Ihre Hundetrainer-Sprechstunde

Sehr unsicherer/ängstlicher Hund

  Nordrhein-Westfalen
Terrier schrieb am 08.01.2015   Nordrhein-Westfalen
Angaben zum Hund: Terrier, Parson-Russel, weiblich, nicht kastriert, Alter 1-5 Jahre

Hallo,
ich habe seit 2 Jahren einen Parson Russel Terrier (nicht mein erster Hund) sie ist an sich eine super tolle Hündin. Wäre da nicht die ein oder andere Problematik.
Sie ist ziemlich unsicher was andere Hunde & Menschen angeht.
Sie bellt generell jeden Hund an, den sie trifft. Vor allem, wenn mein zweiter Hund dabei ist. Er fängt dann auch an zu bellen, wenn sie es tut allerdings reicht bei ihm ein kurzes Nein und er ist ruhig er ist aber generell ein sehr verträglicher Hund. Leider ist es bei meiner Hündin nicht so.
Beschnüffeln sie andere Hunde bzw wollen sie es, knurrt sie und schnappt ggf. Habe schon einiges ausprobiert mit mäßigem Erfolg.
Unter anderem Richtung wechseln, hinsetzen & den anderen Hund vorbei laufen lassen, am Hund vorbei gehen (ohne das ich was sage), Ablenken mit leberwurst etc hat auch nichts gebracht.
Bei anderen Menschen reagiert sie verschieden.
Kinder mag sie nicht bzw. Kinder, die noch im KiGa sind ältere findet sie ok. Denke das liegt daran, dass sie nicht mit Kindern aufgewachsen ist.
Bei fremden Personen ist es komplett anders. Einige können sie streicheln. Bei anderen wiederum, ist sie sehr vorsichtig und wieder andere lässt sie gar nicht dran.

Nun ein paar Infos zu meiner kleinen.
- 2 Jahre alt
- Hündin / nicht kastriert
- Grundkomandos beherrscht sie einwandfrei solange kein Hund kommt.
- Vertrauen zu mir ist meiner Ansicht nach gegeben, da wir viele Übungen dazu gemacht haben ( über ne Plastikplane laufen, an Flatterband vorbei, Baumstamm überqueren usw.)
hat sie auch alles supi mitgemacht.
Wir gehen am Tag ca. 3 Stunden.
Mache mit ihr hin & wieder mal Suchspiele oder gehe schwimmen oder wir kramen mal unsere Agility Sachen raus.
Bin wirklich am Ende mit meinem Latein hoffe es kann uns jemand helfen.

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Antworten(5)

  • Sabine Kutschick
    Sabine Kutschick (Hundetrainer)
    schrieb am 08.01.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Ihre Hündin hat anscheinend Stress auf den Spaziergängen, ihre Unsicherheit äußert sie durch Bellen und Knurren. Wenn man Stress hat, kann man nicht gut lernen, dass scheinbar bedrohliche Situationen ( KInder, andere Hunde) eigentlich gar nicht schlimm sind.
    Um ihrer Hündin den Stress zu nehmen, können sie unterschiedliche Wege versuchen. Eine Möglichkeit wäre ein Thundershirt. Dies gibt dem Hund ein anderes Körpergefühl und läßt ihn ruhiger in ungewohnten Situationen werden.
    Eine andere Möglichkeit ist die Unterstützung mit Bachblüten oder anderen pflanzlichen Präparaten. Dafür wenden sie sich bitte an einen Tierarzt.
    Sie haben ja schon viele Dinge ausprobiert. Wobei hatten sie die besten Ergebnisse? Auch wenn es nicht immer funktioniert hat.. Dies bauen sie weiter aus. Nicht wechseln. Führen Sie Rituale bei Begegnungen ein. Dies gibt ihrem Hund Sicherheit. Dies könnte z.B. so aussehen: sie sehen, dass ein anderer Hund kommt und holen ihr Suchspielzeug aus der Jacke und zeigen es ihr bzw verstecken es, so dass sie dabei zusehen kann. Belohnung wäre dann, dass sie es holt und ihnen bringt . Dies kann man auch mit angeleintem Hund.
    Wichtig ist, das sie agieren, bevor ihr Hund bellt. Überlegen sie sich Spiele, wo sie auch beide Hunde mit einbeziehen können. Beginnen sie mit dem ruhigeren, dann die Hündin. Bellt sie, hat sie Pech. Sie werden sehen, ziemlich schnell möchte Sie auch mitspielen.
    Treffen sie andere Leute, ersparen sie ihrem Hund den Kontakt. Sie muß sich nicht anfassen lassen. Achten sie darauf, dass Fremde sie nicht bedrängen und sie ausweichen kann. Wenn sie von sich aus Kontakt aufnimmt - okay. Dies kann das Gegenüber mit einem Leckerli belohnen. Ganz wird sie ihre Unsicherheit sicherlich nicht verlieren. Aber sie können ihr alternatives Verhalten anbieten, welches sie alle stressfreier unterwegs sein läßt.

