Angst vor dem Alleinsein

  
Samyswz schrieb am 17.11.2020   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage

Guten Tag,


es geht um meine Hündin namens "Kira". Kira ist eine 14 jährige Jack-Russel-Terrierin.
Kurze Infos vorweg: Wir sind gerade frisch umgezogen und vor 4 Monaten ist ihr Partner und Spielkamerade verstorben.


Kira geht perfekt an der Leine und hört auch sehr gut. Sie geht die meiste Zeit ohne Leine spazieren. Sie bringt ebenso perfekt denn Ball beim aktiven Spiel zurück und hört auf die Grundkommandos.
Jedoch ist ein großes Problem das Alleinsein. Eine Nachbarin hat mich auf das Heulen angesprochen, daraufhin habe ich mir eine Kamera zugelegt um ihr Verhalten zu beobachten. Ihre Reaktion ist sehr wechselhaft. Mal sitzt sie im Körbchen, buddelt und legt sich hin. An einem anderen Tag sitzt sie vor der Tür, manchmal weint sie. Es gab schon die Situation, dass sie wie ein Wolf weint und an der Haustür kratzt. Auch legt/setzt sie sich manchmal auf den Teppich vor die Tür oder legt sich in den Wäschekorb mit getragenen Klamotten von mir, vermutlich wegen des Geruchs.


Wir trainieren seit ein paar Tagen, die Kommandos "Platz" und Bleib" sitzen gut beim Training. Das Training ist wie folgt: Bevor ich die Wohnung verlasse schicke ich sie ins Körbchen, sage "mach platz" und "bleib", ab und zu sage ich "sei lieb" da sie darauf auch gut hört. Zusätzlich stelle ich das Radio an und verlasse die Wohnung. Die Kamera wird eingeschaltet und man sieht: Kira liegt im Körbchen bis sie hört das ich weg bin, nun kontrolliert sie, ob ich wirklich weg bin, macht einen kurzen Rundgang zur Tür und legt sich im Idealfall wieder ins Körbchen. Manchmal geht es in den Wäschekorb oder vor die Tür und wartet auf mich. Kommt es jedoch zum Ernstfall und ich muss mal wirklich für 1/2 Stunden weg, fängt das Drama wieder von vorne an. Kira ist eigentlich ein Hund den ich überall mit hinnehmen kann, egal ob zum einkaufen, zum Bäcker oder kurz zur Post. Daran ist sie auch gewöhnt, jedoch kann ich sie nicht zu meinem Minijob (5 Std Schicht) oder zu meinem Freund mitnehmen, der manchmal leicht allergisch reagiert. Zu meinem Freund kann ich nicht mal für 1/2 Std gehen, da sie sonst Terror macht.


Woran kann das liegen, was mache ich falsch?


Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.


Liebe Grüße, Samy

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Antworten(1)

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 25.11.2020
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo Samy,
    die Hündin ist ja nicht mehr jung und leider haben Sie nicht geschrieben, ob sie noch nie alleine bleiben konnte oder ob es erst nach dem Umzug und Tod des Spielkameraden so ist.
    In dem Fall liegt es ganz sicher an der Umstellung. Aber auch, wenn sie vorher alleine bleiben konnte sollten Sie sie nicht in den Korb schicken und sich nicht von ihr verabschieden. Beides ist für sie das Zeichen, dass Sie jetzt gehen und bei beidem baut sich dann Spannung auf.
    Üben Sie mit ihr das alleine bleiben, indem Sie immer mal wieder tagsüber rausgehen, Türe schließen, sofort wieder reinkommen, den Raum durchqueren, wieder raus, Türe zu, wieder rein u.s.w., ca. 10 Minuten lang mehrmals am Tag. Bitte die Hündin dabei nicht beachten, einfach rausgehen und rein kommen. Sie soll dieses "Spiel" mit der Zeit zum Gähnen langweilig finden, erst dann kann sie entspannen. Wenn Sie merken, dass sie entspannter ist, steigern Sie die Zeit draußen in ganz kleinen Schritten. Wenn sie sich aufregt, wieder kürzer draußen bleiben.
    Wenn das funktioniert, ziehen Sie sich an, gehen raus und kommen sofort wieder rein. Auch hier steigern Sie dann die Zeit draußen.
    Sehr wichtig: Keine Verabschiedung und keine Begrüßung. So lernt die Hündin, dass es vollkommen normal ist, wenn Sie gehen.

    Viel Erfolg..
    Ellen Mayer
    www.lesloups.de

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