Wie lernt Welpe Beißhemmung?

  
Kimi-2022 schrieb am 12.07.2022   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage

Hallo,


ich habe einen 11 Wochen alten Shiba-Inu. Er beißt ständig in alles wie Beine, Hände, Schuhe, Einrichtungsgegenstände usw.. Er reagiert auf "Nein" oder "Aus" kaum und knurrt dann, wenn er seinen Willen nicht bekommt. Eigentlich wird ja vom sogenannten "Schnauzgriff" abgeraten, aber ich komme so nicht weiter. Ich habe kleine Enkelkinder, somit geht das Beißen in Kleidung und Körperteile überhaupt nicht, da sie dann schreien und weinen! Habe mein ganzes Leben schon Hunde, aber so extrem war es bisher bei keinem meiner Hunde.

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Antworten(2)

  • Cian Lösch
    Cian Lösch (Hundetrainer)
    schrieb am 16.07.2022
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    (0)

    Ihr Hund hat einen Grund für sein Verhalten und den gilt es herauszufinden. Es ist keineswegs ein Kampf und vom Schnauzengriff oder irgendwelchen anderen Maßnahmen wie auf dem Boden fixieren etc. müssen Sie dringend absehen. Das schadet Ihrem Hund und dem Vertrauen und der Bindung zu Ihnen!
    Ihr Hund muss erst verstehen lernen, was Sie mit "aus" etc. überhaupt meinen.
    Bei sozialen Interaktionen hilft es, wenn Sie der Puffer zwischen dem Hundekind und den Enkelkindern sind. So können Sie die Situation kontrollieren und entspannen.
    Ein gutes Miteinander muss erst noch gelernt werden.
    Können Schmerzen ausgeschlossen werden? Die sind nämlich oft ein Grund für "aggressives" Verhalten.
    Wie lange ist er schon bei Ihnen? Mit 11 Wochen vermutlich eher seit überschauberer Zeit.

    Versuchen Sie den Beruhigungsgriff anzuwenden. Sie halten die Brust des Hundes mit der flachen Hand und atmen Sie tief ein und aus. Mit jedem Atemzug gehen Sie selbst in die Entspannung, die sich auf Ihren Hund überträgt.
    Sorgen Sie dafür, dass die Grenzen des Hundes als auch der Menschenkinder gewahrt werden. Was geschieht bevor es eskaliert? Da sollten Sie ansetzen und die Situation entspannen.
    Ich vermute, Ihr Hund ist einfach mit den Reizen überfordert und kann sie schlecht verarbeiten, wenn es zuviel ist. Er fühlt sich missverstanden und daher entsteht der Eindruck, er würde "seinen Willen durchsetzen wollen". Das ist ein alter Mythos und gehört zur längst widerlegten Dominanztheorie.

    Es gibt für mich hier einige grundsätzliche Fragen zu klären:
    - Hat Ihr Welpe genügend Ruhe bzw. einen Rückzugsort ohne Zutritt der Enkelkinder
    - Wie ist die Herkunft des Welpen
    - Enthält das Futter Getreide? Das kann ein solches Verhalten begünstigen.
    - Respektieren die Kinder seine Grenzen?

    Das sind alles wichtige Punkte, die Sie bedenken sollten.

    Wie ist die emotionale Beziehung zu Ihrem Hund? Ist sie stabil? Ich hatte im Training ähnliche Fälle und bei genauerer Betrachtung der Familiensituation sind die Verhaltensweisen immer dann aufgetreten, wenn die Bindung gestört war und der Hund sich z.B. abgelehnt gefühlt hat oder auch die Familienmitglieder untereinander ein Thema hatten, dass der Hund nach außen getragen hat.

    Versuchen Sie, sich in ihn hineinzuversetzen. Wie würden Sie handeln, wenn es kein Hund sondern ein Menschenkind wäre? Menschen und Hunde teilen dieselben Emotionen, das kann die moderne Wolfs- und Hundeforschung bereits bestätigen.
    Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl und auf Ihr Herz.

    Ich empfehle Ihnen einen Hundetrainer vor Ort hinzuzuziehen, der aus Hundesicht und dementsprechend gewaltfrei und positiv arbeitet. Er solle Ihnen helfen, die Kommunikation mit Ihrem Hund zu verbessern, damit Ihr Hund im Einklang mit der Familie gut entwickeln kann.

    Jede Erziehung geht über eine gute Beziehung. Darin liegt Ihr Schlüssel zur Lösung.

    Liebe Grüße,
    Cian

  • Cian Lösch
    Cian Lösch (Hundetrainer)
    schrieb am 16.07.2022
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Ergänzend muss ich noch hinzufügen: Es ist ein Welpe! Ihr neues Familienmitglied muss doch erst mal den Umzug und diedamit verbundenen Umstellungen verarbeiten.
    Für mich fühlt es sich so an, dass Ihr Welpe mit den neuen Reizen einfach überfordert ist. Er braucht viel Ruhe und muss liebevoll in die Familie integriert werden.
    Die Enkelkinder müssen erstmal einen richtigen Umgang mit dem Hundekind lernen.
    Und zwar in Ruhe und und mit viel Liebe und Geduld.

    Ein guter, aus Hundesicht arbeitender Hundetrainer kann Ihnen entweder vor Ort oder auch mit einem individuellen Onlinetraining dabei zur Seite stehen.

    Viele Grüße,
    Cian Lösch

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