Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Kater verjagen

  Nordrhein-Westfalen
Herbert217 schrieb am 11.08.2016   Nordrhein-Westfalen
Angaben zum Hund: Rhodesian ridgeback , männlich, nicht kastriert, Alter 3-12 Monate

Unser 18 Wochen alten rhodesian ridgeback vertreibt unseren Kater aus dem Haus und von der Terrasse trotz mehrfachen üben üben ect usw nix !!
Er will bestimmt nur spielen aber unser Kater ist schon 11 Jahre und möchte nur seine Ruhe oder auf die Couch .
Ner sobald der Kater den Hund sieht geht er wieder !
Mit unserem ersten Hund ein goldie war dass kein Problem aber er war auch ruhiger ! Ich möchte nur das er den Kater rein lässt und hingehen lässt wo der Kater will denn es wird bald kalt und will nicht das unser Kater ständig draußen verbringt!!!
Danke nochmal 😅

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Antworten(1)

  • Kerstin Gebhardt
    Kerstin Gebhardt (Hundetrainer)
    schrieb am 25.08.2016
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo Herbert, es kann sein, daß er nur spielen will - aber Kater jagen geht nicht, wenn beide auf Dauer zusammenleben sollen. Ich weiß nicht, wie Sie bisher geübt haben. Ich schreiben Ihnen nochmals die einzelnen Schritte auf, wie man vorgehen könnte:

    Hund und Katze!


    wenn Hund und Katze zusammenziehen, es wichtig, von Anfang an ganz ruhig mit den Tieren umzugehen. Keine Unruhe, kein Lärm sollten die gespannte Situation noch zusätzlich erschweren.

    Am besten sollte man einige freie Tage zur Verfügung haben, so dass die vorhandenen Tiere in der für sie ungewohnten Situation zumindest die Sicherheit der Nähe ihres Herrchens oder Frauchens spüren.

    Seien Sie sich darüber im Klaren, dass es zeitaufwändig und anstrengend werden kann, Tiere aneinander zu gewöhnen. Dass nicht Sie, sondern die Tiere entscheiden, wie lange die "Gewöhnungsphase" dauern wird.

    Hier sollte unbedingt der nötige Grundgehorsam vorhanden sein, bevor Sie
    mit dem Aneinander-Gewöhnen beginnen.


    Grundregel: Niemals jagen!
    Stellen Sie mit einer guten Leine und einem sicheren Brustgeschirr sicher, dass der Hund die Katze niemals jagen kann. Bedenken Sie, dass normale Brustgeschirre nicht ausbruchssicher sind. Geschickte Hunde schlüpfen hier schneller raus, als sie schauen können! Hier hilft ein Halsband und eine zweite Leine.
    Wenn die Hund eine weglaufend Katze jagt, fördert das seinen Spiel- oder Jagdtrieb. Er findet das Klasse und will das dann gerne wieder machen. Vermeiden Sie das unbedingt. Andererseits wird die Katze in Ihrer Angst "Hunde sind Katzenfresser" berechtigterweise bestätigt. Hat der Hund die Katze bereits gejagt, fangen Sie nicht bei Null an. Sie fangen bei minus 20 an.

    Es gibt folgende Situationen

    Ihr Hund kennt schon Katzen, z.B. aus der Nachbarschaft und jagt diese auch draußen. Besondere Vorsicht! Ihr Kätzchen kennt schon Hunde und hat nicht allzu viel Angst.

