Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Territoriales Verhalten

Thema: Allgemeines
Sarah89 schrieb am 17.06.2015
Angaben zum Hund: Aussi-Labrador Mix , weiblich, nicht kastriert, Alter 1-5 Jahre

Sehr geehrte Damen und Herren,

lt. Rücksprache mit einer Tierpsychologin zeigt mein Hund ein Territoriales Verhalten. Das zeigt sich so, dass sie immer knurrt wenn jemand im Treppenhaus läuft oder im Garten ist oder uns jemand im Treppenhaus begegnet sowie alles was vor dem Haus wohnt wenn wir draußen sind. Es ist kein zähnefletschendes knurren sondern eher ein in sich reingrummeln und sie sucht dann auch immer sofort meine Nähe. Allerdings ist dies auch nicht immer, aber kommt zumindest jeden Tag vor. Die Ärztin hatte mir geraten ihr eine andere Aufgabe zu geben, also wenn sie knurrt das ich "Nein" sagen soll und ihr befehle den Ball zu holen. Dies hatte auch anfangs gut geklappt aber mittlerweile hat sie nicht immer Lust dazu. Zudem weiß ich gar nicht so richtig wie ich reagieren soll wenn mir jemand im Treppenhaus entgegenkommt. Außerhalb unser zu Hause ist sie der liebste Hunde, da habe ich keine Probleme mit ihr.

Haben Sie noch eine Idee?

Über eine Antwort würde ich mich freuen.

Freundlichen Gruß

Sarah Wendt

(Meine Hündin ist zwar nicht kastriert aber bekommt die Läufigkeitsspritze)

Vielen Dank für die Meldung dieses Beitrages. Wir werden Ihre Nachricht schnellst möglich prüfen!
Sie werden nun bei neuen Antworten benachrichtigt!
Sie werden nicht mehr bei neuen Antworten benachrichtigt!

Antworten(4)

  • Sabine Kutschick
    Sabine Kutschick (Hundetrainer)
    schrieb am 17.06.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo, die Idee der Hündin ein Alternativverhalten anzutrainieren ist schon ein guter Weg.
    Sie können versuchen ihr noch andere Möglichkeiten anzubieten. Ball tragen, sich einfach zu ihnen herundrehen und ein Leckerchen abholen usw. da sind ihrer Phantasie keine Grenzen gesetzt.
    Wichtig ist,d ass sie ruhig bleiben und ihr bedeuten, dass alles okay ist.
    Sie müssen aber sehr aufpassen, dass sie nicht im falschen Moment belohnen/ablenken und sich so eine unerwünschte Lernkette für die Hündin entwickelt.
    Sie müssen sie ablenken, bevor!!! die Hündin das unerwünschte Verhaten zeigt. Sonst besteht die Gefahr der Lernkette: ich knurre, Frauchen sagt "nein" ich bekomme Ball/Belohnung. Somit lohnt sich das Knurren für sie.
    Hier ist wirklich perfektes Timing und vorrausschauendes Handeln von ihrer Seite erforderlich.
    Stellen sie klare Regeln für ihre Hündin auf. Sie bleibt im Hausflur hinter ihnen, ebenso wenn sie auf die Strasse treten. So geben sie ihr zu verstehen, dass sie alles in Griff haben und sie sich um nichts "Kümmern" muß. Belohnen sie das Gegrummel nicht. Nur das Ruhigbleiben.
    Eventuell können sie auch mit einem Clicker arbeiten, dieser verschafft ihnen zeitlich etwas Spielraum.
    Eingriffe in den Hormonhaushalt (Läufigkeitsspritze) verursachen neben körperlichen Problemen (Gebärmuttervereiterung) manchmal leider auch Verhaltensveränderungen.

    Mit freundlichen Grüßen Sabine Kutschick

  • Sarah89
    Sarah89
    schrieb am 18.06.2015

    Vielen Dank für Ihre schnelle Antwort.

    Wir haben ihr immer eine Alternative angeboten wenn sie geknurrt hat, das werden wir aufjedenfall nochmal anders machen.

    Ich habe mir vor kurzem ein Clicker gekauft und warte noch auf ein Buch um zu sehen was man damit alles machen kann. Wie würde in dem Fall denn das Training mit einem Clicker aussehen?

