Hündinnen aus einem Haushalt beißen sich, was kann man dagegen tun?

  
Anika569 schrieb am 14.06.2021   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage

Guten Tag,
wir haben zwei Hündinnen, die zusammen in einem Haushalt leben. Sina (12 Jahre, Dackel-Labrador-Mix, 32 cm hoch) stammt aus dem Tierschutz und lebt schon seit dem Welpenalter bei uns. Maja (2 Jahre, Aussi- Labradormix, 43cm) ist mit 9 Wochen im Mai 2019 bei uns eingezogen. Beide Hündinnen sind kastriert (bei Sina wurde Eierstöcke und Gebärmutter, bei Maja nur die Eierstöcke entfernt) Die Hunde haben sich das erste 3/4 Jahr problemlos verstanden und Maja wurde auch von Sina erzogen (auch gemaßregelt, hat dies aber auch immer akzeptiert). Vor und während Maja's erster Läufigkeit kam es zum ersten Mal zu ernsthaften Streitigkeiten zwischen den beiden, da Maja auf Sina's Maßreglung in Form von in die Luft schnappen oder die Zähne fletschen mit Aggression regierte und auf sie los ging. Zum ersten Mal haben sie sich um einen Ball gestritten, den Sina hatte. Beim zweiten Mal um eine Decke, auf der bis zu diesem Zeitpunkt beide oft zusammen gelegen und gekuschelt haben. (Maja lag auf der Decke, Sina wollte sich dazu legen und Maja ist sofort auf Sina losgegangen) Diese "Kämpfe" waren zwar laut und sahen furchterregend aus, es ist aber keiner der beiden zu Schaden gekommen und 5 Minuten später waren sie wieder ein Herz und eine Seele.


Zunächst blieb es bei den beiden Vorfällen. Wir ließen auch Maja kastrieren und dachten, das Thema hatte sich damit erledigt. Erst im Sommer 2020 kam es zu einem weiteren Kampf, von dem nur Maja eine sehr kleine Schramme zurück getragen hatte. Wieder ging es um einen Ball und es war zum ersten Mal schwer, die beiden zu trennen. Anschließend war wieder alles gut. Nur zwei Wochen später spielten beide mit dem Strahl vom Wasserschlauch. Maja rempelte Sina versehentlich an, Sina wollte Maja (wie immer) maßregeln und Maja ging sofort auf sie los. Diesmal ließen sich die beiden aber schon durch ein energisches Abbruchkommando vom Kämpfen abhalten.


Wieder vergingen 5 Monate, ohne einen Zwischenfall. Maja akzeptierte Sinas Maßregelungen und regierte immer sehr unterwürfig darauf. Bis sie am 1.Dezemeber aufgrund am Boden liegenden Hufhorn vom Pferd wieder aufeinander los gingen. Sina Maßregelte "das ist meins" und Maja biss sie sofort und Verletzte sie auch zum ersten Mal. Sie hatte sich mehr oder weniger in Sina verbissen und wir brauchten 2 Leute um sie zu trennen. Die Bisswunde war zum Glück nur oberflächlich und wenige Tage später kaum noch zu sehen. Zwei Tage später verhielten sich auch die Hunde wieder, als ob nie etwas passiert wäre. Bisher ging es also immer um den Streit verschiedenster Ressourcen.


Ende Dezember beim Spazieren gehen haben wir einen befreundeten Hund der beiden getroffen und alle drei haben zusammen gespielt. Wieder war Maja im Spiel zu wild, rempelte Sina an, Sina maßregelte und Maja ging on Anwesenheit des Rüden auf Sina los. Abgesehen von kleinen Kratzern, trugen beide keine Verletzungen davon. Von Ende Dezember 2020 bis zum 1. Juni 2021 gab es keinen einzigen Vorfall. Aber dann passierte es bei einer Grillparty bei Freunden wieder. Die beiden schnupperten auf dem Rasen und aus dem nichts packte Maja Sina und drückte sie zu Boden. Ich bin mir nicht sicher, ob nicht vorher etwas essbares auf dem Rasen lag. Sina hatte eine kleinere Wunde am Ohr.


