie über Jahre Erfolge damit.
Wenn sie oder ihre Eltern mit Luna Ballspielen, lassen sie Trixie nicht mitspielen. Sie hat derweil Pause. Zum einen stärkt es die Führungsqualität ihrer Mutter, zum anderen hat Luna sonst irgendwann keine Freude mehr an dem Spiel. Wer will schon immer verlieren?
spielen sie anschließend mit ihr. So lernt sie, dass nicht sie bestimmt, sondern ihre Eltern. Macht sie derweil Radau, ignorieren. Auch wenn es schwer fällt. Erst wenn sie leise ist, darf sie spielen.
Sollte es machbar sein, geben sie Trxies Tagesration an Futter in einen Futtersack oder eine Dose. Es wäre gut, wenn ausschließlich ihre Mutter Trixie füttert. Und zwar nur, wenn sie dafür vorher eine kleine Übung gemacht hat. Dies kann z.B. ein "Sitz" sein oder auch den Ball holen.
Versuchen sie ihrer Mutter zu erklären, dass sie ab sofort Trixies "Arbeitgeber" ist. Und das Futter ihr "Gehalt". Außerdem gewinnt Trixie durch das "Arbeiten" an Selbstvertrauen und wird zufriedener. Auch arbeitslose Hunde haben kein schönes Leben.
Wenn sie das Futter nicht immer komplett auffrisst, sollte es auch kein Problem sein, da sie ja schrieben, sie hat sowieso etwas Übergewicht.
Auch draussen können sie Trixie mit dem Futter motivieren und ablenken. Z.B. wenn ein anderer Hund kommt. Sie soll "Sitz" machen und wird dann belohnt wenn sie leise war. Oder wenn sie ordentlich an der Leine läuft, bekommt sie eine Belohnung dafür.
Eine gute Übung ist es auch, wenn ihr Vater mit Luna einen Teil des Spaziergangs alleine geht und ihre Mutter mit Trixie nach einiger Zeit wieder trifft. So haben sowohl die Hunde als auch die Hundehalter die Chance sich ganz alleine und ungestört miteinander zu beschäftigen.

Es gäbe also durchaus noch Lösungsansätze für ihr Problem. Nun müssen sie und ihre Eltern entscheiden, ob sie genug Nerven und Willen haben, dies auch durchzuziehen. Es wird nicht einfach. Ein qualifizierter Hundetrainer könnte ihnen dabei sicherlich auch noch helfen und für die erste Zeit mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Mit freundlichen Grüßen Sabine Kutschick
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