Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Vertrauensübungen

Thema: Allgemeines
  Nordrhein-Westfalen
Sebi schrieb am 11.03.2016   Nordrhein-Westfalen
Angaben zum Hund: Mischling, männlich, kastriert, Alter 1-5 Jahre

Hallöchen,
ich habe seit einigen Monaten einen Hund aus dem Tierheim. Wegen seiner Vergangenheit (schlechte Haltung) muss er erst neues Vertrauen zu Menschen lernen. Wir machen zwar Fortschritte allein dadurch dass wir Zeit miteinander verbringen und beispielsweise unheimlichen Situationen aus dem Weg gehen damit er lernt dass auf mich verlass ist, wir arbeiten auch mit einem Markerwort für erwünschtes Verhalten, sein Futter bekommt er aus meiner Hand und er nimmt es auch gerne, aber er ist natürlich trotzdem noch unsicher. Haben Sie eine konkrete Übung für mich die das Vertrauen festigen? Vieles ist einfach noch nicht möglich mit ihm, weil er zu misstrauisch ist. Aber ich möchte gerne aktiv etwas für die Bindung tun, statt "nur" Geduld zu haben. Wissen Sie vielleicht eine Übung?
Danke schonmal :-)
Sebastian

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Antworten(3)

  • Dr. Stefanie Ott
    Dr. Stefanie Ott (Hundetrainer)
    schrieb am 11.03.2016
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo Sebastian,

    das Vertrauen eines Hundes gewinnt man nicht nur mit speziellen Übungen a la Sitz, Platz, Komm und Aus.

    Sehr wichtig für ein gutes Vertrauensverhältnis ist
    (a) ein konsequenter Umgang mit dem Hund mit Alltagsregeln, die nicht immer und immer wieder anders gehandhabt werden. Konsequenz macht es möglich, das Situationen vorhersehbar werden und der Hund sich sicher fühlen und entspannen kann.
    (b) ein Alltag, in dem der Hund weder über- noch unterfordert wird, was seine Belastungsgrenzen angeht. Ein wenig Stress gehört sicher zum Leben - allerdings sollte es nicht zu viel sein. Fördern Sie Ihren Hund also, ohne zu viel von ihm zu fordern.

    Darüber hinaus kann man an bestimmtes Situationen arbeiten, die einem Hund ungeheuer sein. Da der eine Hund mehr Probleme mit Geräuschen, der andere Hund mehr mit Menschen oder anderen Hunden und ein dritter Hund wiederum mit Fahrzeugen, geht man hier eher konkret auf das jeweilige Problem ein.

    Viele Grüße,
    Stefanie
    www.mensch-und-tier.net

  • SebiSebi
    SebiSebi
    schrieb am 11.03.2016

    Hallo Stefanie,
    um "Sitz, Platz, Komm und Aus" ging es mir auch nicht. Das alles kennt er bereits und beherrscht es in reizarmer Umgebung. Alltägliche Regeln haben wir natürlich auch und ich bemühe mich immer auf die gleiche Weise zu reagieren damit der Hund lernt sich auf mich verlassen kann. Soweit es möglich ist beschäftige ich mich mit ihm. Nur wie gesagt ist er noch oft überfordert weshalb ich oft wieder einen Gang zurück schalten muss.
    Haben Sie keinen Tipp wie ich mit gezielten Übungen Vertrauen aufbaue? Für Menschen gibt es solche Übungen ja auch und für Pferde habe ich auch schon davon gehört.
    Ich arbeite ja wie gesagt schon mit einem Markerwort damit ich seine Aufmerksamkeit noch erwischen kann, bevor er mit bestimmten Situationen überfordert ist. Beispielsweise versucht er fahrende Autos zu verjagen oder schnelle Fahrradfahrer, naja er ist ja auch erfolgreich... Genauso Menschen (insbesondere Männer) im Treppenhaus, wenn die zu nah an unserer Wohnung sind.

  • Dr. Stefanie Ott
    Dr. Stefanie Ott (Hundetrainer)
    schrieb am 14.04.2016
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo,

    in den Situationen, die Sie schildern - Situationen mit Fahrradfahrern und Autos - kommt es ja immer wieder einmal vor, dass Ihr Hund ein unerwünschtes Verhalten zeigt und damit auch aus seiner Sicht erfolgreich zu sein scheint.

    Aus diesen Situationen ergibt sich indirekt wieder eine Möglichkeit, an einer guten Beziehung zu arbeiten:
    Bauen Sie die Situationen so auf, dass Ihr Hund möglichst kein Fehlverhalten zeigen muss, sondern auf für Sie erwünschte Art und Weise reagieren kann, so dass Sie ihn hier häufig für sein tolles Verhalten belohnen können.

    Viele Grüße,
    Stefanie Ott
    www.mensch-und-tier.net

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