Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Aggression im Rudel

Trailmix schrieb am 14.05.2015
Angaben zum Hund: Hütehund-Mix, weiblich, nicht kastriert, Alter 1-5 Jahre

Wenn ich mein Rudel von 5 Hunden zusammen habe, ist eine Hündin dabei, die die anderen ständig aggressiv weg beisst. (Sie wird von einem Rüden (kastriert) im Rudel immer angegangen, wenn sie sich auf die unterste im Rudel schmeißt und aggressiv bekämpft.) Auch wenn wir unterwegs sind, ist sie diejenige, die Zeichen gibt und der Rüde überspannt und stürzt sich auf sie. Wie kann ich meine Position im Rudel soweit stärken, dass sie entspannt bleiben können, egal, ob eine Hase kommt oder was auch immer? Bzw. wie kann ich der Hündin helfen, eine entspannte Rolle einzunehmen? Anderen Lebewesen haben sie noch nie was gemacht...nur sich selbst...und mir.

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Antworten(7)

  • Elke Heese
    Elke Heese (Hundetrainer)
    schrieb am 14.05.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo,
    aus Ihrer Beschreibung kann ich nicht erkennen, wer von den Hunden den Rudelchef macht?
    Denn an den würde ich mich immer halten. Wer den Rudelboss im Griff hat, hat auch den Rest des Rudels im Griff. Und es ist zu schauen ob die Hündin durch Ihr Verhalten das Rudel provoziert und in welchen Situationen. Vielleicht könnten Sie die Situation etwas genauer beschreiben.
    Wichtig ist bei einem Rudel das immer der Mensch das Sagen hat, also alle Entscheidungen trifft. Und ich würde dem Rudelchef unterstützen indem ich als Mensch eingreife und der Hund dadurch lernt, das nicht er entscheiden muss, sondern sein Mensch.

  • Trailmix
    Trailmix
    schrieb am 14.05.2015

    Vielen Dank für die Antwort! Hm...ich versuche es mal in Worte zu fassen. Gerne dürfen Sie mir genauere Fragen stellen, wenn etwas unklar ist.
    Die Hündin, von der ich rede, heisst Leila. Sie verursacht eine Menge Aufmerksamkeit. Vom Wesen ist sie sehr beschlagnahmend. Sie "besitzt" ruckzuck mal sogar fremde Leute und lässt deren Hunde nicht mehr zu ihnen! Ich muss also ständig aufpassen, dass ich ihr Grenzen aufweise, weil sie sich förmlich einschleicht...sie kuschelt sehr gerne und drückt sich damit ihn den Vordergrund. Sie kann schon sehr aufdringlich sein. Sie ist aber auch sehr ängstlich...besonders wenn es knallt in irgendeiner Art und Weise.
    Sie geht unkontrolliert (der Grund ist nicht immer ersichtlich) auf die "unterste" (Fee) und beisst andere weg (aber nicht immer), wenn diese zu nah an ihrem Platz sind...oder sie sich irgendwie gestört zu fühlen scheint. Und wenn ich mit allen unterwegs bin und etwas passiert (Wildtier rennt über die Straße, etc.), dann wird Ben (der Rüde) sofort steif und "schnappt" schnell über (vor allem, wenn Leila sich auch noch rührt), d.h. seine Angespanntheit löst er indem er sich meist auf Leila schmeisst und diese kurz kämpfen...was natürlich Chaos im ganzen Rudel auslöst. Ich gehe also auf Spaziergänge meist nicht mit allen alleine raus...sondern nacheinander...würde aber gerne entspannt mit allen gehen können. Bei Ben ist es so, dass er auch mich in die Grenzen weist, d.h. er schnappt oder beisst schon auch nach mir (hat Leila auch schon gemacht). Ihn (und teils auch sie) habe ich auch schon mit Maulkorb spazieren geführt, weil ich dann ruhiger eingreifen kann...ohne Sorge um meine Hände, etc. haben zu müssen. Das schaffe ich körperlich meist auch nicht, ihn von irgend einem runter zu holen...und traue mich auch nicht. DAs merkt er natürlich auch.

    Fakt ist, sie lassen sich alles sagen, gehorchen, etc....liegen, spielen, laufen miteinander. ABER: Wenn etwas für SIE spannendes passiert (was ich leider nicht vorhersagen kann....das war teilweise schon ein bestimmter Geruch in der Luft), dann hab ich bei Ben jedenfalls nichts mehr zu sagen. Also JA, ich würde gerne das Sagen - in allen Situationen - haben.
    Ben setzt sich für Fee (die Unterste) ein, indem er Leila bekämpft, wenn sie sich wieder Fee krallt. Er hat letztendlich das Sagen - so wie ich es sehe. Aber Leila ist auch nicht ganz unbeteiligt. Sie wühlt das Rudel oft auf, weil sie mit den beiden in die Haare kommt. Passiert irgendwas mit Fee, kommt garantiert Leila und beisst sie noch dazu.

