Warum reagiert Cane Corso skeptisch auf Rudelfremde?

  
mike_stichert schrieb am 08.04.2022   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage

Hallo,


ich habe einen Cane Corso aus dem Tierschutz vermittelt bekommen. Diverse Probleme, aber im Grunde ein lieber Hund. Ich habe ihn mit 3 Jahren vermittelt bekommen und nun habe ich ihn 9 Monate bei mir. Die 3 Vorbesitzer hatten keine Zeit für ihn. Tierarzt sagt, dass er top gesund ist.


Am Anfang war er sehr schreckhaft bei lauten Geräuschen oder plötzlichen Bewegungen. Das haben wir schon ziemlich gut beseitigt. Er ist immer noch aggressiv anderen Hunden gegenüber und nicht abrufbar, aber auch dass ist schon 1000x besser als vorher. Unter Freunden, also feste Rudelmitglieder ist er total ruhig, egal wie Panne diese sich benehmen. Er hätte zwar einen Garten zum aufhalten und Grundstück bewachen, allerdings ist der Hund viel lieber bei mir. Wenn ich ihm beim Einkaufen anbinde, bellt er das ganze Parkhaus zusammen, aber dort stört es keinen. Sonst versuche ich ihn so gut wie möglich zu beschäftigen. Am besten beschäftige ich ihn, wenn wir am Flughafen sind, dort kann er seinen "Schutzdienst" ausüben.


Nun zu meiner Herausforderung: Seit neuestem ist er Rudelfremden gegenüber sehr skeptisch, diese dürfen sich nicht nähern. Nicht bei jedem, draußen ist das auch vermeidbar, nur setze ich auf den ÖPNV, leider ist Bus fahren sehr schwer. Erst kürzlich bellte er einen kleinen Jungen an, weil dieser zu nah war. Sonst benimmt er sich aber in Anwesenheit von Kindern besonders gut. Tiertrainer haben für mich zur Zeit nur über WhatsApp Zeit, im Prinzip können alle nur mutmaßen und will mir hier nochmal eine weitere Meinung einholen.

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Antworten(1)

  • Inge Büttner-Vogt
    Inge Büttner-Vogt (Hundetrainer)
    schrieb am 14.04.2022
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (0)

    Guten Abend,
    ich finde es sehr schlimm, wenn Sie Ihren Hund anbinden und er jault seine Panik heraus. Das zerstört ganz massiv das Vertrauensverhältnis!
    Er fühlt sich von Ihnen nicht beschützt und beginnt immer mehr eigene Entscheidungen zu treffen, weil er nicht glaubt, dass Sie in der Lage sind, ihn zu beschützen, damit er nichts mehr zu erledigen hat. Er bellt einen Jungen an, weil der Hund MEINT, er sei zu nah. Sie spielen , so liest sich das keine Rolle, er trifft eigene Entscheidungen.
    Auf mich wirkt Ihre Schilderung so, als wissen Sie nicht, welche Rasse Sie da an der Leine haben. Sie übernehmen keine Führung, leiten ihn nicht an, sondern er darf "Schutzdienst" machen. Soe gerät er Ihnen immer mehr aus der Hand. Der Hund ist verunsichert, weil er keine klaren Anweisungen von Ihnen bekommt: Ich führe, ich wache, ich beschütze...
    Ab sofort führen Sie: Der Hund geht an der Leine HINTER Ihren Füßen und an Ihrer zum Ereignis abgewandten Seite.
    Meistens liegt es am fehlenden Vertrauen zu uns, wenn der Hund an der Leine pampt. Beginnen Sie Ihren Hund zu beschützen und zu führen. Hunde versuchen alles „weg zu bellen“ , wenn sie uns nicht zutrauen, mit der Situation klarzukommen.
    Geben Sie Ihrem Hund Sicherheit, indem Sie ihn immer beschützen. Schutz gibt es in allen Strukturen mit Eltern, Lehrern und Chefs – die guten machen uns sicher und gelassen, wir wissen, was wir tun sollen.
    Fremde fassen Ihren Hund nicht an und Sie vermeiden es, dass ein Mensch Ihren Hund ansieht. Sie gehen Bogen und Kreise und lassen Ihrem Hund Zeit, sich – unter Ihren Schutz und an der Leine – in Ruhe anzunähern. Grundsätzlich ist Ihr Hund HINTER Ihren Füßen und wichtig: IHR KÖRPER IST OHNE AUSNAHME IMMER DAZWISCHEN!!!! Eine Hund an Hund oder eine Leinen-Begegnung gehen grundsätzlich schief. Gehen Sie auch in die andere Richtung und nehmen Sie den Blickkontakt heraus. Bleiben Sie in Bewegung und lassen Sie ihn nicht am Rand sitzen und beugen Sie sich nicht über ihn, das baut unnötig Stress auf.
    Er sollte nichts mehr zu „erledigen“ haben – Sie führen und geben Richtung und Verhalten an.
    Bei Ihnen ist es vielleicht auch das Problem, dass Sie zu lange in die Situation hineingehen. Rufen Sie früher ab, leinen Sie früher an, seien Sie immer vorausschauend und ein bisschen fixer als Ihr Hund.
    Nehmen Sie Menschen, die Ihnen entgegenkommen, als „Übung“. Zeigen Sie Ihrem Hund, dass sie seine Furcht/Unsicherheit ernstnehmen. Genauso gehen Sie an unbekannte Dinge heran – umkreisen Sie sie unter Ihrem Schutz, mit Ihrem Körper dazwischen (!!!!!) gern ein Leckerchen, wenn es klappt – lassen Sie sich bitte viel Zeit, nicht nur „probieren“.
    Nach einer Weile wird Ihr Hund schon selbst an Ihre andere Seite gehen, weil er sich dort wohl fühlt und auf Ihren Schutz vertraut – das ist für Sie ein tolles Gefühl!
    Es wäre auch toll, wenn Sie nicht nur „Gassi-gehen“, sondern Ihren Hund geistig trainieren und beschäftigen, damit er sich nicht langweilt.
    Viele Grüße
    Inge Büttner-Vogt
    www.hundimedia.de

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