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Leinenführung

Thema: Leinenzug
  Brandenburg
Reny75 schrieb am 03.11.2016   Brandenburg
Angaben zum Hund: Mischling, männlich, nicht kastriert, Alter 3-12 Monate

Es ist fast unmöglich mit meinem Vierbeiner ordentlich an der Leine zu laufen. Er ist nur am ziehen und zerren. Treffen wir auf einen Artgenossen, egal ob groß oder klein, steigt er an der Leine hoch, ist am bellen und winseln. Ich habe schon alles mögliche versucht, Ablenkung mit Leckerlie, Straßenseite wechseln, vor ihm aufbauen. Nichts hat bisher geholfen. Auf Grund seines Gewichtes von fast 40kg, habe ich langsam auch Probleme ihn zurück zu halten.
Ein zweites Problem ist das ständige anbellen von anderen Hunden. Sobald einer an unserem Grundstück vorbeiläuft oder auch nur in der Nähe ist, prescht unser Hund an den Zaun oder das Tor und fängt lautstark an zu bellen. Das Abrufen funktioniert je nach Tageslaune des Vierbeiners. Wir wollen nur in Ruhe spazieren gehen und es uns nicht mit den Nachbarn verscherzen. Was können wir nur machen?

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Antworten(1)

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 03.11.2016
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo Reny,
    das Bellen und Winseln bei anderen Hunden hängt mit dem Ziehen an der Leine zusammen. Ein Hund, der zieht, geht vorne und führt sein Rudel an. Also muss er auch beschützen und regeln.
    Wenn Sie versuchen, mit Leckerlie abzulenken, führen Sie immer noch nicht. Durch Straßenseite wechseln gehen Sie dem Problem aus dem Weg und zeigen dem Hund Ihre Unsicherheit. Sich vor dem Hund aufbauen könnte helfen, hängt aber davon ab, wie man es macht.
    Hunde ziehen an der Leine, weil sie es so gelernt haben. Oder, besser gesagt, nicht anders gelernt haben. Wenn Herrchen/Frauchen dem Hund mit ausgestrecktem Arm überallhin folgt, wird der Hund natürlich auch weiter immer dahin gehen, wo er hin will. Er kann es ja, manchmal mit einem Gewicht am anderen Ende der Leine, aber es geht. Hunde lernen durch Erfolg oder auch Misserfolg.
    Deswegen hier mein Tipp: NIE dem Hund folgen, wenn er zieht, auch nicht, wenn er wo schnuppern, sich lösen oder zu Bekannten will. Wenn er einmal Erfolg hatte, müssen Sie wieder von vorne mit dem Training anfangen. Bleiben Sie stehen, bis die Leine wieder locker ist (das braucht etwas Geduld) oder, wenn Ihr Hund richtig feste zieht, drehen Sie um und gehen zurück.
    Am besten reagieren Sie schon, wenn er versucht, Sie zu überholen. SOFORT umdrehen und zurückgehen und zwar jedesmal.
    Oft liegt das Ziehen auch an der Art, wie die Leine gehalten wird. Meistens wird die Leine zu kurz gehalten, mit Zug. Zug erzeugt Gegenzug, der Mensch zieht weil der Hund zieht und der Hund zieht immer mehr dagegen. Der Hund kann diesen Kreislauf nicht lösen, das kann nur der Mensch.
    Meistens kann ein Hund sich auch nicht konzentrieren. Man kommt aus der Haustür und schon soll der Hund, ohne sich ausgepowert oder gelöst zu haben, locker an der Leine gehen. Die Leinenführigkeit sollte immer nur zwischendurch geübt werden, zuerst darf der Hund laufen und schnuppern, dann wieder 10 Minuten üben u.s.w.. Erst, wenn das immer besser funktioniert, wird es irgendwann gefestigt sein und der Hund läuft immer und überall an lockerer Leine. Üben, egal was, sollte man nie im Ernstfall sondern immer entspannt und gezielt.
    Wenn ein Hund bellt und es passiert weiter nichts, außer vielleicht rufen oder schimpfen, meint der Hund nur, Frauchen bellt mit und steigert sich immer mehr rein. Besser ist es immer, zu handeln, dem Hund etwas anderes anzubieten.
    Befestigen Sie am Geschirr oder Halsband eine Schleppleine (10m langes Seil) und lassen den Hund nicht mehr ohne diese Leine in den Garten. Rufen Sie ihn immer wieder, nehmen die Schleppleine und ziehen den Hund zu sich. Belohnen Sie ihn dann und lassen sie wieder laufen. Üben Sie das Ganze zuerst ohne Ablenkung.
    Wenn das funktioniert, bitten Sie eingeweihte Bekannte mit Hund dazu. Wie auch die Leinenführigkeit sollte diese Sache immer wieder geübt werden.

    Liebe Grüße
    Ellen Mayer
    www.lesloups.de

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