Warum spielt mein Hund plötzlich nicht mehr mit Artgenossen?

  
Saskia1989 schrieb am 06.01.2021   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage

Meine Hündin (2 Jahre alt) hat immer gerne mit allen Artgenossen gespielt, egal ob Männchen oder Weibchen. Vor ca. 2 Monaten haben wir unsere Hundesitterin wechseln müssen. Auch sie hat eine Hündin (1 Jahr alt). Anfangs war alles super und die beiden waren ein Herz und eine Seele. Auf einem Spatziergang der Hundesitterin ist meine Hündin dann mit der Nase an einen Elektrozaun einer Weide gekommen. Die Hundesitterin hat sie beruhigen können und danach spielte sie auch weiter. Seit dem jedoch ist sie sehr unsicher sobald die Hundesitterin mit ihr Gassi geht.


Was ich noch dazu sagen muss, sie hatte danach auch eine Wasserrute, also dachten wir, es kommt vielleicht auch durch die Schmerzen, das ist aber alles wieder verheilt. Auch wenn ich dabei bin, sucht sie ständig Schutz und ist sehr unsicher. Sie spielt von sich aus gar nicht mehr und taut nur wenig auf :-( wir haben alles versucht, z.B sie zum Spielen animieren, oder ohne den anderen Hund. Bei Hundenfreunden ist sie normal, fröhlich und spielt normal. Können Sie mir evtl. Tipps geben, wie sie die Unsicherheit ablegt?

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Antworten(1)

  • Gabriele Holz
    Gabriele Holz (Hundetrainer)
    schrieb am 08.01.2021
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo,
    ich kann hier leider nur mutmaßen. Hunde lernen mehrdimensional. Das heißt, jede Situation wird mit allen möglichen Umweltreizen verknüpft. Nur durch das Trainieren unter unterschiedlichen Umweltreizen (Umgebung, Gerüche, Tageszeit, Anwesende etc.) gelingt es dem Hund die eigentlich wichtigen Signalreize heraus zu filtern. Dies gilt auch bei traumatischen Ereignissen. Ihre Hündin hat den Schmerz und Schreck durch den Elektrozaun wahrscheinlich mit der Hundesitterin verknüpft. Sie schreiben, dass die Hundesitterin Ihren Hund getröstet hat. Während früher galt, dass die Angst der Hunde durch Trost verstärkt wird, Heute ist bekannt, dass dies nicht so ist. Dies gilt jedoch nur, wenn der Hund in dieser Situation Körperkontakt sucht. Sollte die Hundesitterin schon in dieser Situation mit dem Schmerz verknüpft worden sein, dann war der Trost evtl. kontraproduktiv. Dies aber nur zur Erklärung, damit in einer ähnlichen Situation vielleicht etwas anders reagiert wird.
    Lassen Sie Ihrer Hündin jetzt einfach die Zeit, die sie braucht. Durch ungezwungenes Spiel mit anderen Hunden unter vielen Umweltvariationen wird der Erlebte verarbeitet. Wenn Ihre Hündin Schutz sucht, gewähren Sie diesen Schutz. Generell gilt, wenn der Hund Schutz bei seiner Bezugsperson sucht, wehrt diese alle Annäherungen ab. Geht der Hund aus dem Schutz heraus, ist dies in Ordnung. Die Bezugsperson hält also den Hund nicht zurück. So gewinnt Ihre Hündin wieder die Sicherheit, wenn Frauchen in der Nähe ist, kann mir nichts passieren und sie wird wieder selbstsicher werden.
    Gerne stehe ich Ihnen für Rückfragen zur Verfügung.
    Herzliche Grüße
    G. Holz

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