Deine Hundetrainer-Sprechstunde

Aus Panik wird Gebell....

  Nordrhein-Westfalen
niccha06 schrieb am 28.08.2017   Nordrhein-Westfalen
Angaben zum Hund: Basset Fauve de Bretagne, weiblich, kastriert, Alter 4-10 Jahre

Liebe Experten,

da Sie mir bereits in mehreren "Notlagen" helfen konnten, habe ich nun wieder ein neues Problem:

Unser Hund (Mattes, 5 Jahre alt, Basset Fauve de Bretagne) kam vor ca. 8 Monaten zu uns. Hinter ihm liegt eine uns unbekannte, aber sicherlich nicht sehr schöne Vergangenheit in Spanien. Etliche Narben zeugen hiervon. Über eine Pflegestelle, in der wohl noch neue Ängste dazukamen, kam er dann zu uns. Um nur kurz darauf einzugehen: er reagierte Panisch auf ALLES (Geräusche, Menschen, Tiere, Kinder, Autos, Fahrrdäder, Leine usw.) Er zog sich zurück und versuchte voller Panik zu flüchten. Z. B. war er nicht in der Lage, die Türschwelle zu übertreten. Nun gut, mit viel Geduld und Unterstützung wird er jeden Tag etwas mutiger und reagiert in den meisten Situationen schon recht gelassen. Geblieben ist seine Panik vor Kindern (auch nur die Stimmen). Bei Fahrradfahrern und Joggern reagiert er nun anders: er bellt sie an (so lange er sie sieht), geht aber rückwärts von ihnen weg. Er hat schon noch Angst (keine Panik mehr, würde ich sagen), will sie aber verbellen. Wie sollen wir damit umgehen?
Die zweite Situation:
Im Garten, der komplett 1,80 eingezäunt und nicht einsehbar ist, bellt er auch inzwischen am Zaun, wenn jemand auf der anderen Seite vorbeiläuft. Wir haben es erst nicht unterbunden, weil wir einfach glücklich waren, dass er überhaupt in den Garten geht, sich dann endlich aus seiner Hundehütte rauswagt und nun mutig am Zaun entlang "patroulliert". Aber ich denke, so langsam müssten wir einschreiten, oder?

Für Ihre Tipps bin ich sehr dankbar.

Viele Grüße,
Nicole S.

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Antworten(3)

  • Sabine Kutschick
    Sabine Kutschick (Hundetrainer)
    schrieb am 28.08.2017
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (3)

    Hallo, sie haben da schon eine Menge erreicht. In den Begegnungssituationen fordern sie jetzt ein Alternativverhalten von ihm ein.
    Ihr Hund wird langsam sicherer und beginnt seine eigenen Entscheidungen zu treffen.
    Jetzt muß er erst einmal lernen, was sie von ihm in bestimmten Situationen erwarten. Agieren sie bitte und überlassen es nicht ihm, die Situation zu managen.
    Geben sie ihm ein Verhalten vor, welches er zeigen soll, wenn Personen kommen
    Dies bedeutet, daß er lernen soll, das z.B. ein Radfahrer die Ankündigung für ein bestimmtes Verhalten ist.. Also. du siehst einen Radler, drehe dich zu mir um und wirst dafür belohnt. Belohnung kann alles sein,ihr Hund muß es nur richtig toll finden.
    Wählen sie anfangs die Distanz so groß, daß ihr Hund die Ablenkung zwar gesehen hat, aber noch ansprechbar ist. Belohnen sie ihn, wenn er sich zu ihnen umwendet und die Leine locker bleibt. Üben sie: du siehst etwas, schau mich an, dafür wirst du belohnt.
    Wenn der Hund dann von sich aus zu ihnen Kontakt aufnimmt, können sie schrittweise die Distanz verringern.
    Er soll lernen alles andere ist super toll, weil sie sich mit ihm beschäftigen und er etwas tolles bekommt, wenn er sich zu ihnen wendet und die anderen ignoriert.
    Irgendwann kommen sie auch ohne den ganzen "Aufwand" an allem vorbei und ein "Fein/super" genügt als Belohnung.
    Sollten sie alleine nicht vorwärts kommen, suchen sie sich professionelle Hilfe. Begegnungssituationen kann man auf einem Hundeplatz gut trainieren, weil man sie kontrolliert arrangieren kann und ihnen so das Rüstzeug für den Alltag mitgeben..
    Adressen finden sie z.B. auf den Seiten des BHV unter www.hundeschulen.de

    Mit freundlichen Grüßen Sabine Kutschick
    zertifizierter Hundetrainer/Verhaltensberater IHK/BHV

  • niccha06
    niccha06
    schrieb am 29.08.2017

    Liebe Frau Kutschick,
    vielen herzlichen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Damit kann ich auf jeden Fall arbeiten. Er ist zwar etwas stur, aber ich denke, dazu kann ich ihn bringen. Bisher habe ich es so gemacht, dass - sobald ein Auto oder Fahrrad sichtbar wird - ich mit ihm einen Schritt vom Weg zur Seite mache und ihn Sitz machen lasse. Bei Autos funktioniert das super, bei Fahrrädern "flippt" er aus.

    Haben Sie auch einen Tipp, wie ich es im Garten handhabe? Auch zurückrufen und alternativ was "Tolles" anbieten?

    Vielen lieben Dank!

    Nicole Schmitz

  • Sabine Kutschick
    Sabine Kutschick (Hundetrainer)
    schrieb am 29.08.2017
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (3)

    Hallo, es freut mich, wenn ich Ihnen etwas weiterhelfen konnte.
    Im Garten müssen sie genau überlegen,was sie möchten. Soll er melden oder gar nicht bellen? Wenn er melden soll, gehen sie hin, sagen z.B. "Okay, habe ich gesehen, ist in Ordnung. Ruhe jetzt" . Dann lernt er, anschlagen ist gewünscht, dann "übernehmen" sie aber und er hat leise zu sein.
    Achten sie dabei unbedingt darauf, keine falschen Lernketten entstehen zu lassen. Nämlich, du bellst, super du bekommst eine Belohnung. Er muß erst leise sein, bevor sie ihn belohnen. Machen sie auch kein großes Gewese drum. Sonst lohnt es sich für ihn zu bellen, weil er jedesmal ihre Aufmerksamkeit bekommt. Dann bellt er unter Umständen jede Mücke an. Das ist eine Gratwanderung.
    Soll er gar nicht bellen, wird es noch etwas schwieriger. Dann müssen sie ihn IMMER dann belohnen, solange er leise ist, wenn am Zaun jemand vorbeiläuft. Sie können ihm auch beibringen zu ihnen zu kommen, wenn jemand vorbeiläuft. Dies erfordert aber ein sehr intensives und exaktes Training, weil sie IMMER da sein müssen, wenn er alleine im Garten ist.
    Überlgen sie, was sie wünschen und womit sie (und ihre Nachbarn) leben können.


    Mit freundlichen Grüßen S. Kutschick

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