Wie kann ich meine Schäferhündin sozialisieren?

  
Xynana schrieb am 11.09.2022   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage

Hallo. Ich habe seit über einem Jahr eine Schäferhündin aus Zwingerhaltung. Emma wird im November 5 Jahre alt. Als sich das Paar getrennt hat, sollte Emma ins Tierheim. Das war am 21 Juli. Ich übernahm sie als Pflegehund. Mittlerweile fühlt sich Emma wohl an der Leine, jedoch sind Hundebegegnungen sehr anstrengend, da sie mit ihren 36 Kilo sehr viel Kraft hat und mit ihrem Gezerre mich körperlich wie psychisch schon oft an meine Grenzen gebracht hat, ganz zu schweigen vom gepöbel der Leute, die keine Ahnung haben, was los ist und verbal auf mich eindreschen.


Sie pöbelt und zerrt, trotz Zughalsband. Mehrere Hundetrainer konnten nicht wirklich helfen. Ich bin mir vollkommen sicher, dass Emma nur durch Kontakte zu anderen Hunden ihr Verhalten ändern kann. Sozialspaziergänge liefen schon gut. Als ich jedoch mitbekommen habe, dass in dieser Hundeschule mit Knüppel maßgeregelt wurde, habe ich das Training dort abgebrochen. Ich finde leider niemanden, der uns wirklich helfen kann. Vielleichthabt ihr ja eine Idee, was ich noch tun kann. Liebe Grüße Svetlana

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Antworten(1)
  • Inge Büttner-Vogt
    Inge Büttner-Vogt (Hundetrainer)
    schrieb am 12.09.2022
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Guten Tag,
    das ist ja wirklich frustrierend, was Sie erleben. Leider übertragen/spiegeln Sie das auf Ihren Hund, der dringen Ihren Schutz braucht. Vor dem Kontakt und dem Freilauf muss der Hund zuerst eine Beziehung zu Ihnen aufbauen:
    Ab sofort führen Sie: Der Hund geht an der kurzen Leine HINTER Ihren Füßen und an Ihrer zum Ereignis abgewandten Seite. Falls Sie ein Geschirr haben, machen Sie einen Karabiner am Halsband und einem am Geschirr fest, das nimmt den Druck raus.
    Meistens liegt es am fehlenden Vertrauen zu uns, wenn der Hund an der Leine pampt. Beginnen Sie Ihren Hund zu beschützen und zu führen. Hunde versuchen alles „weg zu bellen“ , wenn sie uns nicht zutrauen, mit der Situation klarzukommen.
    Geben Sie Ihrem Hund Sicherheit, indem Sie ihn immer beschützen. Schutz gibt es in allen Strukturen mit Eltern, Lehrern und Chefs – die guten machen uns sicher und gelassen, wir wissen, was wir tun sollen.
    Fremde fassen Ihren Hund nicht an und Sie vermeiden es, dass ein Mensch Ihren Hund ansieht. Sie gehen Bogen und Kreise und lassen Ihrem Hund Zeit, sich – unter Ihren Schutz und an der Leine – in Ruhe anzunähern. Grundsätzlich ist Ihr Hund HINTER Ihren Füßen und wichtig: IHR KÖRPER IST OHNE AUSNAHME IMMER DAZWISCHEN!!!! Eine Hund an Hund oder eine Leinen-Begegnung gehen grundsätzlich schief. Gehen Sie auch in die andere Richtung und nehmen Sie den Blickkontakt heraus. Bleiben Sie in Bewegung und lassen Sie ihn nicht am Rand sitzen und beugen Sie sich nicht über ihn, das baut unnötig Stress auf.
    Er sollte nichts mehr zu „erledigen“ haben – Sie führen und geben Richtung und Verhalten an.
    Bei Ihnen ist es vielleicht auch das Problem, dass Sie zu lange in die Situation hineingehen. Rufen Sie früher ab, leinen Sie früher an, seien Sie immer vorausschauend und ein bisschen fixer als Ihr Hund.
    Nehmen Sie Menschen, die Ihnen entgegenkommen, als „Übung“. Zeigen Sie Ihrem Hund, dass sie seine Furcht/Unsicherheit ernstnehmen. Genauso gehen Sie an unbekannte Dinge heran – umkreisen Sie sie unter Ihrem Schutz, mit Ihrem Körper dazwischen (!!!!!) gern ein Leckerchen, wenn es klappt – lassen Sie sich bitte viel Zeit, nicht nur „probieren“.
    Nach einer Weile wird Ihr Hund schon selbst an Ihre andere Seite gehen, weil er sich dort wohl fühlt und auf Ihren Schutz vertraut – das ist für Sie ein tolles Gefühl!
    Es wäre auch toll, wenn Sie nicht nur „Gassi-gehen“, sondern Ihren Hund geistig trainieren und beschäftigen, damit er sich nicht langweilt.
    Viele Grüße
    Inge Büttner-Vogt
    www.hundimedia.de/Ratgeber und Filme

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