Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Menschen fixieren

  Schleswig-Holstein
Franzi-Sammy schrieb am 12.04.2016   Schleswig-Holstein
Angaben zum Hund: Mischlinge ab 45 cm, männlich, kastriert, Alter 1-5 Jahre

Hallo,

Unser Sammy ist ein Mix aus Fila Brasileiro, Polinscher Bracke und Rhodesian Ridgeback geb. Am 28.03.2015
Sammy mag keine Fremde Menschen, anfassen dürfen ihn nur Menschen die er näher kennt.
Draußen fiexiert er fast jeden ,ohne Ablenkung würde er auch auf die Menschen los preschen und sie anbellen! Ich vermute eher das es unsicherheit ist, hält jemand fremdes die Hand hin bellt er los und weicht nach hinten, geht aber auch wieder einen schritt nach vorn.
Ihn aus der Situation raus zu holen ist sehr schwierig, Ablenkung funktioniert dann nicht mehr.
Zu hause Bellt er auch Fremden besuch auch an! Und ist der besuch im Wohnzimmer bevor er drin ist, traut er sich kurze zeit nicht rein und brauch ein wenig zeit um sich sicher zu fühlen.
Da er sehr groß ist, Ca 75 cm schulterhöhe und 53 kg haben natürlich viele auch angst vor ihm.
Ihn hinter mir zu schieben, um sicherheit zu geben, ist dadurch natürlich auch nicht so einfach! Wenn 53 kg sich weigern, ist das nicht so einfach.

Vielleicht haben sie ja einen Rat! Ablenken funktioniert nur veim fiexern

Lg Franziska

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Antworten(1)

  • Gabriele Holz
    Gabriele Holz (Hundetrainer)
    schrieb am 13.04.2016
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo Franziska,

    ich selbst habe auch einen Doggenrüden (64 kg) und gebe Ihnen recht, dass ein solches Kaliber sich nicht einfach wegschieben lässt.

    So wie Sie es beschreiben, würde ich auch auf Unsicherheit tippen. Deswegen müssen Sie neben dem Problemtraining auch unbedingt am Selbstbewusstsein arbeiten.

    Ablenken in diesen Situationen ist leider nur die halbe Miete, denn Ihr Hund soll sich ja mit dem angsteinflößenden Reiz auseinander setzen. Wir empfehlen daher folgendes:

    Zurzeit haben wir in unserer Hundeschule große Erfolge mit einer neuen Strategie. Wir bringen den Hunden bei, den Blick wieder abwenden zu können. Zuerst bringen wir unseren Hunden ein Markerwort bei. Ein Markerwort ist ein Wort, das in unserem Sprachgebrauch nicht häufig vorkommt, z.B. "Click". Das Markerwort trainieren wir wie einen Clicker auf. Dazu nehmen wir uns eine Schüssel mit Leckerlis und sprechen unser Markerwort aus und geben innerhalb einer Sekunde das Leckerli. Nach ca. 30 Wiederholungen müsste der Hund das Wort mit dem Leckerli verbunden haben. Ob dies der Fall ist können Sie einfach überprüfen. Sagen Sie Ihr Markerwort einmal wenn Ihr Hund nicht aufmerksam ist, aber auch nicht unbedingt wahnsinnig abgelenkt ist. Wendet er den Kopf und "fragt" nach dem Leckerli hat er das Wort richtig verknüpft.
    Dann beginnt das eigentliche Training. Wir beginnen in einer Entfernung, in der die Hunde bereits den angsteinflößenden Reiz ansehen, aber noch ansprechbar sind. Dann loben wir die Hunde für "den Blick" und belohnen sie bei uns. Um das Leckerchen zu bekommen, müssen die Hunde den Blick wieder abwenden. Wir verlangen kein "Guck", sondern loben den Hund mit einem "Markerwort z.B. Click" und belohnen bei uns. Da wir hinter dem Hund stehen, muss er den Kopf abwenden um das Leckerchen abzuholen. Dadurch trainieren wir zusätzlich das Muskelgedächtnis. Dann lassen wir wieder den angsteinflößenden Reiz ansehen und loben wieder und belohnen wieder bei uns. Der Hund lernt nun, sich mit dem angsteinflößenden Reiz auseinander zusetzen und er lernt, dass man schauen kann und wegschauen kann. Hat er dieses System begriffen, geben wir das Markerwort nur noch für das selbständige Wegsehen. Dann kann an der Entfernung gearbeitet werden. Die Distanz richtet sich danach, wie lange der Hund noch ansprechbar ist. Das ideale Training ist, wenn wir die Situationen so gestalten, dass der Hund diese gerade noch bewältigen kann.

    Dieses Training eignet sich vor allem für draußen mit fremden Menschen. Denn da können Sie die Distanz selbst bestimmen und niemand braucht sich Ihrem Hund zu nähern oder ihn gar anzufassen. Kommen Ihnen Leute entgegen, dann schaffen Sie die Distanz, die Ihr Hund braucht durch einen Bogen, den Sie gehen.

    Zuhause würde ich ihm einen Rückzugsort anbieten. Dies kann z.B. eine Hundebox sein oder auch ein Kissen in einem anderen Zimmer. bitten Sie auch hier Ihren Besuch, den Hund einfach zu ignorieren. Lässt er die Menschen erst gar nicht in die Wohnung, dann schicken Sie ihn auf seinen Platz oder in seine Box.

    "Gehe auf Deinen Platz und verweile dort, bis ich Dir erlaube wieder aufzustehen" ist sowieso immer mal wieder eine gute Übung. Sie sollte unter jeglicher Ablenkung funktionieren. Ein Rückzugsort, bzw. insbesondere eine Hundebox kann auch Sicherheit vermitteln.

    Achten Sie auf Ihren Hund. Bestimmt gibt es noch mehr Situationen, die ihm Angst machen. Wann immer es möglich ist, klären Sie diese Situationen deutlich für Ihren Hund. Setzten Sie ihn ab, gehen Sie auf den angstauslösenden Reiz zu, fassen Sie diesen an, wenn es sich um tote Gegenstände handelt lässt sich das auch sehr schön mit einem Draufschlagen verdeutlichen. Kehren Sie dann zu Ihrem Hund zurück mit der Sicherheit, diese "Gefahr" besiegt zu haben. Möchte Ihr Hund dann noch kontrollieren, kann er das gerne tun und wird dafür belohnt. Oftmals sehen die Hunde dies aber dann als erledigt an und können daran vorbei gehen.

    Für Rückfragen stehe ich Ihnen noch gerne zur Verfügung.

    Herzlichst
    Ihre Gabriele Holz
    www.wolf-inside.de


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