Was tun bei Leinenaggression?

  
simone.gellinek schrieb am 14.01.2022   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage


Hallo,
unser 2 jähriger (intakter) Rüde pöbelt bei Spaziergängen an der Leine mit lautem, tiefen, aggressivem Bellen. Dabei ist es egal, ob Rüde oder Hündin. Er beruhigt sich sofort wieder, sobald wir vorbei gegangen sind. Ansonsten ist er in der Hundeschule im Freilauf mit allen (teils 20 Hunden) verträglich. Auch an der Leine pöbelt er in der Hundeschule nicht. Wir können ihn nicht ableinen, da er einen starken Jagdtrieb hat und dann nicht mehr abrufbar ist. Bruno ist ein Mischling aus vermutlich franz. Bretonen und Golden Retriever / Kokoni (griechischer, kleiner Hund). Als junger Hund ist er zweimal von anderen Hunden attackiert worden, aber nicht verletzt worden. Er war aber sichtlich schockiert (zitterte und Analdrüsen geleert). Haben Sie Tipps für uns? Herzlichen Dank! Simone G.


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Antworten(1)

  • Inge Büttner-Vogt
    Inge Büttner-Vogt (Hundetrainer)
    schrieb am 17.01.2022
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (3)


    Guten Abend.
    ab sofort führen Sie: Der Hund geht an der Leine HINTER Ihren Füßen und unbedingt an der ABGEWANDTEN Seite!!!!
    Meistens liegt es am fehlenden Vertrauen zu uns, wenn der Hund an der Leine pampt. Beginnen Sie Ihren Hund zu beschützen und zu führen. Hunde versuchen alles „weg zu bellen“ , wenn sie uns nicht zutrauen, mit der Situation klarzukommen.
    Geben Sie Ihrem Hund Sicherheit, indem Sie ihn immer beschützen. Schutz gibt es in allen Strukturen mit Eltern, Lehrern und Chefs – die guten machen uns sicher und gelassen, wir wissen, was wir tun sollen.
    Fremde fassen Ihren Hund nicht an und Sie vermeiden es, dass ein Mensch Ihren Hund ansieht. Sie gehen Bogen und Kreise und lassen Ihrem Hund Zeit, sich – unter Ihren Schutz und an der Leine – in Ruhe anzunähern. Grundsätzlich ist Ihr Hund HINTER Ihren Füßen und wichtig: IHR KÖRPER IST OHNE AUSNAHME IMMER DAZWISCHEN!!!! Eine Hund an Hund oder eine Leinen-Begegnung geht grundsätzlich schief. Gehen Sie auch in die andere Richtung und nehmen Sie den Blickkontakt heraus. Bleiben Sie in Bewegung und lassen Sie ihn nicht am Rand sitzen und beugen Sie sich nicht über ihn, das baut unnötig Stress auf.
    Er sollte nichts mehr zu „erledigen“ haben – Sie führen und geben Richtung und Verhalten an.
    Bei Ihnen ist es vielleicht auch das Problem, dass Sie zu lange in die Situation hineingehen. Rufen Sie früher ab, leinen Sie früher an, seien Sie immer vorausschauend und ein bisschen fixer als Ihr Hund.
    Nehmen Sie Menschen, die Ihnen entgegenkommen, als „Übung“. Zeigen Sie Ihrem Hund, dass sie seine Furcht ernstnehmen. Genauso gehen Sie an unbekannte Dinge heran – umkreisen Sie sie unter Ihrem Schutz, mit Ihrem Körper dazwischen (!!!!!) gern ein Leckerchen, wenn es klappt – lassen Sie sich bitte viel Zeit, nicht nur „probieren“.
    Nach einer Weile wird Ihr Hund schon selbst an Ihre andere Seite gehen, weil er sich dort wohl fühlt und auf Ihren Schutz vertraut – das ist für Sie ein tolles Gefühl!
    Es wäre auch toll, wenn Sie nicht nur „Gassi-gehen“, sondern Ihren Hund geistig trainieren und beschäftigen, damit er sich nicht langweilt.
    Viele Grüße
    Inge Büttner-Vogt
    www.hundimedia.de

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