Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Prescht nach vorn bei hundebegegnung

  Schleswig-Holstein
snowface666 schrieb am 16.05.2015   Schleswig-Holstein
Angaben zum Hund: Dogge, Deutsche, männlich, nicht kastriert, Alter 1-5 Jahre

wenn wir andere Hinde treffen und sie sind ohne Leine rennt er wie ein Irrer auf sie zu. Er tut ihnen nix sondern fordert sie zum Spielen auf. An der Leine dreht er meistens ab und schmeißt sich richtig in die Leine.

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Antworten(3)

  • Gabriele Holz
    Gabriele Holz (Hundetrainer)
    schrieb am 20.05.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (2)

    Hallo,
    wie alt ist Ihr Rüde denn? Wie würden Sie ihn beschreiben? Eher stürmisch und abenteuerlustig?
    Für andere Hunde ist es sicherlich nicht lustig, wenn ein anderer Hund stürmisch auf sie zuläuft. Die Größe einer Dogge kommt dann noch erschwerend hinzu, Es wäre gut, wenn Sie ihm beibringen könnten, das er langsam auf andere Hunde zuzugehen hat, oder eben mal abwarten muss, Ich denke das lässt sich am einfachsten in gestellten Übungen trainieren, Geht er ansonsten gut an der Leine?
    Bitten Sie ein befreundetes Team, dass sich der andere Hund absetzt. Gehen Sie dann langsam und mit lockerer Leine auf den anderen Hund zu. Gehen Sie Schritt für Schritt und halten Sie immer wieder an. Versuchen Sie die Aufmerksamkeit Ihres Hundes zu bekommen. Vielleicht kennt er den "Handtouch" oder "schau". Vorteil von diesen kleinen Aufgaben ist, dass immer wieder das Vorderhirn aktiviert wird, das für die rationellen Entscheidungen zuständig ist. Positiver Nebeneffekt ist, dass Ihr Hund den Blick abwenden kann, was Spannungen verhindern kann. Springt er Ihnen in die Leine, dann drehen Sie um und erweitern die Distanz. Allerdings birgt das "in die Leine springen" schon Risiken, daher würde ich dann die Trainingsmethode wechseln, wenn er das zu oft macht.
    In diesem Fall würde ich ihm die passive Rolle zuordnen und den anderen Hund bitten näher zu kommen. Wenn er das aushalten kann, dann darf er nach kurzer Verständigung auch spielen.
    Daneben würde ich am Impulskontrollverhalten arbeiten, Alle Spiele, in denen Ihr Hund warten muss eignen sich dafür, u.a. das 10-Leckerchen.Spiel.
    Ich weiß, unsere lieben Doggen sind nicht unbedingt "arbeitswütig", dennoch gibt es viele Dinge, die auch unseren Doggen Spaß machen, z.B. Nasenarbeit. Je mehr Sie mit Ihrer Dogge schöne Dinge gemeinsam tun, um sie auszulasten, umso unwichtiger werden andere Hunde, was Ihnen dann bei Hundebegegnungen wiederum hilft.

    Für Anregungen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

    Herzlichst
    Ihre Gabriele Holz
    www.wolf-inside.de

  • snowface666
    snowface666
    schrieb am 20.05.2015

    Sammy ist 2 Jahre und 4 Monate. Es ist ziemlich schwierig, da er solche Sachen nicht immer macht. Am Schlimmsten ist dies nach vorn gehen, wenn der andere Hund anfängt zu bellen, sonst schaffen wir es meistens so vorbei zu gehen, aber er ist immer angespannt.
    Das nach Vorn preschen, wenn er nicht an der Leine ist versuche ich ihm abzugewöhnen indem ich ihm sage er soll langsam machen. Klappt mal gut und dann kann er sich wieder nicht halten und rennt los. Es ist immer schwer vorher zu sehen.
    An der Leine geht er sonst super, weiß dass er nicht ziehen darf. Da ist nur wenn wir z.B. in der Stadt sind wo viel los ist und ich halte ihn kurz dann ist die Leine immer gespannt!
    Weiter am Ball bleiben werden wir auf jeden Fall.
    Vom Typ her ist Sammy eher stürmisch. Abenteuerlustig wüßte ich gar nicht wie ich das interpretieren sollte bei einem Hund...

