Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Mein Hund will zu jedem Hund hin und hört dann auf nichts

Stephanie_Diegmüller schrieb am 15.09.2015
Angaben zum Hund: Labrador-Mix, männlich, kastriert, Alter 1-5 Jahre

Mein Hund rastet völlig aus wenn er andere Hunde sieht dann zieht er wie bekloppt und stranguliert sich. Er ist kein bisschen aggressiv bellt oder knurrt nicht er will einfach nur hin und mit dem Hund spielen egal ob der andere Hund es will oder nicht. Dazu kommt das er kein bisschen auf den Rückruf hört wenn wir draußen sind. Drinnen oder in unserem Hof kommt er , wenn man ihn ruft.
Ich habe schln mal ein Labrador erzogen und dieser könnte ohne Leine überall laufen und hat aufs Wort gehört. All diese Tricks habe ich auch bei Marley angewandt nur bringen die gar nichts.


Mit freundlichen Grüßen
Stephie

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Antworten(1)

  • Gabriele Holz
    Gabriele Holz (Hundetrainer)
    schrieb am 16.09.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo Stephie,

    schön, dass Ihr Hund (noch) nicht aggressiv ist, sondern "nur" freundlichen Kontakt mit den anderen Hunden haben möchte. Dies könnte sich jedoch ändern, wenn er sich allzu oft deswegen stranguliert. Hier würde vielleicht ein Geschirr Abhilfe schaffen. Zumindest so lange, bis Sie Ihrem Hund gelehrt haben, in diesen Situation auf Sie zu reagieren.

    Labradore sind vom Wesen her sehr freundliche Hunde und können manchmal schwer verstehen, dass die anderen Hunde es nicht sind oder auch keinen Kontakt haben möchten.

    Zum Glück ist diese Rasse aber normalerweise auch sehr verfressen. :-)
    Sich höflich einem Hund anzunähern, würde bedeuten, nicht auf diesen zuzustürmen, sondern langsam, im kleinen Bogen und mit gelegentlichen Blickabwenden sich zu nähern. Das können Sie Ihrem Hund beibringen. Zur Zeit haben wir in unserer Hundeschule große Erfolge mit einer neuen Strategie. Wir bringen den Hunden bei, den Blick wieder abwenden zu können. Wir beginnen in einer Entfernung, in der die Hunde bereits den anderen Hund ansehen, aber noch ansprechbar sind. Dann loben wir die Hunde für "den Blick" und belohnen sie bei uns. Um das Leckerchen zu bekommen, müssen die Hunde den Blick wieder abwenden. Wir verlangen kein "Guck", sondern loben den Hund mit einem "Markerwort z.B. Click" und belohnen bei uns. Da wir hinter dem Hund stehen, muss er den Kopf abwenden um das Leckerchen abzuholen. Dadurch trainieren wir zusätzlich das Muskelgedächtnis. Dann lassen wir wieder den anderen Hund ansehen und loben wieder und belohnen wieder bei uns. Der Hund lernt nun, sich mit dem anderen Hund auseinander zusetzen und er lernt, dass man schauen kann und wegschauen kann. Hat er dieses System begriffen, geben wir das Markerwort nur noch für das selbständige Wegsehen. Dann kann an der Entfernung gearbeitet werden. Die Distanz richtet sich danach, wie lange der Hund noch ansprechbar ist. Das ideale Training ist, wenn wir die Situationen so gestalten, dass der Hund diese gerade noch bewältigen kann.
    Wichtig ist dabei auch eine lockere Leine. Eine gespannte Leine oder gar ein Halsband, dass Ihrem Hund die Luft nimmt, tragen dazu bei, dass die Erregung steigt.

    Deswegen ist auch ein Leinentraining unabdingbar. Der Hund muss lernen, dass er überall nur an lockerer Leine hinkommt.

    Daneben ist eine artgerechte Auslastung des Hundes sehr wichtig. Hierin sehe ich Ihre Chance. Denn eigentlich müssten Sie es nur schaffen, interessanter zu sein als andere Hunde und als die Umwelt.

    Hierfür eignen sich alle Beschäftigungen, die Ihnen und Ihrem Hund Spaß machen. Wie wäre es mit Futterbeuteltraining. Da der Hund den Futterbeutel auch zurückbringen muss, könnte das Rückruftraining gleich mit trainiert werden.
    Oder Objektsuche. Verstecken Sie während des Spazierganges doch einfach mal den Futterbeute oder Spielzeug oder auch einfach nur Leckerlis. Lassen Sie dann Ihren Hund suchen. Nasenarbeit lastet darüber hinaus auch aus.

    Spielen Sie mit Ihrem Hund, Gerne auch mal Zerrspiele. Beachten Sie dabei, dass ein Spiel ohne Ernstcharakter ist. Geben Sie während des Spiels keine "Kommandos". Beenden Sie das Spiel einfach, indem Sie aufhören zu spielen. Hat Ihr Hund das Zerrgel dann noch, warten Sie einfach ab. Alleine ist es langweilig, dann lässt er es sowieso fallen.

    Sie sollten Ihren Rückruf noch einmal von vorne aufbauen. Verwenden Sie ein neues Signalwort. Haben Sie bisher "Komm" verwendet, nehmen Sie jetzt "Hier" oder "Zu mir" oder auch "Avanti", Nehmen Sie ein Wort, dass Sie ansonsten wenig benutzen. Beginnen Sie in einem ablenkungsarmen Raum, z.B. Ihrem Wohnzimmer. Animieren Sie Ihren Hund dazu, zu Ihnen zu kommen. Klopfen Sie sich dafür auf die Schenkel, gehen Sie in die Hocke, machen Sie ungewöhnliche Geräusche oder laufen Sie in entgegengesetzter Richtung weg. Wenn Sie sich sicher sind, dass Ihr Hund zu Ihnen gelaufen kommt, dann geben Sie ihr neues Signalwort. Halten Sie ihm ein Leckerli entgegen und ziehen es im Lauf des Hundes an Ihre Seite. Greifen Sie mit der zweiten Hand nach dem Geschirr /Halsband des Hundes. Dann geben Sie ihm das Leckerli und lassen gleichzeitig wieder los. Nehmen Sie ein Leckerli, dass er nur für diese Übung bekommt.
    Wenn Ihr Hund lieber spielt als Leckerlis zu nehmen, dann können Sie auch zur Belohnung ein Spiel, z.B. ein Zerrspiel anfangen. Optimaler weise spielen Sie mindestens eine, besser sogar fünf Minuten mit ihm.

    Wenn diese Übung gut klappt, versuchen Sie Ihr Rückrufsignal zu geben, wenn Ihr Hund Ihnen noch nicht die Aufmerksamkeit schenkt. Kommt er, dann können Sie die Ablenkungen langsam steigern.

    Sie können ihn auch auf eine Hundepfeife konditionieren. Dann pfeifen Sie am Anfang immer, wenn es Futter gibt. Nach ca. einer Woche können Sie versuchen, Ihren Hund mit der Pfeife zum Futter zu rufen. Kommt er, dann können Sie die Ablenkungen langsam steigern.

    Für weitere Anregungen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

    Herzlichst
    Ihre Gabriele Holz
    amtlich genehmigte Hundetrainerin
    www.wolf-inside.de

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