Wie kann ich die Angst vor anderen Hunden loswerden, nachdem mein Hund angegriffen wurde?

  
Lena25 schrieb am 15.11.2022   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage


Mein Problem ist ein bisschen komplexer und besteht aus zwei Großereignissen der letzten Monate. Zum einen wurde mein Hund (unkastrierter Chihuahua Mix) vor 5 Monaten bereits zum zweiten Mal (an der Leine) gebissen und dabei sehr schwer verletzt. Trotzdem ging er nach wie vor sehr offen und freundlich auf andere Hunde zu, nur war sein „Geduldsfaden“ etwas kürzer. Vor zwei Monaten dann eine weitere schlimme Begegnung. Mein Hund, wieder angeleint, und ich wurden vom Nachbarshund (Australian Shepherd) attackiert. Dieser hat so lange einen Weg aus dem eigentlichen geschlossenen Grundstück gesucht, um uns hinterher zu jagen mit direkter Kampfabsicht. Dies ist im letzten Jahr schon mehrfach passiert und beim Spaziergang vor einem Jahr hatte er meinen Hund bereits gebissen. Zum Schutz vor einem weiteren Biss/Kampf, der diesmal vermutlich tödlich ausgegangen wäre, habe ich ihn direkt hochgenommen, deswegen hat er mich gebissen. Seit dem ist jeder Spaziergang geprägt von (meiner) Angst. Nicht davor, dass ich erneut gebissen werde, damit könnte ich leben, aber vor jedem anderen Hund, der unbeaufsichtigt auf einem Grundstück ist, oder unterwegs frei ohne Leine läuft. Mein Hund ist seit dem aggressiver, bzw. würde ich eher sagen ängstlicher und verhält sich vor allem an der Leine auch teilweise bekannten Hunden gegenüber aggressiv. Meiner Meinung nach, versucht er mich vor allem und jeden zu schützen und will auch keine Wege mehr gehen, an denen wir schlechte Erfahrungen gemacht haben, oder ich einfach nur ein schlechtes Gefühl, oder sogar Panik hatte. Ich weiß, der Großteil des Problems bin vor allem ich. Wie schaffe ich es, endlich wieder entspannt und vor allem glücklich und ohne Angst mit meinem Hund laufen zu gehen, ohne dass einer von beiden immer angespannt versucht den jeweils anderen zu beschützen? Den Kontakt mit dem Nachbarhund und auch den Weg an deren Grundstück meide ich seitdem tunlichst, da hier anscheinend nicht die Notwendigkeit gesehen wird, irgendetwas an der gegenwärtigen Situation zu verändern. Ich bedanke mich schon im Voraus für Ihre Antwort und hoffe auf zumindest eine kleine Hilfe.


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Antworten(1)
  • Inge Büttner-Vogt
    Inge Büttner-Vogt (Hundetrainer)
    schrieb am 15.11.2022
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Guten Tag,
    Sie beide brauchen vertrauensbildende Massnahmen! Atmen Sie viel aus, den Ihr Stress spiegelt sich auf den Hund. Diese Erlebnisse sind schrecklich, aber noch schlimmer ist die ständige Angst davor! Gehen Sie andere Wege und
    ab sofort führen Sie: Der Hund geht an der kurzen Leine HINTER Ihren Füßen und an Ihrer zum Ereignis abgewandten Seite.
    Meistens liegt es am fehlenden Vertrauen zu uns, wenn der Hund an der Leine pampt. Beginnen Sie Ihren Hund zu beschützen und zu führen. Hunde versuchen alles „weg zu beißen“, wenn sie uns nicht zutrauen, mit der Situation klarzukommen.
    Geben Sie Ihrem Hund Sicherheit. Hunde brauchen Regeln und Rituale, die Sie festlegen und durchsetzen. Dann fühlt sich ein Hund gut, weil er weiß, dass er sich auf uns verlassen kann. Schutz gibt es in allen Strukturen mit Eltern, Lehrern und Chefs – die guten machen uns sicher und gelassen, wir wissen, was wir tun sollen.
    Fremde fassen Ihren Hund nicht an und Sie vermeiden es, dass ein Mensch Ihren Hund ansieht. Sie gehen Bogen und Kreise und lassen Ihrem Hund Zeit, sich – unter Ihren Schutz und an der Leine – in Ruhe anzunähern. Grundsätzlich ist Ihr Hund HINTER Ihren Füßen und wichtig: IHR KÖRPER IST OHNE AUSNAHME IMMER DAZWISCHEN!!!! Eine Hund an Hund oder eine Leinen-Begegnung gehen grundsätzlich schief. Gehen Sie auch in die andere Richtung und nehmen Sie den Blickkontakt heraus. Bleiben Sie in Bewegung und lassen Sie ihn nicht am Rand sitzen und beugen Sie sich nicht über ihn, das baut unnötig Stress auf.
    Er sollte nichts mehr zu „erledigen“ haben – Sie führen und geben Richtung und Verhalten an.
    Bei Ihnen ist es vielleicht auch das Problem, dass Sie zu lange in die Situation hineingehen. Rufen Sie früher ab, leinen Sie früher an, seien Sie immer vorausschauend und ein bisschen fixer als Ihr Hund.
    Nehmen Sie Menschen, die Ihnen entgegenkommen, als „Übung“. Zeigen Sie Ihrem Hund, dass sie seine Furcht/Unsicherheit ernstnehmen. Genauso gehen Sie an unbekannte Dinge heran – umkreisen Sie sie unter Ihrem Schutz, mit Ihrem Körper dazwischen (!!!!!) gern ein Leckerchen, wenn es klappt – lassen Sie sich bitte viel Zeit, nicht nur „probieren“.
    Nach einer Weile wird Ihr Hund schon selbst an Ihre andere Seite gehen, weil er sich dort wohl fühlt und auf Ihren Schutz vertraut – das ist für Sie ein tolles Gefühl!
    Es wäre auch toll, wenn Sie nicht nur „Gassi-gehen“, sondern Ihren Hund geistig trainieren und beschäftigen, damit er sich nicht langweilt.
    Viele Grüße
    Inge Büttner-Vogt
    www.hundimedia.de

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