Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Welpe knurrt alle fremden Menschen an

  Baden-Württemberg
pusteblume schrieb am 14.06.2014   Baden-Württemberg
Angaben zum Hund: Australian Shepherd, männlich, nicht kastriert, Alter 0-3 Monate

Mein Kleiner ist nun seit 4 Tagen bei mir. An sich klappt alles gut, nur wird seine Angst fremden gegenüber immer stärker.
Anfangs wollte er fliehen. Als das nicht ging suchte er Schutz bei mir. Ich habe mich dann mit ihm hingesetzt und z.b. die grusligen Maler, die unser Haus streichen aus einiger Entfernung mit ihm beobachtet.
Vor meiner Schwester und meinem Neffen hatte er auch Angst, er hat geknurrt und wieder Schutz bei mir gesucht. Ich hab einfach ganz normal mit meiner Familie im Garten gegrillt und nach und nach ist er dann aufgetaut und alles war gut.
Nun ist es auf den Spaziergängen so, dass jeder Fremde erstmal angeknurrt und wenn er sich dennoch nähert auch verbellt wird. Ich möchte ihm Sicherheit geben, ihn aber in seinem Verhalten nicht bestärken. Vor unserem absolut lieben und verträglichen Nachbarshund samt Herrchen hat er auch Angst. Er hat dem Mann sogar in die Hand geschnappt als dieser in Streicheln wollte. Als wir uns dann eine Weile unterhalten hatten, hat er Hund und Mensch schüchtern beschnuppert und auch nichtmehr geknurrt.
Ich habe das Gefühl, es wird immer schlimmer. Er will schon gar nicht wirklich raus. Sobald ein fremder Mensch in SIcht kommt, knurrt er und möchte fliehen... Werde ab Mittwoch auch in die Welpenstunde gehen, aber erhoffe mir auf diesem Wege bis dahin einen Rat.
Vielen Dank!

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Antworten(3)

  • Inge Büttner-Vogt
    Inge Büttner-Vogt (Hundetrainer)
    schrieb am 16.06.2014
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (4)

    Hallo,
    Sie schreiben von Schutz, bieten aber noch keinen. Deshalb trifft Ihr kleiner Hund seine eigenen Entscheidungen. In jeder Struktur (Elternhaus/Schule/Beruf gibt es Strukturen und Beschützer wie Eltern, Lehrer und Chef – wenn sie gut sind). Hunde suchen immer eine beschützende Person, die sagt wo es lang geht, die Verhaltenssicherheit und Erziehungsgewissheit vermittelt. Nach Ihren Schilderungen ist immer Ihr Hund vor Ihnen und muss Dinge wegknurren, weil Sie nichts für ihn tun.
    Bei den Spaziergängen, die mit Sicherheit zu lang sind, mehr als zwei mal 10 Minuten draußen, baut er Streß auf, weil er vermutlich weit vor Ihnen und nicht an Ihrer Seite (unter Ihrem Schutz geht) Er knurrt alles an, um sich Gefahren vom Hals zu halten. Nun darf der Nachbar ihn auch noch von oben anfassen – nun reicht’s – er schnappt, um sich zu schützen.
    Ihr Hund hat keine Angst, sondern Furcht, er ist nicht schüchtern, sondern kann mit Situationen nicht umgehen, weil er es nicht von Ihnen gelernt hat, er trifft seine eigene Entscheidung. Er will nicht raus, weil er überfordert ist und Stress hat. Stress tut weh und macht krank – das kennen wir von uns. Wenn Sie in die Welpenspielstunde gehen, überfordern Sie ihn zusätzlich – das wird er Ihnen nicht verzeihen. Er wird anfangen, sich häufiger zu kratzen und vor Ihnen wegzulaufen – kein guter Start.
    Also:
    Beschützen Sie Ihren Hund, stellen Sie ihm erst einmal seine nähere Umgebung vor, lassen Sie ihn bei sich ankommen, spielen Sie viel mit ihm, lassen sie ihn mindestens 20 Stunden ruhen und schlafen, prägen Sie ihn auf sich. Schützen Sie ihn vor Arthrose indem Sie ihn bis zum 4. Monat mäßig bewegen. Die Fontanelle ist noch nicht zugewachsen, die Gelenke noch nicht stabil, prägen Sie ihn auf sich, nicht auf andere Hunde. Zeigen Sie ihm die Welt neben oder hinter sich oder auf dem Arm….
    Alle Hunde, die unter meinen Fittichen und unter dem Schutz von Frauchen und Herrchen erwachsen wurden, sind hochsoziale, selbstsichere und gelassene Hunde, die bis ins hohe Alter keine Arthrose bekommen haben.
    Herzliche Grüße
    Inge Büttner-Vogt

  • pusteblume
    pusteblume
    schrieb am 16.06.2014

    Vielen Dank für ihren Rat!
    Wir gehen allerdings immer nur alle 2-3 Stunden raus die Geschäfte erledigen. Ich trage ihn auch hin und zurück. Deshalb ist er immer in unmittelbarer Nähe. Ich versuche auch, dass er seinem Schlafbedürfnis nachkommen kann. Er muss halt erstmal hier ankommen, sie haben Recht! es stimmt wirklich, er hat angefangen sich zu kratzen.
    Dann fahr ich das Programm am besten ganz runter und versuche unsere Bindung aufzubauen?
    Gerade eben hat er wieder den Maler angeknurrt, ich bin dann hin und habe ihn ihm gezeigt. Danach durfte der Maler ihn sogar streicheln und er hat ihn neugierig beschnuppert.
    Also soll ich lieber erst später in die Welpengruppe gehen?

  • Inge Büttner-Vogt
    Inge Büttner-Vogt (Hundetrainer)
    schrieb am 16.06.2014
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (2)

    Gern geschehen, vielen Dank für Ihre Antwort.
    Richtig, alles herunterfahren, Bindung aufbauen, ankommen lassen. Sie arbeiten in den
    ersten vier Monaten für die nächsten 14 Jahre. Lassen Sie sich und dem Hund Zeit. Zeigen Sie ihm alles unter Ihrem Schutz, mit dem Maler war super!
    Wenn Ihr Hund 4 Monate ist, ist er kein Welpe mehr. Mein Rat: Machen Sie den Hund erst an Ihrer Seite stabil und selbstsicher. Es lliegt in Ihrer Hand, den Hund auf sich zu prägen und mit ihm ein Team zu werden - besorgen Sie sich meine Bücher, da ist alles drin, was Sie für ein glückliches Hundeleben brauchen,
    danke und herzliche Grüße
    Inge Büttner-Vogt

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