Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

zunehmende Angst

  Hessen
roller12758 schrieb am 23.10.2015   Hessen
Angaben zum Hund: Dackel, Langhaar, weiblich, nicht kastriert, Alter 1-5 Jahre

Hallo,
ich besitze seit etwa 4 Monaten eine Langhaardackelhündin 15 Monate alt.
Nachfolgend beschreibe ich mal das Angstverhalten.
1. Wenn ich mit ihr Gassi gehen will versteckt sie sich in letzter Zeit wenn sie die Leine sieht in der Wohnung und zittert am ganzen Körper.
2. Wenn sie dann draußen ist zieht sie und braucht ein stilles Plätzchen wo sie ihr Geschäft macht.
3. Auf dem Rückweg bockt sie ab und an und will nicht weiterlaufen.
4. Zu Hause ist sie wieder lamm fromm.
Was kann ich tun um diese Angstsymptome abzustellen.

Viele Grüße
Rainer

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Antworten(1)

  • Inge Büttner-Vogt
    Inge Büttner-Vogt (Hundetrainer)
    schrieb am 24.10.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Guten Tag,
    das hört sich wie Überforderung an. Das heißt, sie könnte in ihrem vorherigen Leben nicht viel kennen gelernt haben. Wenn Sie mit ihr rausgehen, muss sie weit vor Ihren Füßen gehen - jeder Spaziergang ist ohne Ihren Schutz eine Bedrohung. Draußen zieht sie - von Ihnen - weg - zu einem ruhigen Plätzchen. Der Spaziergang ist zu lang, sie ist überfordert mit den vielen Eindrücken - sie bockt. Zu Hause fühlt sie sich sicher und kann ruhen.
    Natürlich kann es auch ein Krankheitssymptom sein; Ein Zerrung, Lahmheit, Schmerzen, das müssten Sie beim Tierarzt abklären lassen.
    Beginnen Sie Ihren Hund zu beschützen und zu führen. Ihr Hund ist unsicher und zieht von Ihnen weg - das ist seine Strategie, weil er Ihnen nicht zutraut, mit der Situation klar zu kommen.
    Ab sofort führen Sie: Der Hund geht HINTER Ihren Füßen, sie gehen niemals auf einen Hund oder einen Menschen zu. Meistens liegt es am fehlenden Vertrauen zu uns. Sie vermitteln Ihrem Hund Sicherheit, indem Sie ihn immer beschützen. Schutz gibt es in allen Strukturen mit Eltern, Lehrern und Chefs – die guten machen uns sicher und gelassen, wir wissen, was wir tun sollen.
    Fremde fassen Ihren Hund vorerst nicht an und Sie vermeiden es, dass der Mensch Ihren Hund ansieht. Sie gehen Bogen und Kreise und lassen Ihrem Hund Zeit, sich – unter Ihren Schutz und an der Leine – in Ruhe anzunähern. Grundsätzlich ist Ihr Hund HINTER Ihren Füßen und wichtig: IHR KÖRPER IST OHNE AUSNAHME IMMER DAZWISCHEN!!!! Eine Hund an Hund-Begegnung geht grundsätzlich schief. Gehen Sie auch in die andere Richtung oder schirmen Sie ihn am Rand ab. Er sollte nichts mehr zu „erledigen“ haben – Sie führen und geben Richtung und Verhalten an.
    Bei Ihnen ist es vielleicht auch das Problem, dass Sie zu lange in die Situation hineingehen ohne etwas zu tun, reagieren Sie sofort, vor dem Hund, wenn es geht, das schafft Vertrauen.
    Nehmen Sie Menschen, die Ihnen entgegenkommen, als „Übung“. Zeigen Sie Ihrem Hund, dass sie seine Furcht ernstnehmen. Alle Hunde in meinem Training haben es geschafft, als die Besitzer mit dem Schutzprogramm angefangen haben. Genauso gehen Sie an unbekannte Dinge heran – umkreisen unter Ihrem Schutz, mit Ihrem Körper dazwischen (!) gern ein Leckerchen, wenn es klappt – lassen Sie sich bitte viel Zeit, nicht nur „probieren“.
    Nach einer Weile wird Ihr Hund schon selbst an Ihre andere Seite gehen, weil er sich dort wohl fühlt und auf Ihren Schutz vertraut – das ist für Sie ein tolles Gefühl!
    Es wäre auch toll, wenn Sie nicht nur „Gassi-gehen“, sondern Ihren Hund geistig trainieren und beschäftigen, damit er sich nicht langweilt. Hierzu finden Sie alles auf meiner
    Homepage: www.hundimedia.de
    Bücher „Spiel und Spaß mit Hund“ und „Mehr Spiel und Spaß mit Hund“ Film: „Der Weg ist das Ziel: 222 Möglichkeiten den Hund zu beschäftigen.
    Furchtsamen Hunden kann man viel durch Spielen und Spiele mit Futter helfen,
    viele Grüße
    Inge Büttner-Vogt

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