    Und eine Frage noch.. Sie bellt ja auch wenn es an der Tür klingelt.. welche Methode passt besser zu ihr: sie muss auf ihren Platz und warten bis der Besuch drin ist (bzw. am Anfang würd ich sie in ein Zimmer einsperren, zumindest solange ich allein bin, da sie nicht auf ihren Platz bleiben würde - wenn mein Partner zu Hause ist würde ich auch mit ihm üben, dass sie liegen bleiben muss, weil man da den Überblick besser hat oder soll ich sie an die Leine nehmen wenn es klingelt und hinter mir führen wenn ich zur Tür gehe? (diese Methode hatte ich hier im Forum schon einige Male gelesen)

    Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort.

  • Sarah89
    Sarah89
    schrieb am 18.06.2015

    Ach so, hatte gestern auch einen Fall wo ich nicht wusste ob ich es richtig mache:

    Wir standen draußen, unsere Nachbarn sind ins Haus rein - sie hat geknurrt. Bin dann mit ihr im großen Kreis gelaufen und habe die Entfernung immer weiter nach hinten erweitert (bis die Nachbarn weg waren). Bringt das überhaupt was oder hätte ich anders reagieren müssen? Zumindest als ich mit ihr den Kreis gelaufen bin hat sie nicht mehr geknurrt, als ich sie sitzen lassen habe und sie die Nachbarn noch gesehen hat hat sie wieder geknurrt (die Nachbarn standen noch etwas länger draußen). In dieser Situation wollte ich nicht an den Nachbarn vorbei laufen. Das einzige was ich zwischendurch noch probiere, wenn nur eine Person draußen steht, dann knurrt sie, ich rucke kurz an der Leine, sage im scharfen Ton NEIN und dann gehen wir an dem Nachbarn vorbei. Dies klappt mittlerweile ganz gut, sie knurrt dann auch nicht. Im Treppenhaus lobe ich sie dann.. Ich bin mir allerdings sehr unsicher ob ich das alles richtig mache so.

  • Sabine Kutschick
    Sabine Kutschick (Hundetrainer)
    schrieb am 18.06.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo, zuerst zum Clickertraining. Da ist es wirklich ratsam ein paar Stunden bei einem Traíner zu buchen, denn so einfach es auch mit dem Clicker erscheint, der Teufel steckt im Detail. Wenn sie die Basics damit beherrschen muß der Clicker für den Hund erst aufkonditiniert werden. Dann wäre z.B. eine gute Übung das "Schau" zu trainieren. Das heißt, die Hündin soll lernen auf Kommando Blickkontakt zu ihnen aufzunehmen und zu halten. Somit ist sie auf sie konzentriert und kann sich gar nicht um anderes "kümmern".

    Bei der Türklingel bin ich ein Vertreter von "Hund bleibt am Platz". Die Türklingel soll ja nicht das Signal für "OH Action" werden. Sondern für "OH Ich gehe auf meinen Platz und kriege dort was - den Rest erledigt Frauchen". Somit kommt mehr Ruhe in die Besuchssituation. Wenn der Hund nicht am Platz bleibt, kann man ihn dort auch anleinen. Haken in die Wand, wenn möglich, Leine dran (die bleibt auch immer dort) und bei Bedarf wird der Hund angeleint. Später wird man es nicht mehr brauchen. Wichtig, immer ein tolles Leckerchen hinlegen - das ist kein Strafplatz.
    Wenn der Besuch sich gesetzt hat, die Hündin sich entspannt hat, dann wird sie kommentarlos abgeleint. Keine besondere Aufmerksamkeit, kein Action.

    Bei Begegnungen bitte auf den Leinenruck verzichten. Das "Nein" reicht. Die Hündin hat sowieso schon Stress in dieser Situation. Sie machen ihr zusätzlich Stress mit dem Leinenruck. "Nein" zügig vorbeigehen und sie anschließend loben. Sie können (wenn es gut sitzt, dann auch das "Schau" einbauen).

    Im Garten die Hündin auf einen Platz schicken, ignorieren. Fertig. Grummeln lohnt sich, weil sie es beachten.

    Mit freundlichen Grüßen Sabine Kutschick

Möchtest Du auch einen Ratschlag zu Deinem Problem?
Dann stell jetzt eine eigene Frage!

Neue Frage stellen

Weitere Fragen zu diesem Thema:

Kastration

Tiga ist 20 Monate jung und möchte jedes Hund besteigen, groß oder... mehr

Bellen

Mein Hund bellt immer.wenn Besuch kommt oder wenn er was hört.wie... mehr

Alleine in der Wohnung zerlegt er alles

Wenn ich meinen hund alleine lasse in der Wohnung zerlegt er mir... mehr

Alleine bleiben

Hallo, wir haben das Problem, dass unsere Hündin nicht alleine... mehr

Bitte hier einloggen, um auf die Frage zu antworten.