Was tun, wenn Hund extrem geräuschempfindlich ist?

  
stefanie_balk schrieb am 28.10.2021   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage


Habe Baris mit 2 1/2 von einem Alkoholiker weggeholt, der ihn dolle misshandelt hat. Baris wird immer schlimmer mit Geräuschempfindlichkeit. Z.B.im TV fällt ein Glas runter, bestimmte andere Töne, Gewitter, Silvester sowieso. Er will dann die Wohnung auseinander nehmen, hyperventiliert und reagiert nicht auf ansprechen. Das schlimme ist, dass sich das ca. seit einem halben Jahr verschlimmert hat, kommt immer was neues dazu. Weiss nicht mehr weiter. Baris hat viele Baustellen durch die Misshandlungen. Aber das meiste habe ich schon hinbekommen da ich mit Hunden groß geworden bin und mich gut auskenne. Aber da weiß ich nicht mehr weiter, er geht kaputt daran.


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Antworten(1)
  • Kerstin Gebhardt
    Kerstin Gebhardt (Hundetrainer)
    schrieb am 30.10.2021
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo Frau Balk, danke für Ihre eMail. Ja, es ist schlimm, wenn man merkt, daß sich der Hund selbst in der eigenen Wohnung nicht mehr entspannen kann, weil auch dort Geräusche vorkommen, die ihm Angst machen. Wenn der Hund große Angst vor irgend etwas hat, gibt es den Hund, der nur weg will oder den anderen, der sich alles aus sicherer Entfernung anschaut und dann evtl. langsam an die "Gefahr" herangeht. Der Hund, der einmal für sich herausgefunden hat, weglaufen oder anders abreagieren bringt ihn weiter und reduziert die Angst bzw. den Stress wird es immer wieder so machen. In vielen Situationen, in denen der Hund diese Angst hat, wird Cortisol freigesetzt, was bis zu 1,5 Tage im Körper bleibt, wenn man es nicht abgebaut bekommt. Kommt in dieser Zeit noch weiteres für den Hund unangenehmes hinzu, kommt er in eine Endlosschleife und es werden später die kleinsten Geräusche zu einer Herausforderung und die Geräuschempfindlichkeit wird immer schlimmer. Um Cortisol abzubauen, sollten Sie versuchen, es innerhalb der ersten 5 - 20 min. zusammen mit Ihrem Hund abzubauen, z.B. durch eine wohltuende Massage, durch beruhigendes mit ihm zusammen atmen, manchmal hilft auch ein gefüllter Kong durch Lecken, Kauen etc. kann Stress reduziert werden. Dies gelingt allerdings nur, wenn Sie dabei sind. Wenn er allein ist und auch in Stress und Angst gerät und Sie kommen erst viel später dazu, dann gibt es keine Chance. Bitte ignorieren Sie Ihren Hund nicht in seiner Angst, sondern helfen Sie ihm dadurch zu kommen. Sollte dies innerhalb der nächsten 4 Wochen nicht helfen, suchen Sie bitte eine Ärztin/Arzt mit der Zusatzbezeichnung Verhaltenstherapie auf. Evtl. benötigt Ihr Hund zusätzlich auch Medikamente. Viel Erfolg!

    Viele Grüße aus Düsseldorf

    Kerstin Gebhardt
    Hundepsychologin/-trainerin
    www.kerstin-gebhardt.de

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