Allgemeine Ängstlichkeit, vor allem vor Autos, laute Geräusche; Sitzenbleiben beim Gassigehen

Angst ❯ Vor Gegenständen / Geräuschen
Angelika G. schrieb am 17.01.2024
Hallo liebes Team,

ich bin ehrenamtliche Hundegassigeherin im Tierheim.

Derzeit gehe ich mit einem 7-Monate jungen Rüden spazieren. Er stammt aus dem Ausland aus Zwingerhaltung.

Er zeigt große Angst z.B. bei lauten Geräuschen oder wenn Autos vorbeifahren (zieht an der Leine und macht sich klein).

Mit seiner Angst gehe ich folgender Maßen um:
Ich ignoriere seine Angst, blicke nicht in seine Richtung, nehme die Leine kurz und gehe weiter (teilweise ziehe ich etwas an der Leine). Es ist nun etwas besser geworden, er läuft dicht neben mir und bekommt nach dem Vorbeitfahren der Autos Leckerli.

Durschnittlich bin ich ca. 2 Stunden mit dem Hund unterwegs; Feld, Straße, Wald. Seit kurzem kommt das Verhalten: plötzliches Stehenbleiben, setzt sich hin und will nicht mehr weiterlaufen!

Auch hier versuche ich das Verhalten zu ignorieren und einfach weiter zu gehen, was aber dann sehr schwierig ist, weil ich wieder an der Leine ziehen muss.

Mit Spielzeug oder Ähnlichem kann ich ihn leider nicht ablenken. Er kennt weder Stöckchen oder sonstige Dinge. Gebellt hat er bisher noch nie.

War mein bisheriges Verhalten richtig? Was kann ich Gutes im Sinne für den Hund machen?

Derzeit gehen mit diesem Hund 2 Personen Gassi, damit er nicht überfordert wird.

Ich freue mich auf Antwort.

Vielen Dank
Gruß
Angelika Groß
4 Antworten
Guten Tag,
ich nehme an, der Rüde kennt nichts, ist in der Pubertät und hat vermutlich vorher nie einen Spaziergang gemacht. Sie beschützen ihn schon gut, indem Sie ihn HINTER Ihren Füßen führen und an der dem Ereignis abgewandten anderen Körperseite. Fressen und Stress gehen nicht zusammen. Wenn Sie Fleischwurst nehmen dürfen, füttern Sie ihn immer dann, wenn es ihm gelingt, Ihnen zu folgen. Ducken nichts - weitergehen Futter, so wie Sie es jetzt schon machen - je mehr Hunger, desto besser, also immer hungrig raus, wenn das machbar ist. Sie beachten sicher, dass er keine Angst mehr zeigen darf, wenn Sie ihn belohnen, hier ist die richtige Verknüpfung absolut wichtig. Ich würde davon ausgehen, dass er keine Angst hat, sondern unsicher ist und noch nichts erlebt hat. Machen Sie selbst ein Geräusch, was er sehen kann und belohnen ihn für wedeln oder Aufmerksamkeit. Ehe Sie an der Leine ziehen, werfen Sie ein Leckerchen auf den Weg: Such schön, vrsuchen Sie ihn geistig zu trainieren mit Futter suchen, fangen - aber das geht nur mit einem Jackpot-Futter.Wenn er sitzen bleibt, gehen Sie zurück, vermutlich ist sein Speicher im Gehirn voll, er muss alles erst mal verarbeiten...
Ich wünsche Ihnen viel ERfolg, Sie können mir gern noch einmal schreiben...
viele Grüße
Inge Büttner-Vogt
www.hundimedia.de
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Angelika G. | Fragesteller/in
schrieb am 21.01.2024
Sehr geehrte Frau Büttner-Vogt,

vielen herzlichen Dank für Ihre rasche Antwort -:)

Der Hund, den ich ausführe, will schon ungern aus seiner Umgebung raus. DIe Pflegerin übergibt ihn mir und schon geht er rückwärts. Nur mit Leckerli in meiner Hand läuft er dann an meiner Seite.
Ich habe Ihre Ratschläge befolgt; sobald der Hund gebockt hat und Sitzen geblieben ist, habe ich nicht an der Leine gezogen sondern Leckerli geworfen und ihn suchen lassen; hat er auch gut gemacht. ABER: so ungefähr nach dem dritten Wurf der Leckerli bockte er wieder. Und das dann ein paar mal; es war eigentlich kein Spaziergang mehr. Er ging nur weiter, wenn ich die Leckerli geworfen habe.

Das Bocken ignorieren und in eine andere Richtung geht nicht, weil diese andere Richtung wieder zu seiner Pflegestelle ist, da würde er ohne Probleme laufen.

Ich habe dann die Leckerli in eine Richtung geworfen, wo ich andere Hundespuren im Schnee gesehen hab, dann hatte es funktioniert und er bockte nicht mehr. So konnten wir dann doch noch 2 Stunden laufen.

Nächsten Samstag werde ich es mit einem Futterdummy versuchen.

Nochmals herzlichen Dank für Ihre Ratschläge und noch einen schönen Sonntag.

LG
Groß


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Guten Abend,
das klingt doch sehr hoffungsvoll: Stress und Fressen gehen nicht zusammen. Haben Sie bitte sehr viel Geduld, das, was Sie geschrieben haben, klingt super,
ich wünsche Ihnen ganz viel Erfolg,viele Grüße
Inge Büttner-Vogt
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Angelika G. | Fragesteller/in
schrieb am 22.01.2024
Sehr geehrte Frau Büttner-Vogt,

vielen Dank, ich werde viel Geduld haben und ich hoffe, dass der Hund dann in gute Hände vermittelt werden kann.

Eine schöne Zeit auch für Sie!

LG
Groß
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