Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Was tun gegen Angst

  Nordrhein-Westfalen
Lucylou schrieb am 04.01.2016   Nordrhein-Westfalen
Angaben zum Hund: Mischlinge bis 44 cm, weiblich, nicht kastriert, Alter über 5 Jahre

Hallo , unsere Hündin kommt aus dem Tierschutz. Wahrscheinlich Vermehrer. Sie scheint nichts zu kennen. Sie erschreckt bei jedem Geräusch und auch vor dem Spaziergang hat sie Angst. An Strassen ist es ganz schlimm. Wenn Autos vorbei fahren bekommt sie Atemnot und entweder sie rennt los oder sie setzt sich und will keinen Schritt mehr gehen. Im Haus erschreckt sie schon vor dem Abreissen eines Kalenderblattes usw.
Wie kann ich ihr helfen ?

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Antworten(1)

  • Inge Büttner-Vogt
    Inge Büttner-Vogt (Hundetrainer)
    schrieb am 04.01.2016
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (2)

    Guten Tag,
    das Wichtigste ist, zuerst einmal Vertrauen und Sicherheit aufzubauen an Ihrer Seite und alles zu meiden, was sie erschreckt. Einsame Wege, keine Hunde, Abschirmen und beschützen:
    Beginnen Sie Ihren Hund zu beschützen und zu führen. Ihr Hund ist unsicher und geht von Ihnen weg - das ist seine Strategie, weil er Ihnen nicht zutraut, mit der Situation klar zu kommen.
    Ab sofort führen Sie: Der Hund geht HINTER Ihren Füßen, sie gehen niemals auf einen Hund oder einen Menschen zu. Meistens liegt es am fehlenden Vertrauen zu uns. Sie vermitteln Ihrem Hund Sicherheit, indem Sie ihn immer beschützen. Schutz gibt es in allen Strukturen mit Eltern, Lehrern und Chefs – die guten machen uns sicher und gelassen, wir wissen, was wir tun sollen.
    Fremde fassen Ihren Hund vorerst nicht an und Sie vermeiden es, dass der Mensch Ihren Hund ansieht. Sie gehen Bogen und Kreise und lassen Ihrem Hund Zeit, sich – unter Ihren Schutz und an der Leine – in Ruhe anzunähern. Grundsätzlich ist Ihr Hund HINTER Ihren Füßen und wichtig: IHR KÖRPER IST OHNE AUSNAHME IMMER DAZWISCHEN!!!! Eine Hund an Hund-Begegnung geht grundsätzlich schief. Gehen Sie auch in die andere Richtung oder schirmen Sie ihn am Rand ab. Er sollte nichts mehr zu „erledigen“ haben – Sie führen und geben Richtung und Verhalten an.
    Bei Ihnen ist es vielleicht auch das Problem, dass Sie zu lange in die Situation hineingehen ohne etwas zu tun, reagieren Sie sofort, vor dem Hund, wenn es geht, das schafft Vertrauen.
    Nehmen Sie Menschen, die Ihnen entgegenkommen, als „Übung“. Zeigen Sie Ihrem Hund, dass sie seine Furcht ernstnehmen. Alle Hunde in meinem Training haben es geschafft, als die Besitzer mit dem Schutzprogramm angefangen haben. Genauso gehen Sie an unbekannte Dinge heran – umkreisen unter Ihrem Schutz, mit Ihrem Körper dazwischen (!) gern ein Leckerchen, wenn es klappt – lassen Sie sich bitte viel Zeit, nicht nur „probieren“.
    Nach einer Weile wird Ihr Hund schon selbst an Ihre andere Seite gehen, weil er sich dort wohl fühlt und auf Ihren Schutz vertraut – das ist für Sie ein tolles Gefühl!
    Lassen Sie sich vor allem viel Zeit. Sie haben keine Garantie, dass es gelingt, aber wenn, ist es nur mit absolutem Schutz und Ihrer Stärke, dann kann der Hund wieder Vertrauen fassen.
    Es wäre auch toll, wenn Sie nicht nur „Gassi-gehen“, sondern Ihren Hund geistig trainieren und beschäftigen, damit er sich nicht langweilt. Hierzu finden Sie alles auf meiner
    Homepage: www.hundimedia.de
    Bücher „Spiel und Spaß mit Hund“ und „Mehr Spiel und Spaß mit Hund“ Film: „Der Weg ist das Ziel: 222 Möglichkeiten den Hund zu beschäftigen.
    Viele Grüße
    Inge Büttner-Vogt


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