Was tun, wenn Hund aggressiv auf Kinder reagiert?

  
manja_weber schrieb am 01.06.2021   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage

Hallo,
der Hund meines Lebensgefährten (4J./ Malamute-tschech. Wolfshund-Mix) ist mit einem Kind groß geworden, das er auch akzeptiert hat. Nach dessen Trennung gab es allgemein kaum noch Kontakte zu Kindern. Durch Verkettung unglücklicher Umstände gab es letztes Jahr einen Beißunfall mit einem 5 jährigen, womit keiner gerechnet hatte, seitdem kein Kontakt mit Kindern mehr, jedoch eher weil wenig bis keine Kinder im Umfeld vorhanden sind. Nun komm ich als neue Partnerin mit 2 Kindern ins Spiel: ich werde vom Hund akzeptiert und gemocht.


Vor kurzem hatte ich meine große Tochter (9J.) erstmalig mitgebracht, sie stand aber etwas steif und angespannt da, erst begrüßte er uns und wackelte, dann sprang er noch wackelnd an meiner Tochter hoch, wurde vom Herrchen korrigiert und fing dabei aber zeitgleich an nach der Jacke/dem Arm meiner Tochter zu schnappen. Wir beendeten die Situation sofort, die maximal 15 Sekunden ging. Bei meinem Partner ist nun dadurch (inkl. des Vorfalls mit dem 5 jährigen) ein Beziehungsbruch passiert und er denkt darüber nach den Hund abzugeben, weil er zurecht Angst hat, dass was schlimmes passiert. Das macht mich echt fertig, da dieser Hund ansonsten sehr, sehr liebenswert ist und bei sicher aufgestellten Menschen völlig problemfrei und entspannt läuft.


Was mir bisher so auffällt bzw. ich weiß:
- sein Herrchen lässt sich von ihm durch den Wald zerren
- der Hund ist in erster Linie als Wachhund eingesetzt für das große Grundstück direkt am Wald
- der Hund war ca. bis zum 2./3. Lebensjahr unauffällig, war überall mit dabei, dann erkrankte der mit im Haus wohnende Vater meines Partners, Pflegekräfte gingen ein und aus und es musste ein Zaun mitten durch das Grundstück gezogen werden, seitdem war er dann auch ausgeschlossen und die Probleme könnten entstanden sein, da Revierverhalten stärker wurde inklusive plötzlich weniger Aufmerksamkeit
- beide haben trotzdem eine sehr innige Bindung (Hund ist sehr auf ihn fokussiert)
- mitunter oder oft wird aber auch inkonsequent agiert
- Hund springt am Anfang dazwischen, wenn wir uns zB. küssen (und begleitet dies mit Aufmerksamkeitsgejammer wenn er dann liegt/Platz macht)....d.h. er fordert Aufmerksamkeit lautstark und körperlich ein
- ich empfinde ihn auch als zu wenig ausgelastet (körperlich und geistig)


Ich würde nun gerne gemeinsam mit meinem Partner daran arbeiten, bevor ich überhaupt darüber nachdenke ihn abzugeben. Problem ist jedoch, dass mein Partner nicht die Zeit, die dafür notwendig wäre, aufbringen kann (arbeitsbedingt) und auch nicht wirklich aufbringen will, da viele Hobbies und er eher pessimistisch ist bzgl. einer Verbesserung des Hundeverhaltens bei Kindern und unsicheren Menschen. Gerade in Bezug auf meine Kinder ist dies ja auch nicht ungefährlich und ich lebe auch das Wechselmodell, d.h. habe die Kinder jede zweite Woche, kann also auch nicht täglich trainieren.


Sind diese Rahmenbedingungen ein hoffnungsloser Fall oder gäbe es noch Ideen, die helfen könnten? Ich dachte evtl. an den Versuch einer chemischen Kastration für ein Jahr, um zu schauen, ob dies seinen aggressives Verhalten gegenüber unsicheren Personen und Kindern dämpft. Parallel dazu langsam an den Maulkorb gewöhnen und versuchen den Hund auch außerhalb des Grundstücks in den Alltag integrieren, also wieder einbinden. Ich hatte früher eine Dobidame, die ein Angstbeißer war und schleppte sie überall mit hin bis sie begriff, dass Menschen okay sind, jedoch hatte ich da wegen Studium auch Zeit, die jetzt nicht mehr so zur Verfügung steht.


Sehen Sie noch irgendwelche Möglichkeiten? Viele Grüße

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Antworten(2)

  • Ellen Mayer
    Ellen Mayer (Hundetrainer)
    schrieb am 01.06.2021
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (1)

    Hallo,
    eine chemische Kastration wird nichts nützen. Sie schreiben selbst, dass der Hund Ihren Partner z. B. durch den Wald zerrt. Deshalb sollte hier schon mal an der LeinenFÜHRUNG gearbeitet werden. Das sollte so aussehen, dass Ihr Partner den Hund führt statt umgekehrt.
    Dieses Führen sollte sich durch die ganze Mensch-Hund Beziehung ziehen. Ihr Partner sollte derjenige sein, der führt und Entscheidungen trifft. Zeit ist das irrelevant, Konsequenz nicht. Und da hapert es Ihrer Aussage zufolge bei Ihrem Partner auch.
    Alles, was Sie schreiben hängt zum großen Teil mit dem Verhalten Ihres Partners zusammen. Ändert dieser sein Verhalten ändert auch der Hund sein Verhalten.
    Ich würde Ihnen raten, eineN HundetrainerIN zu kontaktieren um Ihnen vor Ort zu helfen.
    Gerne können Sie mich auch telefonisch oder über meine Website kontaktieren.

    Liebe Grüße
    Ellen Mayer
    www.lesloups.de

  • manja_weber
    manja_weber
    schrieb am 10.06.2021

    Liebe Frau Meyer,
    vielen Dank für Ihre Antwort, wir bleiben dran und haben schon Kontakte geknüpft.

    Könnten Sie bitte meinen Post bitte löschen? Ich habe einfach zu detailliert beschrieben und dann noch mit Namen. Das wäre sehr lieb.

    Viele Grüße

    Manja Weber

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