Warum ist meine Hündin bei Hundebegegnungen nicht mehr abzurufen?

Leinenführigkeit ❯ Leinenaggression
Larissa_Tuuli schrieb am 07.03.2022
Meine Hündin ist an der Leine bei Hundebegegnungen nicht mehr zu kontrollieren. Normalerweise läuft sie gut im Fuß an der lockeren Leine. Kommt es jedoch zu einer Hundebegegnung ist sie nicht mehr ansprechbar und steigert sich in die Situation rein. Sie springt in die Leine und bellt wie verrückt. Leckerlis oder Spielsachen interessieren in der Situation nicht. Wenn ich energisch werde habe ich eher das Gefühl, dass ihr bellen noch lauter wird. Ich habe sie soweit, dass sie sich ins Platz legt und in seltenen Fällen über das Kommando "schau" den Blick zu mir richtet. Aber das klappt leider nicht immer, daher wäre ich über ein Rat sehr dankbar. Selbst wenn sie ins "Platz" geht bellt und fixiert sie den anderen Hund weiter. Im Moment des "Schau" unterbricht sie das Bellen für einen kurzen Moment, richtet dann ihre Aufmerksamkeit aber wieder auf den anderen Hund. Meine Hündin ist ein Border Collie Kurzhaar Collie Mix und fast 1 Jahr alt.
1 Antwort
Guten Abend,
ab sofort führen Sie: Der Hund geht an der Leine HINTER Ihren Füßen und an Ihrer zum Ereignis abgewandten Seite.
Meistens liegt es am fehlenden Vertrauen zu uns, wenn der Hund an der Leine pampt. Beginnen Sie Ihren Hund zu beschützen und zu führen. Hunde versuchen alles „weg zu bellen“ , wenn sie uns nicht zutrauen, mit der Situation klarzukommen.
Geben Sie Ihrem Hund Sicherheit, indem Sie ihn immer beschützen. Schutz gibt es in allen Strukturen mit Eltern, Lehrern und Chefs – die guten machen uns sicher und gelassen, wir wissen, was wir tun sollen.
Fremde fassen Ihren Hund nicht an und Sie vermeiden es, dass ein Mensch Ihren Hund ansieht. Sie gehen Bogen und Kreise und lassen Ihrem Hund Zeit, sich – unter Ihren Schutz und an der Leine – in Ruhe anzunähern. Grundsätzlich ist Ihr Hund HINTER Ihren Füßen und wichtig: IHR KÖRPER IST OHNE AUSNAHME IMMER DAZWISCHEN!!!! Eine Hund an Hund oder eine Leinen-Begegnung geht grundsätzlich schief.
WEnn Sie zum Ereignis schauen und Ihr Hund gerät vor Sie, wird er springen. Halten Sie ihn unbedingt HINTER Ihren Füßen. Gehen Sie auch in die andere Richtung und nehmen Sie den Blickkontakt heraus. Bleiben Sie in Bewegung und lassen Sie ihn nicht am Rand sitzen oder liegen und beugen Sie sich nicht über ihn, das baut unnötig Stress auf und klappt nicht..
Er sollte nichts mehr zu „erledigen“ haben – Sie führen und geben Richtung und Verhalten an.
Bei Ihnen ist es vielleicht auch das Problem, dass Sie zu lange in die Situation hineingehen. Rufen Sie früher ab, leinen Sie früher an, seien Sie immer vorausschauend und ein bisschen fixer als Ihr Hund.
Nehmen Sie Menschen, die Ihnen entgegenkommen, als „Übung“. Zeigen Sie Ihrem Hund, dass sie seine Furcht ernstnehmen. Genauso gehen Sie an unbekannte Dinge heran – umkreisen Sie sie unter Ihrem Schutz, mit Ihrem Körper dazwischen (!!!!!) gern ein Leckerchen, wenn es klappt – lassen Sie sich bitte viel Zeit, nicht nur „probieren“.
Nach einer Weile wird Ihr Hund schon selbst an Ihre andere Seite gehen, weil er sich dort wohl fühlt und auf Ihren Schutz vertraut – das ist für Sie ein tolles Gefühl!
Es wäre auch toll, wenn Sie nicht nur „Gassi-gehen“, sondern Ihren Hund geistig trainieren und beschäftigen, damit er sich nicht langweilt.
Viele Grüße
Inge Büttner-Vogt
www.hundimedia.de
War diese Antwort hilfreich?