Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Begegnung mit anderen Hunden

  Baden-Württemberg
Madalena schrieb am 08.02.2016   Baden-Württemberg
Angaben zum Hund: Rhodesian Ridgeback, weiblich, nicht kastriert, Alter 1-5 Jahre

Hallo liebes MyDog365 Team,

zuerst einmal ein großes Lob an die tolle App! Die Tricks und Beschäftigungsvideos machen total Spaß, sind gut erklärt und bieten immer wieder die Möglichkeit an auch mit wenig Aufwand seinen Hund sinnvoll zu beschäftigen.

Zu unserer Frage, unsere 10 Monate alte Rhodesian Ridgeback Hündin Skyla macht uns zur Zeit sehr zu schaffen.
Es gibt ein Thema bei dem wir langsam nicht mehr weiter wissen.
Sobald Skyla einen anderen Hund sieht möchte sie unbedingt hin und zieht ganz heftig an der Leine bei ihren 35 kg ist es nicht einfach dagegen zuhalten. Sie ist aber in kleinster Weise aggressiv sondern sehr freundlich zu den Hunden wenn man sie hinlässt (die meisten anderen Hundehalter denken wir würden sie nicht erziehen und möchten von vorne herein kein Kontakt) und fängt an mit ihnen zu spielen.
Das Problem ist sobald sie einen anderen Hund sieht behandelt sie uns wie Luft sie hört nicht und man kriegt null Aufmersamkeit von ihr es ist wie als wäre man nicht da. Wie können wir dieses Verhalten ändern? Uns ist klar dass wir für sie interessanter werden müssen aber weder in Form von Leckerli noch beim Spielzeug reagiert sie. Sobald sie den anderen Hund sieht ist ihr alles egal... Was können wir machen um Begegnungen mit anderen Hunden Stressfrei zu gestalten?
Vielen Dank im Voraus!

Madalena und Skyla

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Antworten(1)

  • Gabriele Holz
    Gabriele Holz (Hundetrainer)
    schrieb am 15.02.2016
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo Madalena,

    Ihre Hündin ist mitten in der Pubertät. Sicherlich wird sie bald das erste mal läufig. Das ist wie mit Jugendlichen. Die Hormone bestimmen die Handlungen.

    Sie haben Recht. Sie müssen interessanter werden. Ich bin mir auch sicher, dass Sie sich viel mit Ihrer Hündin beschäftigen. Dies sollte jedoch nicht erst begonnen werden, wenn der andere Hund in einer Nähe ist, in der Skyla schon nicht mehr auf Sie reagiert. Streuen Sie in Ihre Spaziergänge immer wieder tolle Spiele ein. Rennen Sie auch mal mit Ihrer Hündin, suchen Sie Gegenstände, Futterbeutel, Leckerchen etc. Spielen Sie Verstecken. Lassen Sie sie über Bäume balancieren oder auch mal über einen Baumstamm springen. Beginnen Sie damit in ablenkungsfreier Umgebung. Führen Sie ein Signalwort ein, das ein Spiel ankündigt. Viele Hund reagieren sehr gut auf ein quietschendes Geräusch im Spielzeug. Auch das kann ein Spiel ankündigen.

    Wenn Sie merken, dass Ihre Hündin sich von anderen interessanten Dingen damit ablenken lässt, fangen Sie die Spiele an, wenn Sie einen Hund von weitem sehen. Nähern Sie sich dann nicht auf direktem Weg dem anderen Hund, sondern verringern Sie die Distanz unmerklich.

    Schön ist natürlich, wenn Sie jemanden haben, mit dem Sie trainieren können. Wenn Sie nah genug für ein Gespräch sind, dann reden Sie erst einen Moment mit dem anderen Hundehalter. Wenn möglich gehen Sie erst ein paar Meter mit ihm. Ihre Hündin muss lernen, dass nicht jede Hundebegegnung gleich "Party" heißt. Als Belohnung darf sie dann aber spielen.

    Achten Sie darauf, dass Ihre Hündin keinen Frust aufbaut. Denn Frust kann leicht in Aggression übergehen.

    Eine weitere Möglichkeit ist das Training der Impulskontrolle. Hier gibt es eine Menge Möglichkeiten. Der Spaß kommt für Skyla immer erst nach einer kurzen oder später auch etwas längeren Wartezeit. Hier eignen sich Suchspiele oder Dummytraining.

    Mit dem 10-Leckerchen-Spiel lernt der Hund in den unterschiedlichsten Situationen gelassener auf Umweltreize zu reagieren.
    Wie funktioniert’s?
    Sie brauchen eine Schüssel oder einen Beutel mit Leckerchen und einen Clicker. Sie setzen oder stellen sich hin und zeigen Ihrem Hund die Leckerchen (die sollten natürlich auch tatsächlich lecker sein). Dann fangen Sie ganz langsam an zu zählen: „Eins“ und nachdem Sie das ausgesprochen haben, greifen Sie langsam mit einer Hand in den Leckerchenbeutel, nehmen ein Leckerchen raus und legen es demonstrativ in die andere Hand. Jetzt zählen Sie „Zwei“, greifen wieder in den Leckerchenbeutel und legen das zweite Leckerchen in die Hand, dann zählst Sie „Drei“ usw. Achten Sie auf die Reihenfolge: zuerst wird die Zahl genannt, dann wird in den Leckerchenbeutel gegriffen.
    Fressorgie
    Hat der Hund ruhig abgewartet, bis bis Zehn gezählt wurde, dann hat er sich die Leckerchen wirklich verdient. Sie clickern oder loben und werfen das erste Leckerchen auf den Boden. Der Hund wendet sich von Ihnen ab, um das Leckerchen zu holen. Sie warten, dass er anschließend wieder Blickkontakt zu Ihnen aufnimmt, clickern und werfen das nächste Leckerchen. Das setzen Sie solange fort, bis alle zehn Leckerchen verfüttert sind. Die Dauer der Leckerchengabe sollte so lange sein, wie das Anzählen.
    Schade – so nicht
    Fängt der Hund an zu bellen, zu winseln oder hochzuspringen oder bedrängt Sie sonst irgendwie, sagen Sie „Schade“ und legen die Leckerchen wieder zurück in den Beutel. Danach warten Sie etwa 10 Sekunden, dann beginnt das Spiel wieder von vorne.
    Den Hund bei der Stange halten
    Die wenigsten Hund werden anfangs tatsächlich bis Zehn ruhig warten können. Wenn nun jedes Mal die Leckerchen wieder zurück in den Beutel wandern, verliert der Hund sehr schnell die Lust am Spiel Achten Sie deshalb darauf, bei welcher Zahl es Ihr Hund nicht mehr aushalten konnte. Hat er z.B. kurz vor der Zahl Vier angefangen, ungeduldig zu werden, dann zählen Sie beim nächsten Mal nur bis Drei und verteilen dann die Leckerchen. So merkt Ihr Hund, dass es sich lohnt, ruhig abzuwarten. Auch in den nächsten Durchgängen zählen Sie erst einmal nur bis Drei, so dass Ihr Hund immer die Leckerchen bekommt. Dann kann die Anforderung langsam wieder gesteigert werden.

    Herzlichst
    Ihre Gabriele Holz
    amtlich genehmigte Hundetrainerin
    www.wolf-inside.de

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