Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Ignoranz an der Leine

Thema: Leinenzug
  Thüringen
Darodo schrieb am 23.11.2015   Thüringen
Angaben zum Hund: Rhodesian Ridgeback Mix , männlich, nicht kastriert, Alter 1-5 Jahre

Unser Rüde (1 Jahr alt) ist an der Leine sehr unkonzentriert, lässt sich zu schnell von äußerlichen Eindrücken ablenken und zieht. Selbst mit Leckerlie schenkt er mir nur kurz seine Aufmerksamkeit. Wie erreiche ich, dass er sich mehr auf mich fixiert?!

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Antworten(3)

  • Barbara Nehring
    Barbara Nehring (Hundetrainer)
    schrieb am 26.11.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Ein Hund, der vor unseren Füßen ist, trifft eigene Entscheidungen wie Kreuzen, Zerren, Bellen, weil er uns nicht zutraut, dass wir mit „Ereignissen“ (andere Hunde, Kinderwagen etc.) klarkommen. An der Schleppleine oder an der Flexileine kann er wieder eigene Entscheidungen weit vor Ihnen treffen - das wird nicht zum Fuss gehen führen.
    In allen Strukturen gibt es „Vorgesetzte“, die die Regeln bestimmen, führen und beschützen – Hunde lieben Regeln!
    Nehmen Sie bitte eine kurze, 1m Leine, die sich später auf 2m verlängern lässt und versuchen Sie Ihrem Hund zuerst einmal beizubringen, dass er hinter Ihren Füßen geht (keine Flexileine!). Ihr Arm bleibt an der Hosennaht, atmen Sie aus, um den Druck herauszunehmen. Bleiben Sie stur. Kein Leinenruck. Sie führen! Gehen Sie mit dem Fuß los der auf der Seite des Hundes ist und stellen Sie sich auf einen schwierigen Anfang ein. Wenn Ihr Arm nach vorne geht, haben Sie verloren! Ihr Hund wird springen, zerren und kreuzen.

    Halten Sie ihn hinter Ihren Füßen. Wenn er da bleibt, loben, Leckerchen und lockerlassen der Leine zeigt dem Hund, was Sie von ihm wollen. Es ist nicht einfach, das in Worten zu erklären. Bleiben Sie nicht stehen, lassen Sie kein Sitz, Markieren oder Schnüffeln zu, sondern gehen Sie Ihren Weg. Gehen Sie an einer Mauer oder Hauswand entlang und bestehen Sie auf Führung, indem Sie ihn zurückdrängen. Üben Sie auch die links und rechts Wendung mit Hund. Auch da sollte der Hund sich an Ihnen Orientieren und die kurze Leine sollte locker sein.
    Aber natürlich sollte Ihr Hund auch schnüffeln oder sich lösen können. Sie steuern ganz bewusst Orte an wo er es darf. Der Unterschied ist, dass Sie bestimmen wo es sein wird. Nicht der Hund.

    Wenn er Ihre Führung anerkennt, bekommt er mehr Raum. Ehe Sie ihn ziehen, gehen Sie ein Stück rückwärts, mit dem Gesicht zum Hund! Rufen, locken Sie ihn, werden Sie spannend! Wenn wir für Hunde spannend geworden sind, haben sie keinen Grund mehr, zu ziehen. Rufen Sie den Hund nur mit Rückwärts gehen. Gehen Sie vorerst viel allein, werden Sie zuerst mit Ihrem Hund ein Team. Dann nehmen Sie andere hinzu und überprüfen, ob er auch unter Ablenkung zu Ihnen hochschaut.

    Später:
    Arbeiten Sie mit dem Futterbeutel an der 5-m-Leine und spielen Sie viel. Bauen Sie aber die Impulskontrolle (bleib) mit ein.
    In allen Strukturen ist der Chef vorne und bestimmt den Weg, werden Sie Beschützer, vom Beschützer zum Vertrauten und Partner

  • muck
    muck
    schrieb am 26.11.2015

    Hallo,
    genauso wie Sie das beschreiben habe ich das fast 1 Jahr lang gemacht.
    Mein Hund hält das für ein Spiel. Sowie die Leine locker ist will er wieder vor. Ich habe schon Armschmerzen vom hinten halten.
    Halten Sie mal einen 32kg Hund hinten. Mittlerweile gehe ich nur noch an Hauswänden, Zäunen, Hecken. Sowie eine Wiese ist weicht er aus (so weit es die Leine zulässt) von mir seitlich weg und vor.
    Ich habe den Spaziergang mit Balancieren auf Mauern, Baumstämmen, Leckerlisuche gespickt, mache Übungen wie Seitenwechsel etc. auf dem Weg um spannend zu sein.
    Sieht der Hund eine Katze liege ich auf dem Bauch oder muss mir Mühe geben nicht hinterher zu fliegen.
    Ich kann mir nicht vorstellen das ich als banaler Mensch spannend für ihn werde. An langweiligen Straßenteilen schon, aber da geht er eh gut neben mir.
    Auf einer Wiese nie!
    Impulskontrolle (z.Bsp. er muss mich angucken ehe er was kriegt u.s.w.) macht er perfekt.

    Mein Hundetrainer hat mir gesagt ich soll mich mit Schwung umdrehen und ihm gegenübertreten + zurückdrängen damit er begreift dass er hinten bleibt. Das kann ich echt 80x machen, Hund geht ein paar Schritte zurück, guckt seitlich weg und wenn wir weiter gehen geht das Spiel von vorn los.
    Energisches Nein und über ihn bücken und vor die Brust stupsen (auch Tipp vom Trainer) hat 2x gewirkt und auch dann ging es wieder von vorn los.
    Ich glaube er denkt: "mach doch", ich mach eh wieder was ich will.

    In der Wohnung, im Garten und in Gärten von Freunden hört er auf mich perfekt.

    Und nun?

    MfG Muck

  • Barbara Nehring
    Barbara Nehring (Hundetrainer)
    schrieb am 27.11.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo Muck,
    aus der Entfernung kann ich Ihnen nun auch nichts weiter raten. Sie scheinen schon alles anzuwenden. Bleiben Sie dran und lassen Sie sich nicht entmutigen. Üben Sie weiter. Irgendwann wird es auch bei Ablenkung auf nbekantem Gelände klappen. Viel Erfolg

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