Was tun, bei problematischen Begegnungen an der Leine?

  
harsigi schrieb am 18.01.2021   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage

Guten Tag


danke, dass wir Ihnen unsere kleinen Sorgen mitteilen dürfen.


Wir haben seit 40 Jahren Rauhaardackel, aber unser Neuzugang (Enko, 6 Monate) überrascht uns mit Verhaltensweisen, die wir bis dato nicht kannten.
Allgemein handelt es sich um einen sehr aufmerksamen, lieben und uns und den Enkeln gegenüber niemals aggressiven großen Dackel (11 kg). Er bekommt seine Streicheleinheiten, darf wenn wir es wollen auf das Sofa, kann einige Befehle recht gut umsetzen, ist an seine Box gewöhnt, in der er bei uns im Schlafzimmer schlafen darf.


Problematisch ist der Begegnungsverkehr draußen an der Leine. Menschen, wenn er sie bemerkt, werden erstmal angeknurrt und er geht in die Leine. Heftiger wird es, wenn er Artgenossen oder Katzen sieht. Er geht heftig in die Leine, knurrt, bellt und fiept und will unbedingt da hin. Auch wenn ihm die Tiere bereits bekannt sind, wiederholt sich das. Beruhigen, sich zum Schutz vor ihn hinstellen, Leckerlies, plötzliches Abwenden und Richtungsänderung wird deutlich mit Unmut quittiert, bis das andere Tier verschwindet.


Was läuft hier falsch? Wollen wir doch als Camper einen verträglichen Dackel.


Noch ein Hinweis: Enko kommt mindestens einmal die Woche mit Hunden verschiedenen Alters zusammen. Wir gehen dann ohne Leine in den Wald und alles läuft gut . Er schaut immer wo wir bleiben und den angeborenen Jagdtrieb konnten wir noch nicht erkennen. Seit einer Woche kommt hinzu, das Enko auf dem Gassi stehen bleibt und erst mal nicht mehr mit will. Er hat offensichtlich keine körperlichen Probleme, waren wir doch erst kürzlich beim Tierarzt.


Für einen Tipp oder auch mehrere vom Profi wären wir sehr dankbar.


Viele Grüße Harry

Vielen Dank für die Meldung dieses Beitrages. Wir werden Deine Nachricht schnellst möglich prüfen!
Sie werden nun bei neuen Antworten benachrichtigt!
Sie werden nicht mehr bei neuen Antworten benachrichtigt!

Antworten(1)

  • Inge Büttner-Vogt
    Inge Büttner-Vogt (Hundetrainer)
    schrieb am 21.01.2021
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Guten Tag,
    Enko vertraut Ihnen noch nicht. Führen Sie ihn an einer Ausziehleine? Muss er weit vorne Entscheidungen treffen? Denken Sie daran, dass er jetzt in die Pubertät kommt/ist.
    Bitte gehen Sie niemals direkt auf einen Hund oder einen Menschen Bauen Sie Vertrauen auf: Ab sofort führen Sie: Der Hund geht an der Leine HINTER Ihren Füßen.
    zu. Meistens liegt es am fehlenden Vertrauen zu uns, wenn der Hund an der Leine pampt. Beginnen Sie Ihren Hund zu beschützen und zu führen. Hunde versuchen alles „weg zu bellen“ oder zu fliehen, wenn sie uns nicht zutrauen, mit der Situation klar zu kommen.
    Ihrem Hund Sicherheit, indem Sie ihn immer beschützen. Schutz gibt es in allen Strukturen mit Eltern, Lehrern und Chefs – die guten machen uns sicher und gelassen, wir wissen, was wir tun sollen.
    Fremde fassen Ihren Hund vorerst nicht an und Sie vermeiden es, dass der Mensch Ihren Hund ansieht. Sie gehen Bogen und Kreise und lassen Ihrem Hund Zeit, sich – unter Ihren Schutz und an der Leine – in Ruhe anzunähern. Grundsätzlich ist Ihr Hund HINTER Ihren Füßen und wichtig: IHR KÖRPER IST OHNE AUSNAHME IMMER DAZWISCHEN!!!! Eine Hund an Hund oder eine Leinen-Begegnung geht grundsätzlich schief. Gehen Sie auch in die andere Richtung und nehmen Sie den Blickkontakt heraus. Bleiben Sie in Bewegung und lassen Sie ihn nicht am Rand sitzen oder stellen sich vor ihn, das baut unnötig Stress auf.
    Er sollte nichts mehr zu „erledigen“ haben – Sie führen und geben Richtung und Verhalten an.
    Bei Ihnen ist es vielleicht auch das Problem, dass Sie zu lange in die Situation hineingehen. Rufen Sie früher ab, leinen Sie früher an, seien Sie immer vorausschauend und ein bisschen fixer als Ihr Hund.
    Nehmen Sie Menschen, die Ihnen entgegenkommen, als „Übung“. Zeigen Sie Ihrem Hund, dass sie seine Furcht ernstnehmen. Genauso gehen Sie an unbekannte Dinge heran – umkreisen Sie sie unter Ihrem Schutz, mit Ihrem Körper dazwischen (!!!!!) gern ein Leckerchen, wenn es klappt – lassen Sie sich bitte viel Zeit, nicht nur „probieren“.
    Nach einer Weile wird Ihr Hund schon selbst an Ihre andere Seite gehen, weil er sich dort wohl fühlt und auf Ihren Schutz vertraut – das ist für Sie ein tolles Gefühl!
    Es wäre auch toll, wenn Sie nicht nur „Gassi-gehen“, sondern Ihren Hund geistig trainieren und beschäftigen, damit er sich nicht langweilt. Hierzu finden Sie alles auf meiner
    Homepage: www.hundimedia.de (zur Zeit im Aufbau, siehe Ratgeber)
    viele Grüße
    Inge Büttner-Vogt

Möchtest Du auch einen Ratschlag zu Deiner Erziehungsfrage?
Dann stell jetzt eine eigene Frage!

Neue Frage stellen

Bitte hier einloggen, um auf die Frage zu antworten.

Weitere Fragen zu diesem Thema:

Warum ist Hund nur an Leine aggressiv?

Hallo,

wenn mein Hund andere Hunde sieht, dann wird er

... mehr

Pöbeln an der Leine durch schlechte Erfahrungen?

Guten Morgen,

unser 1,5 Jahre alter Cane Corso pöbelt an

... mehr

Wie vermeide ich Leinenaggression?

Mein Chiko ist an der Leine sehr auf Zug aus (er kommt aus

... mehr

Warum ist Junghund plötzlich agressiv an Leine?

Ich habe eine 11 Monate alte Vizsla Hündin. Sie ist grundsätzlich

... mehr