Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Alleine bleiben

  Mecklenburg-Vorpommern
Franzi21 schrieb am 02.03.2017   Mecklenburg-Vorpommern
Angaben zum Hund: Fanzösische bulldogge, männlich, nicht kastriert, Alter 6-12 Monate

Hallo wie briege ich meinen welpen das allein sein bei wir haben ihn jetzt seit 6 wochen er ist mittlerweile stubenrein

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Antworten(2)

  • Marina Krieg
    Marina Krieg (Hundetrainer)
    schrieb am 03.03.2017
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo,

    Hunde sind sozial lebende Tiere, bei denen Alleinsein nicht zum Normalverhalten gehört. Dies sollte demnach gut gelernt werden und bedarf Training. Gerade bei Welpen kann das Allein lassen Todesangst auslösen.
    Während der Trainingsphasen sollte sichergestellt werden, dass der Hund nicht allein bleiben muss (Betreuung durch Familie, Freunde, Hundesitter etc.), damit das bisherige Training nicht umsonst ist oder sich die Angst verstärkt.
    Zunächst entfernt man sich nur kurz (ein paar Sekunden) aus dem Zimmer und kommt kommentarlos wieder zurück. Wenn der Hund dabei entspannt liegen geblieben ist, kann die Zeit schrittweise verlängert bzw. auch mal die Tür kurz geschlossen werden.
    Wenn dieser Schritt für Ihren Hund noch zu groß ist, fangen Sie an, im gleichen Zimmer zu bleiben, aber immer wieder den Ort zu wechseln. Z.B. vom Sofa an den Schreibtisch oder von Stuhl zu Stuhl. Oder einfach nur immer mal wieder vom Sofa aufstehen, gleich wieder hinsetzen.

    Sollte der Hund dennoch einmal winseln etc., wartet man kurz, bis er ruhig ist und kommt erst dann wieder rein. Dieser Schritt war für den Hund doch wieder etwas zu groß und beim nächsten Mal geht man wieder einen Schritt zurück.
    Keine Verabschiedungs- und Begrüßungsrituale durchführen, denn:
    Beim Verabschieden kann sich die Stimmung des Menschen auf den Hund übertragen.
    Bei einer überschwänglichen Begrüßung oder sogar Belohnung würde der Hund nur noch sehnsüchtiger auf die Rückkehr des Menschen warten und nicht entspannt schlafen, das Gehen und Kommen soll für den Hund ganz normal werden.
    Ankündiger für den Aufbruch müssen abgebaut werden. Das heißt, es soll unberechenbar für den Hund werden, wann man wirklich das Haus verlässt. Also zieht man sich die Schuhe und die Jacke an, zieht sie wieder aus und setzt sich zurück aufs Sofa. Ist der Hund dabei entspannt, nimmt man beim nächsten Mal noch den Schlüssel dazu in die Hand. Dies macht man mehrfach am Tag und geht dabei sehr kleinschrittig vor- immer nur so weit wie der Hund noch entspannt bleiben kann.
    Beim nächsten Schritt kommt dann das Öffnen der Wohnungs-/Haustür dazu, diese wird gleich wieder geschlossen und man geht zurück.
    Diese Trainingseinheiten sollten Sie mehrmals am Tag wiederholen und immer erst den nächsten Schritt angehen, wenn der Hund keinen Stress mehr hat.
    Der Aufbau eines sogenannten Sicherheitssignals, wie z.B. einer Hundebox als Rückzugsort, ist sinnvoll. Eine Box (sofern sie positiv verknüpft und entsprechend trainiert wurde) ist für den Hund ein überschaubarer und geschützter Ort.
    Während einer oben genannten Trainingssituation ist es auch möglich, dem Hund ein bestimmtes Signal (am besten ein optisches wie z.B. ein auf dem Boden ausgelegtes Handtuch oder eine Vase) zu geben, das für die Zukunft bedeutet: Wenn mein Mensch jetzt weg geht, kommt er wieder, bevor ich Stress habe.

    Geruchströster wie z.B. ein vom Menschen getragenes Shirt oder ein Pheromonhalsband oder -spray (D.A.P.) können zur Unterstützung mit im Training benutzt werden und mit der Entspannung des Hundes verknüpft werden.
    Auch ein gefüllter Kong® kann ein weiteres Hilfsmittel sein, da das Lutschen beruhigend wirkt. Doch auch dies sollte vor dem Training erst in der Anwesenheit des Menschen getestet werden.
    Um dem Hund die eigene Abwesenheit noch etwas "schmackhafter" zu machen, kann man ihm den Kong kurz vorm Verlassen der Wohnung überlassen und bei der Rückkehr gleich wieder wegnehmen. Dies funktioniert jedoch nur, wenn der Hund beim Verlassen der Wohnung bereits weitestgehend stressfrei ist, sonst ist die Angst zu groß, um fressen zu können.

    Wie lang ein solches Training dauert, ist nicht absehbar. Faktoren dafür sind die Zeit und Konsequenz der Halter für das Training, die Lernerfahrungen und der Grad der Angst des Hundes.
    Ein Training bei Trennungsanst ist eine langfristige Herausforderung, kurzfristig hilft da nur ein Hundesitter.

