Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Sehr ängstliche Mischlingshündin

  Nordrhein-Westfalen
Elfmaniac schrieb am 18.09.2015   Nordrhein-Westfalen
Angaben zum Hund: Mischlinge bis 44 cm, weiblich, nicht kastriert, Alter 1-5 Jahre

Hallo,
unsere Mischlingshündin Pina ist jetzt etwa 1 Jahr alt. Sie wurde vermutlich bereits in Rumänien geboren und dann in eine Auffangstation gebracht von wo wir sie auch haben.
In der Zeit in der sie bei uns ist hat sie eigentlich keine traumatischen Erlebnisse mit anderen Hunden gehabt, jedoch zieht sie immer den Schwanz ein, wenn sie Artgenossen sieht, will nicht weitergehen und dreht sich nachdem man vorbeigegangen ist noch mehrmals um, bellt manchmal sogar nochmal nach, hat aber tierische Angst.
Bei Menschen ist es ähnlich. Einige mag sie auf Anhieb und einige kann sie nicht ausstehen - überwiegend dunkel gekleidete Männer.
Auch hat sie vor Geräuschen Angst, die plötzlich auftreten. Beispielsweise wenn es etwas stürmisch ist und Blätter vorbeiwehen, sie erschreckt sich so und macht einen Satz nach vorne, dass man die Leine wirklich gut festhalten muss.
Wenn sie sich an einen Menschen gewöhnt hat, dann ist sie super lieb und verspielt und unheimlich verschmust.
Es gibt eine Hündin mit der sie häufig zusammen ist und mit der sie sich sehr gut versteht, sie ist etwa 13 Jahre alt und die Kleine knabbert ihr, fast seit dem ersten Tag an dem sich die beiden kennengelernt haben, hin und wieder an den Ohren rum. Was auch leider nicht aufhört.
Ziemlich viel auf einmal, aber ich hoffe ihr könnt mir wenigstens einige ihrer Verhaltensweisen erklären.
Wir versuchen immer gelassen zu sein und ruhig zu sein, wenn uns jemand mit einem anderen Hund entgegenkommt, aber sie reagiert immer gleich. Sie hat sich auch nie freiwillig in diese Welpenhaltung fallen und sich beschnuppern lassen. Sie ist einfach so unglaublich ängstlich aber ich liebe die kleine Maus einfach und möchte, dass sie versteht, dass andere Hunde ganz und gar nicht böse sind.

Danke für eure Hilfe!

Liebe Grüße,

Lisa

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Antworten(1)

  • Gabriele Holz
    Gabriele Holz (Hundetrainer)
    schrieb am 24.09.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo Lisa,

    die Auffangstation war mit Sicherheit ein traumatisches Erlebnis, dass Ihre Hündin in der äußerst wichtigen Zeit sehr geprägt hat.

    Sie sollten auf jeden Fall an der Selbstsicherheit Ihrer Hündin arbeiten. Stellen Sie Ihr Aufgaben, die sie bewältigen muss und kann. Fährtentraining und Mantrailing bieten sich hier sehr gut an, aber auch Übungen zur Körperwahrnehmung im Sinne von Linda Tellington Jones, z.B. eine Leiter auf den Boden legen und die Hünin langsam darüber steigen zu lassen, oder einen Slalomparcours eng aufbauen, damit die Hündin sich winden muss und sich damit spürt. Auch dieser wird langsam durchgangen.

    Weiterhin können Ihr Massagen ihr gut tun, zum einen über Akkupressurpunkte, zum anderen zum Bindungsaufbau zwischen Ihnen und Ihrem Hund und wiederum zur Körperwahrnehmung.

    Dann sollten Sie an Ihrer Körpersprache arbeiten. Auch wenn Sie andere Menschen (zum Glück) und Hund nicht als gefährlich einstufen, so sollten Sie die Ängste Ihrer Hündin ernst nehmen und sie in diesem Momenten abschirmen. Geben Sie ihr das Gefühl, dass Sie nicht von anderen Hunden belästigt wird, solange sie das nicht möchte. Geben Sie ihr aber auch die Möglichkeit diesen Kontakt von ihr aus herzustellen.

    Wenn Sie die Möglichkeit haben, lassen Sie Ihre Hündin frei und bitten Sie den anderen Hundebesitzer seinen Hund an der Leine zu lassen. Damit wird sichergestellt, dass der andere Hund nicht aufdringlich wird und die Situation außer Kontrolle gerät, Ihre Hündin jedoch die Möglichkeit bekommt, sich in dem Tempo anzunähern, das sie für richtig hält.

    Fangen Sie an zu clickern. Belohnen Sie Ihre Hündin mit dem Clicker für das Verhalten, das Ihnen gut gefällt. Sie können dadurch Ihre Hündin auch durch Situationen führen, die Ihre Hündin ängstigen, denn ein Clicker und damit die Ansage, was man tun kann oder die Chance sich auf etwas zu konzentrieren, können helfen, Ängste zu vernachlässigen.

    Das Anknabbern der Ohren kommt aus einem freundlichen sozialen Kontext. heraus und soll die Zuneigung zeigen. Wie empfindet es denn die andere Hündin? Kommt es dadurch zu Verletzungen oder Entzündungen? Wenn aber alles im grünen Bereich ist, dann sollten die Hunde das unter sich ausmachen.

    Herzlichst
    Ihre Gabriele Holz

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