Nur eine Woche passierte der letzte und für mich definitiv schlimmste Kampf. Beide Hunde wurden zum "Pipi machen" noch einmal in den Garten gelassen und schnupperten (wie jeden Abend) beide gleichzeitig an der Tomatenstaude. Vermutlich rückte Maja Sina dabei zu sehr auf die Pelle. Sina schnappte kurz in die Luft und Maja ging wieder auf sie los. Diesmal war Sinas Wunde so tief, dass sie mit 3 "Nadeln" getackert werden musste. Jetzt verhalten sich beide Hunde wieder so, als wäre nie etwas gewesen: Lecken sich morgens gegenseitig die Schnauzen ab, Spielen miteinander, liegen auf einem Kissen...


Ich verstehe nicht, warum Situationen die es schon 1000 Mal gegeben hat dann plötzlichen eskalieren. Was kann ich dagegen tun? Sie sind im Alltag alles andere als verfeindet und Maja ist zu 99% unterwürfig. Sie machen etwas 99 Mal und beim 100ersten Mal eskaliert die Situation. Ich muss dazu sagen, dass wir Sina immer leicht bevorzugt haben, weil sie der Ersthund ist. So wurde es uns auch in unserer Hundeschule empfohlen. Sina darf also zuerst fressen, sie wird zuerst begrüßt, zuerst mit dem Ball spielen oder es wird zuerst mit ihr trainiert. Erst danach ist Maja dran. Ist das richtig oder doch eher kontraproduktiv? Sind die Hunde bei meinen Eltern, wird Sina auch vom Tisch gefüttert (obwohl sie es nicht machen sollen) und Maja nicht. Beide Hunde dürfen aufs Sofa. Nachts schläft Sina mit im Bett und Maja im Körbchen daneben. Beide sind an sich gut erzogen (bei Sina setzt leider langsam der Altersstarrsinn ein) und haben jeden Tag mehr als genug Auslauf. Was machen wir falsch? Was kann ich tun, damit es nicht mehr zu solchen Zwischenfällen kommt? Es tut mir selbst glaube ich fast mehr weh, als den Hunden, wenn sie aufeinander losgehen. Mit anderen Artgenossen müssen beide meist erst warm werden, verstehen sich dann aber gut mit ihnen. Über Antworten würde ich mich sehr freuen. Liebe Grüße, Anika

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Antworten(3)

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 15.06.2021
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (2)

    Hallo Anika,
    ohne die beiden Hunde zu kennen ist es natürlich schwer, sich ein Bild zu machen.
    Einiges ist mir aber trotzdem aufgefallen. Z. B., dass Sina bevorzugt wird. Im Bett liegen darf und Maja nicht. Sina bekommt Essen vom Tisch, Maja nicht. Offensichtlich haben die beiden Ressourcen, wie z. B. Spielzeug, immer zur Verfügung.
    Wenn ein Hund zuerst da war, heißt das noch lange nicht, dass er auch der ranghöhere ist. Ich habe auch zwei Hündinnen und sie werden IMMER gleich behandelt. Tala z. B. will gar nicht ins Bett. Trotzdem schicke ich Cheyenne manchmal raus und hole Tala rein. Dadurch zeige ich ihnen, dass es MEIN Bett ist.
    Ich spiele mit einem Hund, der andere liegt daneben und schaut zu. Dann wechsle ich und es ist dabei unwichtig, wer als erster dran ist.
    Spielzeug liegt nie rum. Das stelle ich zur Verfügung, wenn ICH spielen will.
    Deshalb ist es wichtig, dass SIE ALLE Ressourcen für sich beanspruchen. Will eine der beiden oder beide aufs Sofa, schieben Sie sie KOMMENTARLOS wieder runter. Sie dürfen drauf, wenn Sie sie rufen und dazu auffordern.
    Ich denke, dass es wichtig ist, gerade in solch einem Fall, den Hunden keine Entscheidungen zu überlassen.
    Ich hoffe, ich konnte Ihnen wenigstens etwas helfen. Gerne können Sie mich telefonisch und über meine Website kontaktieren.