    lg Karo

  • Gabriele Holz
    Gabriele Holz (Hundetrainer)
    schrieb am 20.05.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo Karo,
    jedes mal, wenn die Anspannung zu groß wird und er dann doch losstürmt, und der andere Hund dann auch noch mit ihm spielt, ist dies eine Bestätigung für sein Verhalten. Deswegen würde ich ihn wirklich an die Leine nehmen, wenn Ihnen andere Hunde begegnen. Nur durch den Erfolg, dass er spielen darf, wenn er sich langsam auf den anderen Hund zu bewegt, kann er lernen, dass dieses Verhalten erwünscht ist. Wenn Ihr "Langsam" mal Erfolg hat, mal nicht, wird es für ihn bald keinen Unterschied mehr machen.
    Wie aufgeregt ist er denn? Würde er noch auf Leckerli reagieren? Eine Alternative ist auch noch, bei Sicht eines anderen Hundes gute Leckerchen immer wieder auch den Boden zu werfen, so dass er diese aufheben muss. Auch das kann ihn bremsen.
    Im Moment trainieren wir mit unseren leinenreaktiven Hunden, das Hinsehen und wieder Wegsehen. Wir machen das mit einem Markerwort. Ein Markerwort wird wie ein Clicker aufgebaut und ist ein Wort, dass in unserem Wortschatz nicht so häufig vorkommt. Wir lassen unseren Hund den anderen Hund anschauen, dann geben wir das Markerwort und belohnen bei uns. Damit muss der Hund den Blick abwenden um an das Leckerli zu gelangen. Dann darf er wieder hinsehen und die Übung beginnt von vorne.
    Wenn der Hund gelernt hat beim Anblick eines anderen Hundes hin zu sehen und sich dann das Leckerli abholen möchte, sagen wir das Markerwort nur noch, wenn er den Blick bereits wieder abgewendet hat. Wir arbeiten zuerst mit einer großen Distanz, die wir mit zunehmender Sicherheit dann verringern.
    Da ich ja auch im Moment einen 14 Monate alten Doggenrüden habe, weiß ich ja auch, wie viel Kraft die Jungspunde entwickeln können. Deswegen hat Jaspar ein Geschirr an, an dem ich die Leine an zwei Punkten befestigen kann, einmal auf dem Rücken und einmal an der Brust. Dadurch ist er in spontanen Situationen gut zu halten und ich kann ihn umlenken.
    Sie wussten mit meinem "abenteuerlustig" nichts anzufangen. Hunde lassen sich grob in zwei Kategorien unterscheiden, der A-Typ ist emotional, spontan und geht auch gerne in Situationen ohne über die Folgen "nachzudenken". Das meinte ich mit abenteuerlustig. Der B-Typ ist eher der vorsichtige, der sich eine Situation erst einmal beäugt und dann agiert.

    Wenn Ihr Hund bei Hundebegegnungen noch angespannt ist, dann würde ich die Distanz noch etwas erhöhen. Unter Stress lernen die Hunde leider nicht. Ihr Hund soll aber lernen, sich in diesen Situationen an Ihnen zu orientieren und zu "fragen", ob er mit dem anderen Hund spielen darf. Und genau das müssen sie ihm konsequent klarmachen.

    Und wie gesagt, machen Sie ruhig ein paar Übungen zur Impulskontrolle. Dann wird er lernen, sich auch in solchen Situationen beherrschen zu können :)

    Herzlichst
    Ihre Gabriele Holz
    www.wolf-inside.de

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