    Der erste Tag
    Arbeiten Sie mindestens zu zweit. Sorgen Sie für Ruhe. Keine Radio oder Fernsehen, keine umherlaufende Kinder sollte die Ruhe stören. Halten Sie für beide Tiere köstliche Leckerli bereit.
    Leinen Sie Ihren Hund an. Halten Sie ihn gut fest oder machen Sie ihn zum Beispiel an einer Heizung fest. Dann lässt eine andere Person die Katze ins Zimmer. Die Katze entscheidet, wieviel Abstand sie braucht. Sehen und von Weitem riechen. Mehr muss nicht sein.
    Streicheln Sie beide Tier. Geben Sie beiden Tieren Schutz und Geborgenheit. Sprechen Sie langsam und leise. Will der Hund wild auf die Katze zurennen und zerrt er an der Leine, machen Sie nicht den Fehler, in zu loben! Lenken Sie ihn ab. Setzen Sie sich vor in Ihn (Leine an der Heizung oder am Tisch festmachen) und sprechen Sie mit Ihn.

    Die nächsten Tage: Üben, üben, üben!
    Üben Sie das Kennenlernen täglich und sorgfältig. Brechen Sie ab, wenn einer der beiden zu wild ist oder zu sehr Angst hat.
    Zerren Sie nicht an der Leine und schreien Sie keinesfalls "Pfui" oder "Lass das". Seien Sie der souveräne und ruhige Punkt in mitten des Aufbrausens der Gefühle auf beiden Seiten. Indem Sie Leckereien füttern, verbinden beide Tier die Situation mit etwas Positivem.
    Stiert der Hund die Katze an, lenke Sie ihn ab. Geht das nicht, halten Sie ihm sanft die Augen zuhalten, versperren Sie ihm die Sicht, reden Sie ruhig auf ihn ein, streicheln ihn, belohnen ihn.
    Je nach Reaktion der Tiere, kann das ein- bis dreimal täglich wiederholt werden.
    Überfordern Sie die Tiere aber nicht. Gehen Sie lieber langsam vor, als zu schnell. Erzwingen Sie nichts. Die Entscheidung treffen sowieso die Tiere, wann und ob sie sich wohlfühlen und nicht Sie.

    .

    Einige wichtige Regeln für das Zusammenleben

    • Die jeweiligen Futterschüsseln müssen für den anderen tabu sein, idealerweise nicht erreichbar. Am besten die Tiere in getrennten Räumen oder zu getrennten Zeiten und nicht im Blickfeld des anderen Füttern.

    • Der Hund darf die Katze auf dem Katzenklo nicht stören

    Den Tieren Zeit geben, nicht zu viel verlangen. Meist ist einer der Schlauere und versteht, was verlangt wird. Meistens die Katze. Manchmal gehen sie von selbst auf den Hund zu und riechen an ihm und das Eis ist gebrochen.
    Irgendwann kommen sich die Tiere von selbst näher. Den Hund notfalls anbinden, die Katze darf sich aber in ihrem Revier bewegen. Das muss der Hund später auch akzeptieren und sehen können.
    Es ist wichtig, immer geduldig zu sein. Rückschläge sind normal, die Tiere gewöhnen sich trotzdem aneinander. Irgendwann spürt man, wann man es wagen kann, den Hund abzuleinen oder nicht dazwischen zu gehen.


    Auch draussen tabu für den Hund: Andere Katzen jagen!
    Will der Hund auch draussen Katzen jagen, muss ebenfalls ein klares Verbot ausgesprochen werden. Deutliche Körpersprache, Ruhe und auch Belohnung, wenn der Hund gehorcht. Lassen Sie Ihn keinesfalls Jagen.

    Die Tiere sollte man erst alleine lassen, wenn sie sich wirklich vertragen und ruhig miteinander sind. Man spürt als Besitzer ja ganz gut, wann das Tier unsicher ist oder nicht. Oft wird geraten, die Decken der Tiere zu Gewöhnung auszutauschen.


    Und noch eines: Seien Sie nicht übertrieben ängstlich, Tiere spüren das und die Angst und Anspannung überträgt sich. Manchmal trauen wir unseren vierbeinigen Mitbewohnern weniger zu, als sie von alleine längst können oder wissen.


    Viele Grüsse aus Düsseldorf

    Kerstin Gebhardt
    www.Kerstin-Gebhardt.de
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