Hund ist unberechenbar und aggressiv gegenüber Menschen, was tun?

  
a.ndrea schrieb am 14.11.2022   
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Hallo! Mein Hund ist ein fast 2,5 Jahre alter, männlicher Königspudel, der seit dem Welpenalter in den besten Händen aufgewachsen ist & erzogen wurde. Er ist super lieb & freundlich, Fremden gegenüber (nach seiner Pudel-Natur) eher zurückhaltend, aber trotzdem lieb. Er ist ein eher ängstlicher Hund. Nun ist es so, dass er beim Spazierengehen immer unberechenbar ist. Egal, ob es junge-alte, dicke-dünne, männliche-weibliche, zu Fuß gehende-radfahrende Personen sind; ihm sind 20 Personen komplett egal, er macht sein Ding weiter, schaut sie eventuell kurz an oder achtet gar nicht auf sie, ABER dann bei der 21. Person flippt er komplett aus. Er schaut die Person an, bleibt starr stehen, will plötzlich auf sie losstarten und bellt wie verrückt - wobei dieser Vorgang innerhalb von 1-2 Sekunden passiert und somit noch schwerer zu händeln ist. Ich kann ihn dann immer mit Hilfe der Leine zurückhalten, aber er lässt sich nicht beruhigen und hängt quasi in der Leine drin, bis die Person einige Meter weit weg ist. Es ist dabei auch egal, ob die Person direkt an uns vorbeigehen würde oder auf der anderen Straßenseite ist.


Ich dachte, dass er Angst vor den Personen hat bzw. das diese Personen irgendwas an sich haben, das ihm Angst macht und er dann aggressiv reagiert als Verteidigung. Leider habe ich gestern nicht schnell genug reagiert und er hat einen vorbeijoggenden Jungen (ca. 15 Jahre) gezwickt. Ich dachte bis gestern nicht, dass er den Personen wirklich etwas antun würde, sondern sie „nur“ vertreiben will. Was kann ich tun? Ich bin verzweifelt. Andrea

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Antworten(1)
  • Inge Büttner-Vogt
    Inge Büttner-Vogt (Hundetrainer)
    schrieb am 15.11.2022
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (5)

    Guten Tag,
    vermutlich führen Sie an der falschen Seite, sonst hätte er nicht zwicken können.
    Ab sofort führen Sie: Der Hund geht an der kurzen Leine HINTER Ihren Füßen und an Ihrer zum Ereignis abgewandten Seite.
    Meistens liegt es am fehlenden Vertrauen zu uns, wenn der Hund an der Leine pampt. Beginnen Sie Ihren Hund zu beschützen und zu führen. Hunde versuchen alles „weg zu beißen“, wenn sie uns nicht zutrauen, mit der Situation klarzukommen.
    Geben Sie Ihrem Hund Sicherheit. Hunde brauchen Regeln und Rituale, die Sie festlegen und durchsetzen. Dann fühlt sich ein Hund gut, weil er weiß, dass er sich auf uns verlassen kann. Schutz gibt es in allen Strukturen mit Eltern, Lehrern und Chefs – die guten machen uns sicher und gelassen, wir wissen, was wir tun sollen.
    Fremde fassen Ihren Hund nicht an und Sie vermeiden es, dass ein Mensch Ihren Hund ansieht. Sie gehen Bogen und Kreise und lassen Ihrem Hund Zeit, sich – unter Ihren Schutz und an der Leine – in Ruhe anzunähern. Grundsätzlich ist Ihr Hund HINTER Ihren Füßen und wichtig: IHR KÖRPER IST OHNE AUSNAHME IMMER DAZWISCHEN!!!! Eine Hund an Hund oder eine Leinen-Begegnung gehen grundsätzlich schief. Gehen Sie auch in die andere Richtung und nehmen Sie den Blickkontakt heraus. Bleiben Sie in Bewegung und lassen Sie ihn nicht am Rand sitzen und beugen Sie sich nicht über ihn, das baut unnötig Stress auf.
    Er sollte nichts mehr zu „erledigen“ haben – Sie führen und geben Richtung und Verhalten an.
    Bei Ihnen ist es vielleicht auch das Problem, dass Sie zu lange in die Situation hineingehen. Rufen Sie früher ab, leinen Sie früher an, seien Sie immer vorausschauend und ein bisschen fixer als Ihr Hund.
    Nehmen Sie Menschen, die Ihnen entgegenkommen, als „Übung“. Zeigen Sie Ihrem Hund, dass sie seine Furcht/Unsicherheit ernstnehmen. Genauso gehen Sie an unbekannte Dinge heran – umkreisen Sie sie unter Ihrem Schutz, mit Ihrem Körper dazwischen (!!!!!) gern ein Leckerchen, wenn es klappt – lassen Sie sich bitte viel Zeit, nicht nur „probieren“.
    Nach einer Weile wird Ihr Hund schon selbst an Ihre andere Seite gehen, weil er sich dort wohl fühlt und auf Ihren Schutz vertraut – das ist für Sie ein tolles Gefühl!
    Es wäre auch toll, wenn Sie nicht nur „Gassi-gehen“, sondern Ihren Hund geistig trainieren und beschäftigen, damit er sich nicht langweilt.
    Viele Grüße
    Inge Büttner-Vogt
    www.hundimedia.de

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