Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Jagdtrieb heraus trainieren

Thema: Leinenzug
  Nordrhein-Westfalen
Tinebiene1982 schrieb am 28.07.2016   Nordrhein-Westfalen
Angaben zum Hund: Border Collie mix, männlich, nicht kastriert, Alter 1-5 Jahre

Unser Hund Anton zieht gern an der Leine. Vor allem wenn er ein Kaninchen sieht kann ich ihn kaum halten. Ohne Leine geht nur mit Ball oder ähnliches Spielzeug wie bekommen wir das raus?

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Antworten(1)

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 30.07.2016
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo,
    Hunde ziehen an der Leine, weil sie es so gelernt haben. Oder, besser gesagt, nicht anders gelernt haben. Wenn Herrchen/Frauchen dem Hund mit ausgestrecktem Arm überallhin folgt, wird der Hund natürlich auch weiter immer dahin gehen, wo er hin will. Er kann es ja, manchmal mit einem Gewicht am anderen Ende der Leine, aber es geht. Hunde lernen durch Erfolg oder auch Misserfolg.
    Deswegen hier mein Tipp: NIE dem Hund folgen, wenn er zieht, auch nicht, wenn er wo schnuppern, sich lösen oder zu Bekannten will. Wenn Anton einmal Erfolg hatte, müssen Sie wieder von vorne mit dem Training anfangen. Bleiben Sie stehen, bis die Leine wieder locker ist (das braucht etwas Geduld) oder, wenn Ihr Hund richtig feste zieht, drehen Sie um und gehen zurück.
    Am besten reagieren Sie schon, wenn er versucht, Sie zu überholen. SOFORT umdrehen und zurückgehen und zwar jedesmal.
    Oft liegt das Ziehen auch an der Art, wie die Leine gehalten wird. Meistens wird die Leine zu kurz gehalten, mit Zug. Zug erzeugt Gegenzug, der Mensch zieht weil der Hund zieht und der Hund zieht immer mehr dagegen. Der Hund kann diesen Kreislauf nicht lösen, das kann nur der Mensch.
    Meistens kann ein Hund sich auch nicht konzentrieren. Man kommt aus der Haustür und schon soll der Hund, ohne sich ausgepowert oder gelöst zu haben, locker an der Leine gehen. Die Leinenführigkeit sollte immer nur zwischendurch geübt werden, zuerst darf der Hund laufen und schnuppern, dann wieder 10 Minuten üben u.s.w.. Erst, wenn das immer besser funktioniert, wird es irgendwann gefestigt sein und der Hund läuft immer und überall an lockerer Leine. Üben, egal was, sollte man nie im Ernstfall sondern immer entspannt und gezielt.
    Wenn Ihr Hund gerne mit dem Ball spielt, kann man den Jagdtrieb super in andere Bahnen lenken. Ich denke sowieso, dass Anton unterfordert ist und deswegen jagt. Werfen Sie nicht einfach nur den Ball sondern bauen Sie Gehorsamsübungen mit ein. Lassen Sie Anton "Sitz" machen, werfen den Ball und schicken den Hund dann los, ihn zu holen. Der Impuls, dem Ball sofort zu folgen wird dadurch kontrolliert, was sich oft dann auch auf fliehendes Wild überträgt.
    Bringen Sie Anton ins "Platz", verstecken den Ball und lassen ihn suchen. Wenn Sie googeln, finden Sie noch Unmengen anderer Dinge, die Hunden oft mehr Spaß machen als die Jagd.

    Viel Erfolg..
    Ellen Mayer
    www.lesloups.de

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