    Liebe Grüße
    Ellen Mayer
    www.lesloups.de

  • Anika569
    Anika569
    schrieb am 15.06.2021

    Hallo Frau Mayer,
    vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.
    Maja durfte/ darf eigentlich auch ins Bett, möchte es aber nicht. Ich denke , es ist ihr zu warm. Sina hingegen kennt es nicht anders und schläft seit 12 Jahren jede Nacht mit im Bett.
    Auf das Sofa springen beide nur nach Aufforderung, niemals von alleine.
    Bezüglich des herumliegenden Spielzeuges haben wir nach den ersten Vorfällen auch schob was geändert. Sie haben das Spielzeug nicht mehr zur freien Verfügung und gespielt wird nurnoch abwechselnd (wie sie es beschrieben haben).
    Bezüglich der Fütterung vom Tisch muss ich noch einmal mit meinen Eltern sprechen, dass sie dies wenn möglich unterlassen.
    Unsere Hundetrainerin in der Welpenschule hat allerdings immer geprädigt, den Ersthund (Sina) zu bevorzugen um seine "höhere Position" zu stärken. Also damit Maja weiß: Sina ist die Älter ubd hat mehr zu melden. Im großen und ganzen hat das auch funktioniert ubd Sina hat Maja "im Griff".
    Wie beschrieben.. 99 Mal würde Maja nicht einmal zum Futter oder geworfenem Ball hinlaufen, wenn Sina auch aif dem Weg dahin ist. Egal ob sie die Ressource lnage vor Sina erreichen könnte oder nicht. Sie geht an nichts dran, was Sina haben will. Das hat Maja gleich von klein auf gelernt. Nur in einem von 100 Fällen. Und beißt dann direkt zu. Warum tut sie das?
    Sie ist größer, stärker und schneller als Sina. Und im Alltag total von Sina abhängig. (Bleibt beim Spazieren gehen stehen, wenn die alte Dame mal wieder trödelt und läuft erst weiter, wenn Sina wieder aufgeholt hat)
    Sie folgt ihr eigentlich auf Schritt und Tritt, stellt sich ihr aber niemals in den Weg oder ähnliches.
    Ist der eine Hubd mal nicht da, jammert der andere.
    Warum sieht es dann plötzlich so aus, als ob Maja Sina umbringen würde?
    Entweder Maja unterwirft sich Sinas Korrektur (99% der Fälle) oder beißt ihr sofort in den Hals (1%). Ich weiß nicht wie weit Maja gehen würde, wenn wir in einen Kampf nicht einschreiten würden.
    Ich bin mir nicht sicherer, ob Maja von alleine von Sina ablassen würde, wenn sie sich erst einmal in der Wolle haben.
    Bisher sind solche Vorfälle nur passiert, wenn wor in der Nähe waren.
    Aber was ist, wenn die Situation eskaliert und niemand ist Zuhause?
    Trennen möchte ich sie eigentlich noch nicht, da sie eigentlich ziemlich aneinander hängen und die Vorfälle zumindest bisher nicht regelmäßig vorkommen.
    Kann es mit Majas Hormonen zusammen hängen, dass die Situation nir alle paar Monate außer Kontrolle gerät?
    Wäre es ratsam zu kontrollieren, ob die Eierstöcke bei ihr wirklich vollständig entfernt wurden?
    Bei ihrer Kastration gab es ein paar Schwierigkeiten, da die Eierstöcke nicht da lagen, wo sie eigentlich liegen sollten und zum Teil mit anderen Organen verklebt waren.
    Sie wird nicht mehr läufig, aber vielleicht hat es doch nich was mit den Hormonen zu tun?
    Wie könnte ich noch mit beiden Hunden trainieren, damit soetwas nicht mehr vorkommt?
    Würde vielleicht die Fütterung von Bachblüten helfen?
    Liebe Grüße,
    Anika

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 15.06.2021
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Am besten fragen Sie Ihre Hundetrainerin. Die kennt beide Hunde und ist vor Ort.

    Liebe Grüße
    Ellen Mayer
    www.lesloups.de

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