Unsere Hündin Selly hat fürchterliche Angst vor anderen Hunden, was können wir tun?

  
wundergibtesdoch schrieb am 21.09.2021   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage

Was können wir tun? Wir haben vor 10 Tagen eine ganz liebe Hündin (Selly) vom Tierschutzverein aus Rumänien bekommen. Laut Video und Vorstellung aus Rumänien, war sie sehr zurückhaltend und hätte sich aber aus allen Streitereien raus gehalten. Sie war im Video auch mit anderen großen Hunden zusammen in einem Zwinger zu sehen. Als wir sie bekommen haben hatte sie Bisswunden um die Schnauze herum und an der Stirn. Diese Wunden waren aber auf den Videos aus Rumänien noch nicht zu sehen also mussten sie noch verhältnismäßig frisch sein. Unsere Selly ist ein ganz liebe und sie lernt sehr schnell. Bei unserem ersten Spaziergang mussten wir aber leider feststellen, dass Selly vor allen anderen Hunden eine fürchterliche Angst hat. Wahrscheinlich durch die Bisswunden. Sie bellt und jault schon von weitem jeden Hund an und will auch zu den Hunden hin. Es kommt sehr aggressiv rüber und jeder Hundehalter nimmt verständlicherweise, reißaus. Sie lässt sich in dem Moment von nichts ablenken auch nicht von Leckis. Wir wissen leider nicht wie wir am besten damit umgehen und das Problem angehen sollen. Wir würden uns sehr freuen, wenn uns jemand dabei helfen kann und Lösungsansätze geben kann, wie wir Selly die Angst vor anderen Hunden nehmen könnten.

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Antworten(1)

  • Inge Büttner-Vogt
    Inge Büttner-Vogt (Hundetrainer)
    schrieb am 25.09.2021
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (3)

    Guten Abend,
    es wird einige Zeit dauern, bis sich die Hündin Ihnen anvertraut und nicht mehr versucht alles wegzubellen. Sie schwere Verletzungen an Körper und Seele erlebt und braucht jetzt Ihre Hilfe:
    Bitte gehen Sie niemals direkt auf einen Hund oder einen Menschen zu. Bauen Sie Vertrauen auf: Ab sofort führen Sie: Der Hund geht an der Leine HINTER Ihren Füßen.
    Meistens liegt es am fehlenden Vertrauen zu uns, wenn der Hund an der Leine pampt. Beginnen Sie Ihren Hund zu beschützen und zu führen. Hunde versuchen alles „weg zu bellen“ oder zu fliehen, wenn sie uns nicht zutrauen, mit der Situation klar zu kommen.
    Geben Sie Ihrem Hund Sicherheit, indem Sie ihn immer beschützen. Schutz gibt es in allen Strukturen mit Eltern, Lehrern und Chefs – die guten machen uns sicher und gelassen, wir wissen, was wir tun sollen.
    Fremde fassen Ihren Hund vorerst nicht an und Sie vermeiden es, dass der Mensch Ihren Hund ansieht. Sie gehen Bogen und Kreise und lassen Ihrem Hund Zeit, sich – unter Ihren Schutz und an der Leine – in Ruhe anzunähern. Grundsätzlich ist Ihr Hund HINTER Ihren Füßen und wichtig: IHR KÖRPER IST OHNE AUSNAHME IMMER DAZWISCHEN!!!! Eine Hund an Hund oder eine Leinen-Begegnung geht grundsätzlich schief. Gehen Sie sehr oft mit Selly in die andere Richtung und nehmen Sie den Blickkontakt heraus. Bleiben Sie in Bewegung und lassen Sie ihn nicht am Rand sitzen und beugen Sie sich nicht über ihn, das baut unnötig Stress auf.
    Er sollte nichts mehr zu „erledigen“ haben – Sie führen und geben Richtung und Verhalten an.
    Bei Ihnen ist es vielleicht auch das Problem, dass Sie zu lange in die Situation hineingehen. Rufen Sie früher ab, leinen Sie früher an, seien Sie immer vorausschauend und ein bisschen fixer als Ihr Hund.
    Nehmen Sie Menschen, die Ihnen entgegenkommen, als „Übung“. Zeigen Sie Ihrem Hund, dass sie seine Furcht ernstnehmen. Genauso gehen Sie an unbekannte Dinge heran – umkreisen Sie sie unter Ihrem Schutz, mit Ihrem Körper dazwischen (!!!!!) gern ein Leckerchen, wenn es klappt – lassen Sie sich bitte viel Zeit, nicht nur „probieren“.
    Nach einer Weile wird Ihr Hund schon selbst an Ihre andere Seite gehen, weil er sich dort wohl fühlt und auf Ihren Schutz vertraut – das ist für Sie ein tolles Gefühl!
    Es wäre auch toll, wenn Sie nicht nur „Gassi-gehen“, sondern Ihren Hund geistig trainieren und beschäftigen, damit er sich nicht langweilt. Hierzu finden Sie alles auf meiner
    Homepage: www.hundimedia.de
    Viele Grüße
    Inge Büttner-Vogt

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