Was tun bei Verunsicherung / Angst / Aggression gegenüber Kindern?

  
my word_is ending schrieb am 07.05.2021   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage

Hallo liebe Trainer,
meine 5-jährige Malinoishündin kennt keine Kinder. Sie hat immer schon zu stark auf Kinder reagiert, sodass wir nie die Gelegenheit hatten, sie mal zu Kindern hin zu lassen.... Wir haben die Situation gemanaged und bei Kinderbegegnungen den Hund einfach kurz genommen und dran vorbei. Ich hab es mit der Einstellung "mein Hund mag einfach keine Kinder" akzeptiert.


Durch unseren Umzug werden wir nun aber viel öfter mit dieser Situation konfrontiert. Meine Hündin fährt auch immer mehr hoch... Kinder auf fahrbaren Untersätzen sind ganz schlimm. Werden schon auf weite Sicht fixiert (Unterbinden schwer bis gar nicht möglich), meist fängt sie an zu zittern, fiept und als letzten Ausweg Bellen... Anzumerken ist, dass die Rute komplett eingezogen ist (klebt quasi an der Bauchdecke).


Wie kann ich ihr einerseits den Stress nehmen und aber auch die Situation souverän geregelt bekommen, dass Kinder weder unbekannte Aliens, Feinde, noch Beute sind? Wir wollen einfach neutral dran vorbei (mein Hund muss auch keinen Kontakt mit Kindern haben), wenn wir auf Kinder treffen... Bei Erwachsenen ist sie offen und freundlich, begrüßt wenn sie darf.
Mein Hund ist gern überall mit dabei, ob bei Sport oder Bergtouren... Das Kinderthema blockiert uns aber im Alltag sehr :-(
Bin für jeden Rat dankbar, schöne Grüße Kathrin

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Antworten(1)

  • Kerstin Gebhardt
    Kerstin Gebhardt (Hundetrainer)
    schrieb am 10.05.2021
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Hallo Kathrin, es scheint, daß Ihr Hund große Angst vor Kindern hat. Es gilt nun, ihm diese Angst zu nehmen. Es muss zeitgleich, wenn er Kinder wahrnimmt, etwas für den Hund positives passieren. Er nimmt ein Kind wahr, dann wird er angesprochen und Sie gehen direkt 2 Schritte zurück, so daß Sie ihn mit aus der Situation nehmen und er bekommt z.B. Leberwurst aus der Tube. Stellen Sie sich vor Ihren Hund als Schutzschild und füttern Sie immer weiter die Leberwurst bis das Kind an Ihnen vorbei ist. Dies sollten Sie zunächst bei jedem Kind machen, was er wahrnimmt. Ein erster Schritt ist getan, wenn Ihr Hund ein Kind sieht und sich zu Ihnen dreht nach dem Motto "wo ist die Leberwurst". Wenn er draußen nicht frisst, können Sie ein Spiel mit seinem Lieblings-spielzeug anfangen, sobald er ein Kind sieht. Beobachten Sie Ihren Hund, denn hier ist es wichtig, daß Sie im richtigen Moment reagieren, wenn er schon in der Leine steht oder bellt, ist es zu spät. Ist es passiert, versuchen Sie die Distanz zu dem Kind, durch Gehen eines Bogens zu vergrößern. Schaut er aus der Entfernung zum Kind und ist ruhig, geben Sie ihm was Schönes. Kommt Ihnen ein Kind entgegen und es ist entsteht eine gewisse Enge, um an dem Kind vorbei zu kommen, gehen Sie erst wieder Schritte zurück und lassen Sie das Kind passieren. Es wird eine ganze Zeit lang dauern, bis Ihr Hund sein Verhalten ändert und es kann immer mal wieder Rückschritte geben, bleiben Sie aber bitte dran. Sollten Sie sich unsicher sein, wenden Sie sich bitte an eine Fachfrau/-mann, der Ihnen vor Ort hilft.

    Viele Grüße aus Düsseldorf

    Kerstin Gebhardt
    Hundepsychologin/-trainerin
    www.kerstin-gebhardt.de

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