Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Angst alleine zu sein

  Rheinland-Pfalz
kingmanLinda schrieb am 17.09.2015   Rheinland-Pfalz
Angaben zum Hund: Australian Shepherd Doggen mix , männlich, kastriert, Alter 1-5 Jahre

Sobald ich aus dem Haus gehe sucht er sich irgendwelche Dinge die nach mir oder aber (eher selten) nach meinem mann richen und macht sie kaputt!
Er hat angst alleine zueinander wobei er immer noch unsere etwas ältere hündin hat!

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Antworten(1)

  • Gabriele Holz
    Gabriele Holz (Hundetrainer)
    schrieb am 17.09.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo,

    leider orientieren sich manche Hunde nicht unbedingt an ihren "Lebensgefährten". Studien haben festgestellt, dass Hunde Trennungsstress innerhalb der ersten 10 Minuten zeigen.

    Bringen Sie Ihrem Hund bei, dass es in Ordnung ist alleine zu bleiben.
    Um Trennungsstress zu vermeiden, ist es wichtig, ihrem Hund beizubringen, dass alleine zuhause zu bleiben eine angenehme Erfahrung ist. Eine Zeit in der er sich entspannen kann oder schöne Dinge tun kann. Die effektivste Möglichkeit zur Vermeidung von Trennungsstress ist ihm beizubringen, dass Alleinsein Spaß macht. Um dies zu erreichen ist eine schrittweise Erhöhung der Abwesenheitszeit wichtig, so dass Ihr Hund sich nie ängstigen muss und diese Zeit immer mit etwas Schönem verbindet. Die wichtigsten Aspekte dieses Trainings sind, dass die Zeiten des Alleine seins langsam gesteigert werden. Wie langsam hängt von der Entspannung Ihres Hundes ab. Lassen Sie ihn nie so lange alleine, dass er verzweifelt. Bitten Sie ggfs. Freunde oder Familie in der Zeit der Abwesenheit auf ihn zu achten.
    Belohnen Sie ihren Hund, wenn er entspannt alleine geblieben ist. Belohnung kann ein Spiel, ein Leckerchen, eine Liebkosung oder ein Lob sein. Wenn er ängstlich ist, schicken Sie ihn wieder auf seine Decke. Reduzieren Sie dann die Zeit, in der er alleine bleibt.
    Wiederholen Sie die folgenden Trainingsstufen bis sie sicher sind, dass Ihr Hund glücklich ist.
    1. Starten Sie damit, Ihren Hund auf seine Decke zu schicken. Dort soll er eine kurze Zeit verweilen. Bleiben Sie bei ihm stehen. Belohnen Sie ihn dafür.
    2. Als nächstes schicken Sie Ihren Hund auf seine Decke und bewegen Sie sich, solange er dort bleibt. Belohnen Sie ihn dafür.
    3. Steigern Sie die Zeit und die Distanz zu Ihrem Hund. Bleibt er auf der Decke, wird er belohnt. Steht er auf oder jammert er, wird er nicht belohnt. Gehen Sie dann aber wieder einen Schritt zurück.
    4. Beginnen Sie dann, den Raum zu verlassen und die Tür hinter sich zu schließen. Beginnen Sie dann, die Abwesenheit zu verlängern.
    5. Wenn Ihr Hund dies eine Stunde lang erträgt, sollte es kein Problem sein, ihn länger alleine zu lassen. Geben Sie ihm etwas, womit er sich beschäftigen kann, damit er sich nicht langweilt.´

    Es gibt eine Reihe von Dingen, die Sie tun können, damit sich Ihr Hund beschäftigen kann, während Sie weg sind.
    Geben Sie ihn einen Knochen oder ein Spielzeug, wenn Sie den Raum verlassen. Stellen Sie sicher, dass das besondere Spielzeug oder Knochen dem Hund nur zur Verfügung steht, wenn er alleine gelassen wird.
    Geben Sie Ihrem Hund einen gefüllten Kong oder einen Leckerchenball. Verstecken Sie Leckerchen im Haus, die er suchen kann oder basteln Sie ihm ein Überrasschungspaket. Diese Dinge beschäftigen ihren Hund geistig.
    Auch die Idee Ihrem Hund bewusst einen Geruchsträger von Ihnen zu geben, finde ich eigentlich ganz gut. Vielleicht können Sie aus einem alten Kleidungsstück, das nach Ihnen riecht und das Sie sowieso aussortieren wollten, ein Kauseil basteln. Dieses geben Sie ihm dann wenn Sie weggehen.
    Räumen Sie diese Dinge wieder weg, wenn Sie heimkommen.
    Ihr Hund wird leichter alleine bleiben, wenn er zuvor beschäftigt wurde. Gehen sie vor dem Alleinebleiben spazieren. Warten Sie dann noch 30 Minuten, bevor Sie ihn alleine lassen.
    Geben Sie ihm eine halbe Stunde vor dem Alleinebleiben eine Mahlzeit. Geben Sie ihm noch einmal die Möglichkeit sich zu lösen, bevor er alleine gelassen wird.
    Vermeiden Sie jegliche Strafen.
    Sollte Ihr Hund sich schlecht benehmen, während Sie ihn alleine gelassen haben, schimpfen Sie nicht mit ihm. Die häufigsten Gründe für Verhaltensprobleme beim Alleinebleiben liegt in daran, dass die Besitzer mit ihren Hunden schimpfen, wenn sich der Hund während der Zeit des Alleinebleibens schlecht benommen hat. Ihr Hund kann Ihre Strafe nur mit ihrem Zurückkommen verbinden, nicht mit der Zerstörung, dem Bellen oder dem Unsauber sein. Ihr Hund wird dann besorgt über Ihre Reaktion beim nächsten Zurückkehren sein und dies wird sein „schlechtes Verhalten“ eher noch bestärken.

    Für weitere Anregungen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

    Herzlichst
    Ihre Gabriele Holz

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