Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Leo bellt wenn nicht zu hause sind

ela1807 schrieb am 27.05.2016
Angaben zum Hund: Ridebag mischling, männlich, kastriert, Alter 1-5 Jahre

hallo wir haben ein riesen problem und ich hoffe echt auf hilfe und Tips. Unser Leo ist ein 5 jähriger Rigebag Mischling und unser Problemkind. Wir können ihn nicht alleine lassen:( Wenn wir die Wohnung verlassen machen wir ihn schon in das Kinderzimmer und lassen für ihn den fernseher an. Wenn wir ihn in der ganzen Wohnung laufen lassen würden und er die leute im Stiegenhaus hören würde, wäre es noch schlimmer. Er hault dann ganz arg so das es alle Nachbarn in unserem Haus hören und das stundenlang durch. Wir haben dadruch schon sehr viele Probleme. Wir können ihn aber auch so gut wie nirgens mit nehmen. Einkaufen usw. das geht alles nicht weil er ständig bellt. Gasthof usw geht auch nicht weil er einfach keine Ruhe findet und nicht liegen bleibt und nichts.

Ich bin echt schon sehr verzweifelt und weis nicht mehr was wir machen können. Wenn es so weiter geht verlieren wir unsere Wohnung oder wir müssen ihn weg geben und das können wir einfach nicht.

Bitte bitte dringed um Hilfe

lg

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Antworten(1)

  • Kerstin Gebhardt
    Kerstin Gebhardt (Hundetrainer)
    schrieb am 27.05.2016
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo Daniela,

    ja, das ist ein Problem. Hat er denn gelernt, allein zu bleiben? Normalerweise fängt man damit im Welpenalter an, einen Hund daran zu gewöhnen allein zu bleiben. Man kann nun versuchen, ihn wie einen Welpen schrittweise an das Alleinsein zu gewöhnen. Er darf in der Trainingsphase aber keinen Stress erleiden, d.h. er darf nur so lange allein gelassen werden, wie er es vom Trainingsstand aushält. Ggfs. gibt es eine Hundebetreuung, wo er tagsüber sein kann, bis er selbst gelernt hat, dass es nicht schlimm ist, wenn Sie weg sind. Die Musik hilft nur, wenn er auch sonst mit der Musik entspannt reagiert - meistens ist es aber auch eher klassische Musik.

    So hier die Trainingsschritte:

    Fangen Sie damit an, Ihrem Hund einen festen Liegeplatz zuzuweisen, an dem er sich sicher fühlt. Viele Hunde mögen es, in einer Höhle zu liegen, da sie sich dort geborgen fühlen. Nutzen Sie dann eine Hundebox!

    Als erstes muss Ihr Hund nun lernen, dass er Ihnen im Haus nicht mehr auf Schritt und Tritt folgen darf. Er soll alleine in einem anderen Raum bleiben, zunächst einmal nur ein paar Sekunden, später dann immer länger! ***

    In einem zweiten Schritt müssen Sie dann Schlüsselreize abbauen. Hunde sind sehr genaue Beobachter, sie wissen schon, dass Sie nun wieder die Ausgehschuhe anziehen, den Schlüsselbund aufnehmen und dann wieder das gefürchtete Alleinebleiben kommt. Verändern Sie Ihre Gewohnheiten, gehen Sie einfach einmal ohne Mantel hinaus. Ziehen Sie die Ausgehschuhe an, nehmen Sie den Schlüssel in die Hand und setzen Sie sich dann auf das Sofa, um einen Kaffee zu trinken. Je weniger Ihr Hund die Dinge vorhersehen kann, desto weniger fängt er vorher schon an, in Panik zu verfallen.

    Im nächsten Schritt verlassen Sie nun das Haus, auch hier fangen Sie wieder erst mit wenigen Sekunden an. Gehen Sie so oft wie möglich in diesen kurzen Einheiten hinaus. Für einen besseren Überblick können Sie hierfür auch ein Trainingstagebuch einführen. Jetzt heißt es durchhalten, steigern Sie Schritt für Schritt die Zeit, die Ihr Hund alleine bleiben kann. Wenn Sie es geschafft haben und Ihr Hund 20 bis 30 Minuten alleine zu Hause schafft, können Sie die Schritte immer größer machen.

    ****
    - bis zu 3 min., wenn der Besitzer den Raum bei geöffneter Tür
    - bis zu 3 min., wenn der Besitzer den Raum abwechselnd verläßt und wiederkommt und dabei
    jeweils die Tür schließt;

    - bis zu 5 min., bei geschlossener Tür, während der Besitzer aber in der Wohnung bleibt;
    - bis zu 5 min., bei geöffneter Tür, während er Besitzer die Wohnung aber verläßt
    - bis zu 10 min.,……. – bis zu 15 min. usw.
    Wichtig:
    Nicht Zurückkommen, wenn der Hund noch winselt oder bellt – warten bis er sich beruhigt hat,
    erst dann die Wohnung/Zimmer betreten.

    Die nächste Frage ist, warum er ständig bellt. Ein Hund macht etwas, wenn er sich einen NUTZEN von seinem Handeln verspricht. Was kann es bei Ihrem Hund sein? Bekommt er dadurch Aufmerksamkeit - egal ob negative oder positive? Oder ist es aus Unsicherheit? Hat er Angst vor einigen Situationen - wie ist er sonst im Alltag? Vielleicht kommen Sie selbst dahinter oder es ist ratsam eine Fachfrau oder -mann zu organisieren, der Vorort die Situation anschaut.

    Viele Grüsse

    Kerstin Gebhardt
    Hundepsychologin/-Trainerin
    www.kerstin-gebhardt.de

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