Was tun, wenn der Hund in Alltagssituationen sehr ängstlich ist?

  
Aska1 schrieb am 08.08.2022   
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Hallo. Meine 4 Jahre alte Galgo-Bardino-Mix-Hündin ist ziemlich schreckhaft und hat immer noch vor vielen Dingen Angst (deutlich weniger als früher). Sie lebte wohl ihre ersten 2 Lebensjahre auf der Straße, seit einiger Zeit hat sie angefangen im Haus/ Garten vermehrt zu bellen. Sie bellt auch uns an, Besuch der schon länger da ist, wenn es windet usw. Wenn wir versuchen sie abzulenken, sie ansprechen oder einfach nur ums Hauseck laufen, wenn sie im Hof gebellt hat, kommt sie geduckt und mit eingezogenem Schwanz auf uns zu. Sogar wenn wir ihr ein Leckerli geben möchten. Ich würde sie gerne auch mehr auslasten Leider lässt sie sich aber kaum mit etwas beschäftigen, außer Gassi gehen.( was wir in der Regel 1-2 Stunden täglich machen Keine Tricks ,keine Suchspiele, ....). Ansonsten läuft sie ständig durchs Haus bzw. den Garten, es sei denn wir setzen uns mit ihr in einen Raum. Die Versuche sie an einen Platz zu gewöhnen, auf dem sie zur Ruhe kommt und auch mal liegen bleibt, sind bisher gescheitert (wir üben immer noch täglich). Hatten schon 3 Hundetrainer (es ist uns auch noch nicht gelungen, sie wirklich leinenführig zu bekommen, solange keine Reize da sind, kein Problem, aber sobald auch nur ein Vogel piept, steht sie total unter Spannung) Hätten Sie evtl. noch einen Rat?


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Antworten(1)
  • Inge Büttner-Vogt
    Inge Büttner-Vogt (Hundetrainer)
    schrieb am 09.08.2022
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Guten Tag,
    Ihr Hund ist sehr unsicher und muss jede Menge eigener Entscheidungen treffen. Versuchen Sie folgendes: Nehmen Sie sie im Haus oder Garten an eine Leine (ein Kind würde man an die Hand nehmen), möglichst hinter Ihren Füßen. zeigen Sie ihr, dass sie nichts entscheiden muss, sondern Sie alles im Griff haben. Führen Sie sie stets aus Schrecknissen heraus, nie hinein, nehmen Sie immer den Blickkontakt heraus.
    Draußen:
    Ab sofort führen Sie: Der Hund geht an der kurzen Leine HINTER Ihren Füßen und an Ihrer zum Ereignis abgewandten Seite.
    Meistens liegt es am fehlenden Vertrauen zu uns, wenn der Hund an der Leine pampt. Beginnen Sie Ihren Hund zu beschützen und zu führen. Hunde versuchen alles „weg zu bellen“ , wenn sie uns nicht zutrauen, mit der Situation klarzukommen.
    Geben Sie Ihrem Hund Sicherheit, indem Sie ihn immer beschützen. Schutz gibt es in allen Strukturen mit Eltern, Lehrern und Chefs – die guten machen uns sicher und gelassen, wir wissen, was wir tun sollen.
    Fremde fassen Ihren Hund nicht an und Sie vermeiden es, dass ein Mensch Ihren Hund ansieht. Sie gehen Bogen und Kreise und lassen Ihrem Hund Zeit, sich – unter Ihren Schutz und an der Leine – in Ruhe anzunähern. Grundsätzlich ist Ihr Hund HINTER Ihren Füßen und wichtig: IHR KÖRPER IST OHNE AUSNAHME IMMER DAZWISCHEN!!!! Eine Hund an Hund oder eine Leinen-Begegnung gehen grundsätzlich schief. Gehen Sie auch in die andere Richtung und nehmen Sie den Blickkontakt heraus. Bleiben Sie in Bewegung und lassen Sie ihn nicht am Rand sitzen und beugen Sie sich nicht über ihn, das baut unnötig Stress auf.
    Er sollte nichts mehr zu „erledigen“ haben – Sie führen und geben Richtung und Verhalten an.
    Bei Ihnen ist es vielleicht auch das Problem, dass Sie zu lange in die Situation hineingehen. Rufen Sie früher ab, leinen Sie früher an, seien Sie immer vorausschauend und ein bisschen fixer als Ihr Hund.
    Nehmen Sie Menschen, die Ihnen entgegenkommen, als „Übung“. Zeigen Sie Ihrem Hund, dass sie seine Furcht/Unsicherheit ernstnehmen. Genauso gehen Sie an unbekannte Dinge heran – umkreisen Sie sie unter Ihrem Schutz, mit Ihrem Körper dazwischen (!!!!!) gern ein Leckerchen, wenn es klappt – lassen Sie sich bitte viel Zeit, nicht nur „probieren“.
    Nach einer Weile wird Ihr Hund schon selbst an Ihre andere Seite gehen, weil er sich dort wohl fühlt und auf Ihren Schutz vertraut – das ist für Sie ein tolles Gefühl!
    Es wäre auch toll, wenn Sie nicht nur „Gassi-gehen“, sondern Ihren Hund geistig trainieren und beschäftigen, damit er sich nicht langweilt. Geben Sie die Mahlzeiten nicht mehr in den Napf sondern draußen mit einem Suchspiel...
    Viele Grüße
    Inge Büttner-Vogt
    www.hundimedia.de

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