    Wie kann ich also meinen Platz als Rudelführer einnehmen, so dass sie es auch verstehen und dementsprechend handeln? Bzw. wie schaffe ich es, dass sie mich als solchen in allen Situationen annehmen?

  • Elke Heese
    Elke Heese (Hundetrainer)
    schrieb am 17.05.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo,
    was mir etwas Sorge bereitet, ist das die Hunde Ihnen gegenüber nicht den nötigen Respekt zeigen. Denn egal was auch immer spannendes passiert, das Rudel dürfte nie so ausrasten wenn Sie dabei sind. Der Ben scheint der Chef zu sein und er versucht Leila zurecht zu weisen wenn diese Fee belästigt. Ich würde an Ihrer Stelle sofort und immer selber einschreiten, wenn Leila nur ansatzweise Fee belästigt. Und das immer in einer ruhigen und strengen Art. Keinesfalls hektisch oder ängstlich erscheinen, denn das merken die Hunde sofort. Wenn Sie sich sicherer fühlen, können Sie auch die Maulkörbe aufsetzen bei den Hunden. Gibt es Stress gehen Sie körperlich zwischen die Hunde ( splitten) und schicken den Stänker mit strengen Worten weg. Genauso auch mit Ben schimpfen wenn er sich einmischen will. Ansonsten entscheidet Leila auch nicht selber wann Sie Zuwendung bekommt. Bei Begegnungen kann da eine Schleppleine hilfreich sein, um die Dame zurück
    zu holen. Gibt es die Möglichkeit mit der ganzen Gruppe zu laufen? Das wäre hilfreich um den Hunden es noch klarer zu machen, dass sie ein Rudel sind.
    Ich hoffe, ich konnte verständlich schreiben was zu tun ist.
    Sie können mir gerne wieder schreiben.
    Viel Erfolg...

  • Trailmix
    Trailmix
    schrieb am 17.05.2015

    Vielen Dank, Frau Heese. Ja, das sehe ich genauso! Deswegen suche ich ja Hilfe. Sobald ich erlebe, dass Leila auf Fee geht, versuche ich sie ruhig und bestimmt zu stoppen. Was auch funktioniert, wenn es eben gerade der Ansatz dazu ist. Wenn sie schon auf sie einbeisst, ist es zu spät. Dann traue ich mich nicht dazwischen zu gehen. Das habe ich schon mal versucht, dann erwischt es mich u.U....habe auch gar nicht die Kraft, Leila dann zu krallen und runter zu holen. Und ja, Leila schicke ich oft weg, wenn sie entscheiden will. Aber ich habe auch andere Menschen, die sich da nicht immer dran halten :/. Bei Begegnungen zeige ich ihr dann schon, dass das gar nicht geht...und sie fügt sich. Das ist kein Problem. Ja, ich laufe meistens mit der ganzen Gruppe...und das geht auch meistens sehr gut. Wenn eben nicht gerade ein Hase über den Weg rennt oder so... Wenn ich Helfer dabei habe, geht es. Aber alleine ist einfach ne Menge Kraft nötig, um alle zu bändigen. Denn wenn 2 aufeinander losgehen, bleibt der Rest auch nicht locker stehen sondern nutzt die Situation für sich aus... :(. Ich habe leider nicht immer jemanden, der mitgehen kann. Was würden Sie tun, um mich als "Führung" zu stärken? Bzw. dass sie (oder Ben) mich eben auch in brenzligen Situationen ernst nehmen? Heute z.B. ist Fee in eine Hundebox gegangen (leider die von Leila) und sie hat sich in der Box auf sie gestürzt...da hätte ich sicher nicht meine Hand reingesteckt... Aber Ben hat das geregelt... Den kann ich dann auch wieder stoppen - per Stimme.

  • Elke Heese
    Elke Heese (Hundetrainer)
    schrieb am 18.05.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo,
    ich denke Sie können das Rudel nicht Aufsicht lassen. Oder wenigstens Fee und Leila trennen wenn Sie nicht da sind. Und wenn Sie da sind darf es nicht vorkommen, dass Fee auf die Plätze von Leila geht. Und Sie sollten Leila genau im Auge behalten ob sie mit Fee stress anfangen will. Und dann rechtzeitig reagieren. Denn sonst muss immer Ben einschreiten und das soll er nicht. Denn Sie entscheiden und nicht Ben. Denn es hört sich so an, als ob Sie manchmal ganz froh sind wenn Ben die Sache regelt. Und das merkt er natürlich. Vielleicht wäre es wirklich nicht schlecht wenn mal ein Profi vor Ort sich die Sachlage anschaut.
    Viel Erfolg...

  • Trailmix
    Trailmix
    schrieb am 18.05.2015

    Vielen Dank für Ihr Bemühen. Soweit bin ich ja auch. Die Theorie ist klar. Kennen Sie einen Profi, der sich auf Rudelhaltung (also mehr als 3 Hunde) versteht? Ich habe noch keinen gefunden...wäre aber dankbar für einen Tipp.
    MfG

  • Elke Heese
    Elke Heese (Hundetrainer)
    schrieb am 19.05.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

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