  • Terrier
    Terrier
    schrieb am 09.01.2015

    Danke für die schnelle Antwort.
    Den meisten Erfolg haben wir gehabt, wenn wir die Richtung geändert haben.
    Ich habe die Befürchtung, dass sie sobald sie den Hund sieht direkt anfängt mit dem bellen. Da kann ich selbst ihr lieblings Spielzeug (ein Kong Ball) verstecken, dann wird der Ball uninteressant vor allem, wenn ich mit beiden gleichzeitig raus gehe.

    Das mit den anderen Menschen macht mich etwas stutzig.
    Ich habe meinen beiden eig. beigebracht gerade von fremden nichts zu nehmen.

  • Sabine Kutschick
    Sabine Kutschick (Hundetrainer)
    schrieb am 09.01.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Wichtig ist, dass sie den Hund ablenken, bevor er anfängt zu bellen. Wenn sie schon bellt und sie nimmt hinterher dann (endlich) ein Leckerchen oder ähnliches stellt es sich aus Hundesicht so dar. Ich belle, Frauchen zieht was Leckeres/Interessantes aus der Tasche. Prima - bellen lohnt sich für mich! Ignorieren sie ab jetzt das Bellen, wird sie es anfangs verstärkt zeigen. Wie ein Kind, welches plötzlich an der Supermarktkasse keine Süßigkeiten mehr bekommt. Belohnen sie nur, wenn der Hund nicht bellt. Meist denkt man, oh es klappt schon gut mit dem Ablenkenn und plötzlich nicht mehr. Dann versucht man etwas neues. Aber an dem Punkt ist wirklich durchhalten angesagt.
    Wenn sie mit beiden Hunden unterwegs sind, belohnen sie den Rüden solange er leise ist. Dies entzieht ihr die "Rückendeckung".
    Grundsätzlich ist es richtig und völlig okay, wenn sie dem Hund beibringen, von Fremden nichts anzunehmen. Geben sie ihr jetzt einfach die Erlaubnis, etwas zu nehmen. Hintergedanke ist, dass ihre Hündin entscheidet zu wem sie Kontakt aufnimmt und wenn sie es tut, dass dies belohnt wird. Sie können ein Wortsignal einführen, wie z.B. du darfst oder einfach ein okay. Da sind ihrer Phantasie keine Grenzen gesetzt. Wenn sie dies so antrainieren, brauchen sie auch nicht zu befürchten, dass die Hündin später von jedem Fremden Futter annimmt.

  • Terrier
    Terrier
    schrieb am 10.01.2015

    Ja ist mir bewusst, dass es davor geschehen muss nur bin ich mir sicher, dass wenn ich sie ablenke & sie dann den Hund sieht, wenn er an uns vorbei geht anbellt und der Ball in diesem Moment uninteressant ist - trotzdem werde ich es ausprobieren.

    Okay. Dann werden wir mal schauen.
    Ich werde Sie auf dem laufenden halten & danke Ihnen für die Hilfe.


  • Sabine Kutschick
    Sabine Kutschick (Hundetrainer)
    schrieb am 10.01.2015
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Das Problem ist herauszufinden, welche Ablenkung stark genug ist, um die Aufmerksamkeit ihrer Hündin zu fesseln. Wenn sie trotzdem bellt, ist der Ball einfach nicht interessant genug.
    Gibt es vielleicht noch etwas anderes, was ihre Hündin toll findet?
    Wenn sie noch eine Idee haben, testen sie es aus.
    Sie können parallel dazu auch ein neues Motivationsobjekt auftrainieren. Dies erfordert jedoch viel Vorbereitungszeit zu Hause, bis es für den "Strasseneinsatz" gefestigt ist.

    Ich wüncshe ihnen erst einmal viel Erfolg und freue mich über ein Fedback.

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