Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Wie kann ich meiner sehr ängstlichen Hündin helfen?

charlotte schrieb am 05.11.2012
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Machen Sie Angaben zu Ihrem Hund:

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Rasse: Zwergschnauzer

Geschlecht: weiblich

Alter: 11 Monate

kastriert: nein



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Meine Hündin ist bei allem neuen / lautem sehr ängstlich. Wenn wir in die Stadt gehen (absolute Kleinstadt ohne Busse und Straßenbahn!!) wird sie richtig panisch und versucht wegzulaufen. Sie hechelt und läßt sich nicht einmal durch Leckerlis ablenken. Normalerweise läuft sie prima an der Leine nur mit Halsband. Für die Stadt habe ich jetzt aber extra ein Geschirr besorgt.

Wir haben sie mit 7 Monaten von einem guten Züchter, der sie eigentlich auf Alltagsgeräusche geprägt hat und auch mal mit ihr in der Stadt war. Normalerweise läßt sie sich auch ohne Leine im Wald super abrufen. Was kann ich gegen die Angst tun? Ist das evtl. eine Entwicklungsphase? Generell ist sie eher eine ruhige, brave Hündin.

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Antworten(3)

  • Dr. Stefanie Ott
    Dr. Stefanie Ott (Hundetrainer)
    schrieb am 06.11.2012
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo Charlotte,


     


    bitte schreiben Sie doch ein wenig mehr zu Ihrem Züchter, so dass ich mir ein Bild davon machen kann, welche Hunde erzüchtet, wie er lebt (städtisch, ländlich) und wie er die Hunde genau aufgezogen hat (warum wurde Ihr Hund eigentlich erst mit 7 Monaten abgegeben?). Bitte schreiben Sie auch etwas mehr zu dem Problem (wann ist es aufgetreten, wie hat es sich entwickelt).


     


    Viele Grüße,


    Stefanie Ott

  • Charlotte0206
    Charlotte0206
    schrieb am 07.11.2012

    Der Züchter züchtet mit viel Herz und Sachverstand  seit vielen Jahren nur Zwergschnauzer.


    Er wohnt sehr ländlich. Unsere Hündin wurde in der Prägephase Umweltgeräuschen bekannt gemacht, und ihr bester Kumpel war ein Riesenschnauzer :) Auch die Kinder der Familie gingen bei ihm ein und aus.


    Autofahren war ihr nicht so bekannt, hat sie aber mit uns sehr schnell gelernt und genießt es.


    Sie wurde erst mit 7 Monaten abgegeben, weil der Züchter seine Hunde erst abgibt, wenn er der Ansicht ist, dass die Chemie zwischen Hund und Mensch paßt.


    Uns hat ihr Alter nicht gestört, da wir nicht auf einen Welpen fixiert waren. Sie auch eine sehr liebe.


    Ich bin mit ihr schon eine kurze Bahnstrecke gefahren. Die ersten 15 Minuten war sie sehr angestrengt, zitterte und hechelte wie verrückt, dann wurde sie zunehmend ruhiger und legte sich nach 15 Minuten in ihr Körbchen und war nicht mehr angespannt. Sie war ansprechbar, frass auch Schwanzwedeln Leckerlis. Keine Angstpupillen etc.
    Als ich dann 2 Wochen später mit ihr in eine Kleinstadt bin mit wenig Betrieb war sie anfangs nur etwas angespannt und fing an nach 15 Minuten an der Leine zu ziehen. Wenn eine Ladentür offengestanden wäre, wäre sie da reingehuscht. Ich habe versucht sie mit ihren Tricks, die sie gut drauf hat abzulenken, aber keine Chance. Sie fing an ganz arg zu hecheln und zu zittern, als ob sie auf einem Vibrationsbrett steht. Ich habe den Versuch sofort abgebrochen und bin mit ihr in einer Seitenstraße, in der die Vögel zwitschern langsam und ruhig zum Auto.
    Sie ist entspannt ins Auto gestiegen, so als ob nichts wäre.
    Ich habe es jetzt schon öfters versucht. Keine Chanc. Die zittert, als ob sie nackt bei minus 50 Grad draußen wäre.
    Allem neuen (neue Futterbox, neue Handtücher nach dem Gassi zum Pfoten abtrocknen... )gegenüber ist sie sehr ängstlich und rennt in Bodennähe zum Körbchen.


    Grad ist sie auch noch Läufig und aus dem Körbchen fast nur für´s Gassi zu bewegen.
    Tja, sie ist unser Mimöschen und wir würden ihr gerne helfen.

  • Dr. Stefanie Ott
    Dr. Stefanie Ott (Hundetrainer)
    schrieb am 22.11.2012
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo Charlotte,


     


    auf Grund Ihrer Schilderungen vermute ich, dass Ihre Hündin während der ersten Lebenswochen nicht ausreichend Erfahrungen mit alltäglichen Dingen gemacht hat. Wenn ein Hund diese Erfahrungen nicht sammeln konnte, hat er kein Referenzsystem, das ihm sagt, welche Dinge in seinem weiteren Leben er als "normal" einstufen kann. Dies wiederum führt dazu, dass ein Hund viele Dinge als unbekannt und daher angsteinflößend ansieht.


     


    Wichtig für Sie und Ihre Hündinist, dass Sie zunächst einmal alle Situationen vermeiden, in denen Ihre Hündin Angst hat. Geben Sie Ihrer Hündin die Möglichkeit, ihren Alltag möglichst entspannt zu durchleben. Erst wenn Ihre Hündin die Alltagssituationen entspannt meistern kann, sollten Sie daran denken, gezielt an Problemsituationen zu arbeiten. Da bei ängstlichen bzw. panischen Hunden hier im Training in jeder Sekunde die Körpersprache sehr gut beobachtet werden muss und in ganz kleinen Schritten gearbeitet werden muss, damit der Hund nicht überfordert wird und das Training zusammenbricht, sollten Sie hier die Hilfe eines verhaltenstherapeutisch tätigen Tierarztes in Anspruch nehmen.


     


    Viele Grüße,


    Stefanie Ott

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