Wir kann ich meinem Hund das Hüten abgewöhnen?

  
lydiam schrieb am 25.05.2021   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage

Mein Hund (4 Jahre alt, seit acht Monaten bei mir, aus dem Tierschutz, laut Ausweis Briard-Mix) zeigt neuerdings in Gruppen und neuen Umgebungen ein sehr unangenehmes Verhalten.
Geht jemand zu nah und langsam an uns vorbei, blockt er die Person (aggressiv und mit Zähne zeigen) ab, teilweise springt er sie auch an/fällt sie an. Er lässt sich zwar direkt zurückrufen und hört gut, aber es passiert eben trotzdem - aus für mich noch nicht wirklich nachvollziehbaren Gründen. Ich habe den Eindruck, dass das immer dann passiert, wenn jemand mir zu nahe kommt oder sich mir von hinten nähert und er denkt, mich beschützen zu müssen. Meistens passiert das, wenn er vor uns liegt und er – so kommt es mir jedenfalls vor – das Gefühl hat, hüten zu müssen/dürfen. Im Moment häufen sich diese Aktionen leider und es stresst mich sehr. Vor allem, weil er die jeweiligen Personen vorher bereits (nach mir) begrüßen durfte und sich auch schon streicheln lassen hat und wir schon einige Minuten mit den Personen zusammen saßen, wodurch bei mir jeweils der Eindruck entstand, es sei okay und er entspannt. Dadurch fühlt es sich schwer berechenbar an und ich fühle mich, als sollte ich derartige Situationen vielleicht eher vermeiden, bin mir aber nicht sicher, ob ich sein Verhalten dadurch noch verstärke.


Bei befreundeten Personen ist so etwas noch nie passiert, sondern bisher ausschließlich bei Menschen, die ich selbst nicht kenne. Meinen Freund:innen gegenüber ist er freundlich, anhänglich und verschmust. In der Wohnung hört er sehr gut, bellt fast nie und ordnet sich unter, auf der Straße und in Gruppen zeigt er das oben beschriebene Verhalten, ist teilweise hyperaufmerksam und zeigt teilweise aggressives Verhalten an der Leine. Anderen Hunden gegenüber hat er eine dominante Körpersprache und zeigt auch ab und zu mal die Zähne. Er beherrscht die Grundkommandos, hat keine Probleme mit Kindern, Autos, Fahrrädern und der Großstadt, fährt Aufzug, U-Bahn und Zug, war schon mit im Büro und scheint sich eigentlich ganz gut in meinen Alltag integriert zu haben, doch gerade jetzt zeigen sich Verhaltensweisen, die ich ihm gern schnell wieder abtrainieren würde. Wir haben in den ersten Monaten regelmäßig eine Hundeschule besucht und ich überlege jetzt, noch mal eine Trainerin hinzuzuziehen, würde aber gerne vorher selbst etwas genauer verstehen, woher dieses Verhalten kommt und woran ich arbeiten kann.

Vielen Dank für die Meldung dieses Beitrages. Wir werden Deine Nachricht schnellst möglich prüfen!
Sie werden nun bei neuen Antworten benachrichtigt!
Sie werden nicht mehr bei neuen Antworten benachrichtigt!

Antworten(1)

  • Inge Büttner-Vogt
    Inge Büttner-Vogt (Hundetrainer)
    schrieb am 26.05.2021
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Guten Abend,
    ein Briard-Mix braucht Aufgaben und viel geistiges Training. Hat er diese nicht, sucht er sie sich. Das erleben Sie gerade.
    Sie lassen ihn vor sich liegen, das bedeutet für ihn: Ich habe aufzupassen. Nehmen Sie ihn an die Leine und legen Sie ihn hinter sich ab - HINTER Ihren Füßen!
    Wenn er an der Leine VOR Ihnen geht und nicht hinter Ihren Füßen, wird er alles wegschnappen, was sich Ihnen in den Weg stellt, denn er traut Ihnen (noch) nicht zu, ihn zu beschützen. NOCH muss er für sich selbst sorgen. Bei Hundebegegnungen ist er grundsätzlich an Ihrer ANDEREN Seite, HINTER Ihren Füßen, damit "sagen" Sie ihm, dass Sie alles im Griff haben und er nichts zu erledigen hat.
    Sie wissen, dass er es nicht mag, wenn jemand an ihm vorbeigeht, tun aber nichts. Wenn jemand entgegen kommt, ist er an der Leine, an der anderen Seite und HINTER Ihren Füßen. Geben Sie ihm Regeln und Rituale, geistiges Training auf jedem Spaziergang, rufen Sie ihn IMMER zu sich, wenn jemand kommt - nehmen Sie unbedingte Rücksicht auf andere! Vermeiden Sie keine Situationen, dann würden Sie (wieder) Schwäche und Unentschiedenheit zeigen, sondern zeigen Sie Ihrem HUnd, was er tun soll:
    Keine eigenen Entscheidungen,
    Sie sind sein Beschützer, er hat nichts zu erledigen,
    Sie beginnen ein geistiges Training mit Futterbeutel und zahlreichen Spielen im Wald, das erhöht Ihre Sicherheit und die Bindung.
    Wenn Sie Besuch haben, ist er an der Leine HINTER Ihnen, er hat niemanden zu begrüßen, vor allem sollte niemand auf ihn zugehen dürfen - schützen Sie Ihren Hund vor Übergriffen und ihn vor sich selbst.
    Aggressives Verhalten an der Leine ist ebenfalls ein Zeichen, dass er Ihnen (noch) nicht vertraut.
    Schauen Sie auf meiner Homepage www.hundimedia.de die Youtube Filme an, bestellen Sie mein Buch Spiel und Spaß mit Hund, Kosmos-Verlag antiquarisch und spielen Sie viel mit Ihrem Hund.
    Es wird klappen!
    Viel ERfolg
    Inge Büttner-Vogt





    teilweise hyperaufmerksam und zeigt teilweise aggressives Verhalten an der Leine. Anderen Hunden gegenüber hat er eine dominante

Möchtest Du auch einen Ratschlag zu Deiner Erziehungsfrage?
Dann stell jetzt eine eigene Frage!

Neue Frage stellen

Bitte hier einloggen, um auf die Frage zu antworten.

Weitere Fragen zu diesem Thema:

Wie kann man Verhaltensstörung beheben?

Ich habe seit 4 Wo einen Hund aus dem Ausland. Dort hat er schon

... mehr

Was tun, wenn Hund bellt, knurrt und schnappt?

Hallo,
wir haben seit 5 Jahren, von klein an, einen

... mehr

Was tun, wenn Hund nach Kind schnappt?

Hallo,
wir haben uns vor 5 Wochen in Spanien einen

... mehr

Rüde lässt kein Besuch auf den Hof und schnappt zu, was tun?

Ausland Rüde (2 Jahre und kastriert) lässt keinen Fremden durch

... mehr