Hund zieht und reagiert nicht, sobald er einen anderen Hund sieht, was soll ich tun?

  
michaela_e. schrieb am 29.05.2021   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage

Guten Tag,
wir haben einen 10 Monate alten Amercian Bulldoggen Mix, wir lassen andere Hundekontakte oder generell Hundekontakt nie an der Leine stattfinden. Vorher muss er warten, bis er abgeleint wird und er los laufen darf. Das Problem bei unseren ist, dass sobald wir angeleint einen anderen Hund, der auch angeleint ist, entgegen laufen, sodass unserer den Hund sieht, unser Hund total das Ziehen, Fiepsen und selten Springen anfängt und versucht mit seinen ganzen 35kg zu den anderen Hunden zu kommen.


Ich habe nie an der Leine Hundekontakt zugelassen, ich versuche ihn mit seinen Lieblingsleckerlies abzulenken, wo er ganz kurz reagiert und dann sofort weiter zieht, in der Hoffnung dass die Leine abgeht oder ich ihn nicht mehr halten könnte. Auch stehen bleiben und mich vor ihn stellen, bis der Hund vorbei gelaufen ist, funktioniert nicht. Es artet soweit aus, dass ich dagegen lenken muss und schauen muss, dass unser Hund sich nicht am Boden legt weil er, sobald der andere Hund nah genug ist, aufspringt und zieht. Ich versuche ruhig zu bleiben und auch weiter zu laufen ohne auf ihn zu achten aber das ist schwieriger als gedacht.


Er ist überhaupt nicht aggressiv oder ängstlich, sondern sobald er mal darf, weil er z. B. Einen Nachbarshund nicht gesehen hat und super gehört hat, spielt er und freut sich.
Was kann ich noch probieren, dass er auf andere Hunde, die vorbei laufen, gelassener reagiert? Ich ignoriere schon selbst Halter und Hund, da er dann etwas nachlässt wenn der Fremdhund mit Halter vorbei gelaufen ist und er einigermaßen normal weiter läuft mit mir (bei Fuß).

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Antworten(1)

  • Inge Büttner-Vogt
    Inge Büttner-Vogt (Hundetrainer)
    schrieb am 01.06.2021
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (2)

    Guten Tag,
    vermutlich ist Ihr Hund nicht kastriert? Waren Sie in einer Welpenspiel-Stunde? Ihr Hund möchte von Ihnen weg, zum anderen Hund. Versuchen Sie folgendes:
    Bitte gehen Sie niemals direkt auf einen Hund oder einen Menschen zu. Bauen Sie Vertrauen auf: Ab sofort führen Sie: Der Hund geht an der Leine HINTER Ihren Füßen.
    Meistens liegt es am fehlenden Vertrauen zu uns, wenn der Hund an der Leine pampt. Beginnen Sie Ihren Hund zu beschützen und zu führen. Hunde versuchen alles „weg zu bellen“ oder zu fliehen, wenn sie uns nicht zutrauen, mit der Situation klar zu kommen.
    Geben Sie Ihrem Hund Sicherheit, indem Sie ihn immer beschützen. Schutz gibt es in allen Strukturen mit Eltern, Lehrern und Chefs – die guten machen uns sicher und gelassen, wir wissen, was wir tun sollen.
    Fremde fassen Ihren Hund vorerst nicht an und Sie vermeiden es, dass der Mensch Ihren Hund ansieht. Sie gehen BOGEN und KREISE und lassen Ihrem Hund Zeit, sich – unter Ihren Schutz und an der Leine – in Ruhe anzunähern. Grundsätzlich ist Ihr Hund HINTER Ihren Füßen und wichtig: IHR KÖRPER IST OHNE AUSNAHME IMMER DAZWISCHEN!!!! Eine Hund an Hund oder eine Leinen-Begegnung geht grundsätzlich schief. Gehen Sie auch in die andere Richtung und nehmen Sie den Blickkontakt heraus. Bleiben Sie in Bewegung und lassen Sie ihn nicht am Rand sitzen, das baut unnötig Stress auf. "Keksen" Sie nicht, das bringt nichts.
    Er sollte nichts mehr zu „erledigen“ haben – Sie führen und geben Richtung und Verhalten an.
    Bei Ihnen ist es vielleicht auch das Problem, dass Sie zu lange in die Situation hineingehen. Rufen Sie früher ab, leinen Sie früher an, seien Sie immer vorausschauend und ein bisschen fixer als Ihr Hund.
    Nehmen Sie Menschen, die Ihnen entgegenkommen, als „Übung“. Zeigen Sie Ihrem Hund, dass sie seine Furcht ernstnehmen. Genauso gehen Sie an unbekannte Dinge heran – umkreisen Sie sie unter Ihrem Schutz, mit Ihrem Körper dazwischen (!!!!!) gern ein Leckerchen, wenn es klappt – lassen Sie sich bitte viel Zeit, nicht nur „probieren“.
    Nach einer Weile wird Ihr Hund schon selbst an Ihre andere Seite gehen, weil er sich dort wohl fühlt und auf Ihren Schutz vertraut – das ist für Sie ein tolles Gefühl!
    Es wäre auch toll, wenn Sie nicht nur „Gassi-gehen“, sondern Ihren Hund geistig trainieren und beschäftigen, damit er sich nicht langweilt. Hierzu finden Sie alles auf meiner
    Homepage: www.hundimedia.de, siehe Youtube-Filme
    Viele Grüße
    Inge Büttner-Vogt

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