Was tun bei Leinenaggression?

  
susanne_reinhardt schrieb am 26.05.2021   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage

Hallo,
unsere 4 j. alte Cane Corso Hündin springt wie eine verrückte in die Leine bei nahen Hundebegegnungen. Bei genug Abstand ist es händelbar. Sie schießt aber auch nach vorne, wenn gar keiner in Sicht ist. Entspannte Spaziergänge sehen anders aus. Sie wird mit Halti geführt, was ihr aber völlig egal ist, wenn ein Hund kommt. Sie ist kaum zu halten und ich weiß nicht mehr, was ich machen soll. Wäre vielleicht ein Maulkorb eine Lösung, damit ich entspannter bin? VG S. Reinhardt

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Antworten(1)

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 27.05.2021
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo Susanne,
    das Problem ist wahrscheinlich die fehlende Leinenführigkeit. Ein Halti ist ein Hilfsmittel das nur solange benutzt werden sollte bis man dem Hund beigebracht hat, locker an der Leine zu gehen. Wenn man es nur benutzt, um den Hund halten zu können passiert genau das, was bei Ihnen passiert: den Hund interessiert es nicht mehr.
    Hunde ziehen an der Leine, weil sie es so gelernt haben. Oder, besser gesagt, nicht anders gelernt haben. Wenn Herrchen/Frauchen dem Hund mit ausgestrecktem Arm überallhin folgt, wird der Hund natürlich auch weiter immer dahin gehen, wo er hin will. Er kann es ja, manchmal mit einem Gewicht am anderen Ende der Leine, aber es geht. Hunde lernen durch Erfolg oder auch Misserfolg.
    Deswegen hier mein Tipp: NIE der Hündin folgen, wenn sie zieht, auch nicht, wenn sie wo schnuppern, sich lösen oder zu Bekannten will. Wenn sie einmal Erfolg hatte, müssen Sie wieder von vorne mit dem Training anfangen.
    Am besten reagieren Sie schon, wenn sie versucht, Sie zu überholen. SOFORT umdrehen und zurückgehen und zwar jedes mal.
    So trainieren Sie auch die Leinenführigkeit. Gehen Sie einfach los, drehen der Hündin den Rücken zu und beachten Sie nicht weiter. Auch kein KOMM, kein Anschauen. Sie gehen, als hätten Sie keinen Hund dabei, gehen nach rechts, nach links, drehen plötzlich um. So lernt die Hündin, sich auf Sie zu konzentrieren statt umgekehrt.
    Oft liegt das Ziehen auch an der Art, wie die Leine gehalten wird. Meistens wird die Leine zu kurz gehalten, mit Zug. Zug erzeugt Gegenzug, der Mensch zieht weil der Hund zieht und der Hund zieht immer mehr dagegen. Der Hund kann diesen Kreislauf nicht lösen, das kann nur der Mensch.
    Wenn Sie an anderen Hunden vorbeigehen, versuchen Sie Ruhe auszustrahlen d. h. nicht reden, nicht schimpfen und nicht die Leine krampfhaft kürzer halten. Das alles veranlasst Ihre Hündin nämlich, sich noch mehr aufzuregen.
    Üben Sie aber vor allem die Leinenführigkeit.

    Viel Erfolg..
    Ellen Mayer
    www.lesloups.de

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