    Im Zweifel lassen Sie sich bei diesem Training von einem Experten vor Ort unterstützen. Unter http://www.hundeschulen.de/menschen-mit-hund/hundeschule-finden/hundeschulen-verzeichnis.html oder https://trainieren-statt-dominieren.de/trainer-umkreissuche finden Sie qualifizierte Hundetrainer und/oder Verhaltensberater in Ihrer Nähe, die mit Ihnen ein gezieltes Training durchführen können.

    Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen.

    Viele Grüße
    Marina von den Ostseepfoten
    www.ostseepfoten.com

  • Katrin Höfele
    Katrin Höfele (Hundetrainer)
    schrieb am 03.03.2017
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Liebe Franzi,
    Glückwunsch zum neuen Familienmitglied!

    Für das Training zum Alleinebleiben schaffst du am besten jedes Mal folgende Voraussetzungen:
    - Dein Hund sollte davor die Möglichkeit gehabt haben, seine Geschäfte zu verrichten.
    - Dein Hund sollte am besten bereits müde vom Spaziergang o.ä. sein.
    - Dein Hund darf eine Beschäftigung erhalten, z.B. ein stabiles, nicht verschluckbares Spielzeug, welches man mit Leberwurst oder Leckerlis füllen kann. Teste vorher unbedingt genau, ob das Spielzeug für deinen Hund wirklich unzerstörbar und sicher ist. Solltest du dir unsicher sein, lasse es weg.

    Das Alleinebleiben baust du am besten in kleinen Schritten auf:
    - Lasse ihn zunächst zuhause schon immer mal kurz in einem Raum alleine, also schließe wenn du durch die Wohnung läufst einfach mal die Zimmertür hinter dir und gehe relativ bald wieder rein.
    - Zieh dich immer mal wieder an, Schuhe usw., nimm den Schlüssel in die Hand, als ob du gehen würdest, gehe aber nicht, sondern lege alles wieder ab.
    - Im nächsten Schritt kannst du kurz vor die Haustür gehen, kommst aber nach einigen Sekunden wieder rein.
    - Danach wird die Zeit, die du außerhalb der Wohnung bleibst, in kleinen Schritten verlängert, bewährt hat es sich, die Zeit immer um 5 Minuten zu verlängern.

    Wichtig:
    - Kein Abschiedsritual, geh einfach wortlos hinaus, der Welpe sollte es aber durchaus mitbekommen, dass du gehst.
    - Keine übertriebene Begrüßung, wenn du wieder kommst. Tu so, als sei es das Normalste der Welt, dass du gerade weg warst. Lege in aller Ruhe deine Sachen ab, geh zum Hände waschen oder was du sonst normal als Erstes tust, wenn du nach Hause kommst. Erst wenn du alles erledigt hast und am besten schon im Sessel sitzt, kannst du dich deinem Hund ruhig und normal zuwenden.
    Ein Blick zum Hund, nachdem du wieder reingekommen bist, ist natürlich erlaubt. Es geht nicht darum, den Hund vollkommen zu ignorieren, wenn du heimkommst, sondern nur nichts Besonderes aus deiner Ankunft zu machen. D.h. kein Streicheln, kein übertriebenes Ansprechen, Loben o.ä.
    - Sollte dein Hund sofort wimmern, wenn du das Haus verlässt, komm erst wieder rein, wenn es eine kurze Pause gibt, das kann auch nur eine Sekunde sein. Hauptsache du gehst nicht rein, während er sich gerade falsch verhält, denn sonst denkt er, dass er mit seinem aktuellen Verhalten (z.B. Jaulen) Erfolg hatte, dich wieder hereinzuholen.
    - Sollte dein Hund sofort wimmern, warst du etwas zu schnell. Fange dann wieder mit dem An- und Ausziehen, Schlüssel nehmen, aber nicht gehen usw. an.

    - Dein Hund muss unbedingt Zugang zu Wasser haben, um zu trinken!

    Sonstige Hilfen:
    - Zusätzlich kannst du deinem Hund ein Tuch hinlegen, dass du zuvor mit DAP Spray eingesprüht hast. Das sind Pheromone, welche auf den Hund entspannend wirken.
    - Zusätzlich kannst du auch ein getragenes Kleidungsstück von dir in seinen Korb legen.
    - Dein Hund sollte Zugang zu seinem Körbchen haben, welches er am besten schon im Zusammenhang mit Entspannung kennt (z.B. vom abendlichen Kuscheln o.ä.).

    Anzeichen für Trennungsangst:
    - Lautäußerungen wie Bellen, Jaulen usw.
    - Zerstören von Gegenständen
    - Urinieren und Koten
    - Horten von Sachen mit deinem Geruch

    Wenn du welche dieser Anzeichen bemerkst, warst du entweder zu schnell im Training oder dein Hund hat einfach ein Problem mit dem Alleinesein, in dem Fall solltest du dir Hilfe bei einem Hundetrainer vor Ort suchen, da Trennungssangst extremen Stress für den Hund bedeutet.

    Falls du noch Fragen hast oder etwas unklar ist, kannst du dich gerne melden! Viel Erfolg beim Üben!

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