Was tun bei aggressivem Verhalten durch Angst und Unsicherheit?

  
cheryl_herm schrieb am 07.07.2021   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage

Unsere Beagle Dame, 8 Monate alt, ist gegenüber Erwachsenen ängstlich. Deswegen wird Besuch bei uns im Haus oder Hof permanent angebellt und wehe derjenige versucht sie anzufassen, da flüchtet sie panikartig. Selbst bei Personen, die täglich zu uns kommen. Außerhalb unseres Bereichs interessiert es sie nicht, wenn jemand vorbei läuft oder so. Ganz schlimm, seit ein paar Wochen, ist es wenn ein Fahrrad oder Kinderwagen vorbei geht. Die will sie angreifen und das ziemlich aggressiv. Ich versuche vorbei zu laufen, kann sie aber kaum bändigen. Wenn derjenige vorbei ist, dann läuft sie weiter wie wenn nichts gewesen wäre. Ich weiß nicht was ich mit unserem Sturkopf machen soll. Wie kann man das ihr abgewöhnen?

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Antworten(1)

  • Inge Büttner-Vogt
    Inge Büttner-Vogt (Hundetrainer)
    schrieb am 07.07.2021
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Guten Abend,
    Ihr Hund traut Ihnen nicht zu, dass Sie sie beschützen können. Sie muss alles selbst erledigen und sie muss Entscheidungen treffen. Sie muss selbst Streichler abwehren, anstatt dass sie sich auf Ihren Schutz verlassen kann.
    Bitte gehen Sie niemals direkt auf einen Hund oder einen Menschen zu. Bauen Sie Vertrauen auf: Ab sofort führen Sie: Der Hund geht an der Leine HINTER Ihren Füßen.
    Meistens liegt es am fehlenden Vertrauen zu uns, wenn der Hund an der Leine pampt. Beginnen Sie Ihren Hund zu beschützen und zu führen. Hunde versuchen alles „weg zu bellen“ oder zu fliehen, wenn sie uns nicht zutrauen, mit der Situation klar zu kommen.
    Geben Sie Ihrem Hund Sicherheit, indem Sie ihn immer beschützen. Schutz gibt es in allen Strukturen mit Eltern, Lehrern und Chefs – die guten machen uns sicher und gelassen, wir wissen, was wir tun sollen.
    Fremde fassen Ihren Hund vorerst nicht an und Sie vermeiden es, dass der Mensch Ihren Hund ansieht. Sie gehen Bogen und Kreise und lassen Ihrem Hund Zeit, sich – unter Ihren Schutz und an der Leine – in Ruhe anzunähern. Grundsätzlich ist Ihr Hund HINTER Ihren Füßen und wichtig: IHR KÖRPER IST OHNE AUSNAHME IMMER DAZWISCHEN!!!! Eine Hund an Hund oder eine Leinen-Begegnung gehen grundsätzlich schief. Gehen Sie auch in die andere Richtung und nehmen Sie den Blickkontakt heraus. Bleiben Sie in Bewegung und lassen Sie ihn nicht am Rand sitzen, das baut unnötig Stress auf.
    Er sollte nichts mehr zu „erledigen“ haben – Sie führen und geben Richtung und Verhalten an.
    Bei Ihnen ist es vielleicht auch das Problem, dass Sie zu lange in die Situation hineingehen. Rufen Sie früher ab, leinen Sie früher an, seien Sie immer vorausschauend und ein bisschen fixer als Ihr Hund.
    Nehmen Sie Menschen, die Ihnen entgegenkommen, als „Übung“. Zeigen Sie Ihrem Hund, dass sie seine Furcht ernstnehmen. Genauso gehen Sie an unbekannte Dinge heran – umkreisen Sie sie unter Ihrem Schutz, mit Ihrem Körper dazwischen (!!!!!) gern ein Leckerchen, wenn es klappt – lassen Sie sich bitte viel Zeit, nicht nur „probieren“.
    Nach einer Weile wird Ihr Hund schon selbst an Ihre andere Seite gehen, weil er sich dort wohl fühlt und auf Ihren Schutz vertraut – das ist für Sie ein tolles Gefühl!
    Zu Hause ist Ihr Hund an der Leine HINTER Ihren Füßen. Niemand hat Ihren Hund anzufassen. Ihr Hund wird es Ihnen danken indem er endlich einmal entspannen und sich immer mehr auf Sie verlassen kann.
    Es wäre auch toll, wenn Sie nicht nur „Gassi-gehen“, sondern Ihren Hund geistig trainieren und beschäftigen, damit er sich nicht langweilt. Hierzu finden Sie alles auf meiner
    Homepage: www.hundimedia.de
    Viele Grüße
    Inge Büttner-Vogt

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