Besteht Gefahr für Katze?

Aggressivität ❯ Gegenüber anderen Tieren
Simone0 schrieb am 28.06.2022
Wir haben uns vor 3 Wochen einen Hund vom Tierheim geholt. Er ist ziemlich groß, Mastino-Tosa Inu Mix.

Mein Freund hat eine Katze, die schon vorher da war, ca. 3 Jahre.

Manchmal jagt er sie knurrend und bellend vom Garten, manchmal kann sie 30 cm bei ihm vorbeigehen. Am ersten Tag hat er sie angeknurrt. Wenn jemand dabei ist, macht er nichts und sieht sie auch gar nicht an, dreht seinen Kopf weg. Wenn er sich unbeobachtet fühlt, dann jagt er sie.

Mein Freund hat Angst, dass er sie dann doch mal schnappen könnte. Bei einer Hundebegegnung hat er gewartet bis der andere Hund greifbar nah war und hat dann nach ihm geschnappt und das mit einem lautem Bellen.

Wir können es schwer einschätzen, ob das jemals gut gehen kann. Sollte ich es mit Wasser versuchen? Danke und liebe Grüße
1 Antwort
Guten Tag,
diese Mischung ist nicht einfach, hier sollten Sie sehr konsequent führen und nie wieder auf einen anderen Hund zugehen!
Ab sofort führen Sie: Der Hund geht an der kurzen Leine HINTER Ihren Füßen und an Ihrer zum Ereignis abgewandten Seite.
Meistens liegt es am fehlenden Vertrauen zu uns, wenn der Hund an der Leine pampt. Beginnen Sie Ihren Hund zu beschützen und zu führen. Hunde versuchen alles „weg zu bellen“ , wenn sie uns nicht zutrauen, mit der Situation klarzukommen.
Geben Sie Ihrem Hund Sicherheit, indem Sie ihn immer beschützen. Schutz gibt es in allen Strukturen mit Eltern, Lehrern und Chefs – die guten machen uns sicher und gelassen, wir wissen, was wir tun sollen.
Fremde fassen Ihren Hund nicht an und Sie vermeiden es, dass ein Mensch Ihren Hund ansieht. Sie gehen Bogen und Kreise und lassen Ihrem Hund Zeit, sich – unter Ihren Schutz und an der Leine – in Ruhe anzunähern. Grundsätzlich ist Ihr Hund HINTER Ihren Füßen und wichtig: IHR KÖRPER IST OHNE AUSNAHME IMMER DAZWISCHEN!!!! Eine Hund an Hund oder eine Leinen-Begegnung gehen grundsätzlich schief. Gehen Sie auch in die andere Richtung und nehmen Sie den Blickkontakt heraus. Bleiben Sie in Bewegung und lassen Sie ihn nicht am Rand sitzen und beugen Sie sich nicht über ihn, das baut unnötig Stress auf.
Er sollte nichts mehr zu „erledigen“ haben – Sie führen und geben Richtung und Verhalten an.
Bei Ihnen ist es vielleicht auch das Problem, dass Sie zu lange in die Situation hineingehen. Rufen Sie früher ab, leinen Sie früher an, seien Sie immer vorausschauend und ein bisschen fixer als Ihr Hund.
Nehmen Sie Menschen, die Ihnen entgegenkommen, als „Übung“. Zeigen Sie Ihrem Hund, dass sie seine Furcht/Unsicherheit ernstnehmen. Genauso gehen Sie an unbekannte Dinge heran – umkreisen Sie sie unter Ihrem Schutz, mit Ihrem Körper dazwischen (!!!!!) gern ein Leckerchen, wenn es klappt – lassen Sie sich bitte viel Zeit, nicht nur „probieren“.
Nach einer Weile wird Ihr Hund schon selbst an Ihre andere Seite gehen, weil er sich dort wohl fühlt und auf Ihren Schutz vertraut – das ist für Sie ein tolles Gefühl!
Es wäre auch toll, wenn Sie nicht nur „Gassi-gehen“, sondern Ihren Hund geistig trainieren und beschäftigen, damit er sich nicht langweilt.

Zur Katze:
Hier ist Vorsicht geboten! Sie sollten auf jeden Fall vermeiden, dass die beiden allein sind, das könnte gefährlich werden. Wasser wird nichts nützen, da er ja nichts macht, wenn Sie dabei sind. Schützen Sie auf jeden Fall die Katze!
Viele Grüße
Inge Büttner-Vogt
www.hundimedia.de
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