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  Brandenburg
Michaela880 schrieb am 15.12.2015   Brandenburg
Angaben zum Hund: Yorkshire-Mix, weiblich, kastriert, Alter über 5 Jahre

Hallo. Ich habe meinen Hund in einem Alter von ca. 6 Monaten "bekommen". Sie konnte weder an der Leine laufen, noch war sie stubenrein, kannte keine Autos, Straßen etc. Kurzum, sie war sehr ängstlich und misstrauisch. Konnte aber allein bleiben.
Nun sieht sie nicht mehr so gut und die Angst vor Geräuschen hat wieder extrem zugenommen. Vor allem bei Türenknallen, Straßenbahn, Autos (Lkw's), Gewitter und Feuerwerk sowieso.
Ich nehme sie bei lauten Geräuschen kurz an die Leine, um ihr zu zeigen, dass ich auf sie aufpasse, sie mir vertrauen kann. Bringt aber nicht viel. Der Fluchtinstinkt ist enorm.
Sie zittert wie verrückt und braucht ewig um sich zu beruhigen. Selbst Geräusche im Fernseher lösen bei ihr jetzt des Öfteren Panik aus.
Für die Silvestertage haben wir Adaptil besorgt. Damit haben wir in den letzten zwei Jahren gute Erfshrungen gemacht. Zumindest im Wohnbereich. Außerhalb leider auch nicht.
Ich frage mich, ob sie kein Vertrauen zu mir hat. Und wie ich daran arbeiten kann, dass sie weiß, dass ICH der Chef bin, nicht sie. Denn diese Rolle bekleidet sie leider auch gern. Woran ich natürlich nicht ganz unbeteiligt war/bin.
Nur wenn sie noch älter wird und noch schlechter sehen kann, oder irgendwann vielleicht gar nichts mehr, möchte ich, dass sie weiß, dass sie mir vertrauen kann.

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Antworten(1)

  • Sabine Kutschick
    Sabine Kutschick (Hundetrainer)
    schrieb am 15.12.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo, wenn sie sehr reizarm aufgewachsen ist, kann es sich um ein Deprivationssyndrom halten. Davon spricht man, wenn ein Lebewesen (Hund) in den ersten 20 Wochen sehr reizarm aufgewachsen ist und wenig kennengelernt hat. Oder hat sie außerdem noch schlechte Erfahrungen gemacht?
    Sie können trotzdem verschiedene Sachen versuchen, um ihrem Hund wenigstens ein klein wenig die Angst zu nehmen.
    Im Internet finden sie verschiedene Möglichkeiten, wo sie unterschiedliche Geräusche downloaden können. Diese können sie GANZ LEISE!!!! als Dauerschleife z.B. beim Frühstück oder anderen Situationen in denen alle entspannt sind, laufen lassen. Bitte beachten, für sie sollte es kaum hörbar sein, Hunde ein haben ein sehr viel besseres Gehör als wir Menschen! In dem Raum, in dem sie diese Geräusche abspielen, können sie auch noch einen Adaptilzerstäuber aufstellen. Damit haben sie, wie geschrieben, schon gute Erfahrungen gemacht. Bieten sie dem Hund eine "Höhle" an, in die sie sich zurückziehen kann. Bleiben sie ruhig, wenn sie ihre Angstattacken bekommt. Bedauern sie sie nicht, seien sie einfach nur da.
    Bevor sie spazieren gehen können sie unterschiedliche Dinge versuchen: Bachblüten rescue Tropfen oder Vetplus calmex. Auch ein Thundershirt gibt vielen Hunde draussen ein sichereres Gefühl. Führen sie Rituale ein. Z.B. du hast Angst, komme zu mir. Vermeiden sie unbedingt die kurze Leine, dies macht ihrer Hündin zusätzlich Stress. Wenn es für sie okay ist, hocken sie sich hin oder nehmen sie sie hoch. Vielleicht gelingt es ihnen, sie irgendwann mit etwas sehr leckerem zu "ködern", so dass sie ihre Ängste "wegfressen" kann. In solch einer extremen Angssituation müssen sie nicht den Chef" raushängen" lassen - seien sie vielmehr verläßlicher und vor allem souveräner Sozialpartner.
    Alles in allem werden sie sehr viel Geduld benötigen und müssen auch immer wieder mit Rückschlägen rechnen. Auch bei einem anfänglichen Erfolg kann sich ihr Angstverhalten im Alter immer wieder verstärkt zeigen.
    Ich würde ihnen trotz allem noch empfehlen, sich an einen auf Verhaltenstherapie spezialisierten Hundetrainer zu wenden.
    Möglicherweise könnten sie auch noch andere Dinge versuchen (Alternativverhalten, Entspannungstraining etc.) dieses kann man aber nur vor Ort beurteilen, je nach den gegebenen Möglichkeiten.
    Adressen von Hundetrainern finden Sie z.B auf den Seiten des BHV unter http://www.hundeschulen.de/

    Mit freundlichen Grüßen Sabine Kutschick

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