Ist ein ruhiger,ausgeglichener Zweithund gut für meine unsichere Hündin

  
miri90 schrieb am 15.10.2017   
Angaben zum Hund: Es gibt keine weitere Details zu dieser Frage

Hallo, ich habe eine dreijährige Hundedame, die ursprünglich aus Griechenland kommt. Wir haben sie und ihren Bruder zugegebenermaßen sehr früh mitgenommen, (4 Wochen) da sie sonst umgebracht worden wären. Die beiden Welpen lebten eine Weile zusammen bis ihr Bruder dann leider eingeschläfert werden musste. Dann zog Miti (besagte Hundedame) mit meiner Schwester aus, und lebte 2 Jahre bei meiner Schwester. Leider musste sie dort oft in einer Kammer sein. Meine Schwester und ihr Freund hatten nie Probleme mit dem Hund. Sie war nie aggresiv. (auch meinem Neffen gegenüber niemals) Leider konnten sie den Hund aus verschiedenen Gründen nicht behalten. so kamen wir zu unserem Hund. Auch wir hatten anfangs nie Probleme mit Miti. Sie war immer freundlich Menschen gegenüber. Meine Schwester, mein Neffe und meine Mutter besuchten mich letztens. Wir wollten in ein Restaurant essen gehen und der Hund durfte natürlich mit. Da ist es zum ersten mal geschehen. Miti kam unterm Tisch hervorgeschossen und zwickte einem älteren Herren ins Bein. Wir waren geschockt. Seit dem Zeitpunkt ist sie Aggresiv Menschen gegenüber. Und wir wissen nicht warum, und wann es passieren wird. Manche Menschen findet sie total toll, andere schlimm. Es zeichnet sich auch kein Muster ab. mal groß, mal klein, mal Frau, mal Mann.
Jetzt meine Frage: Kann ein ruhiger, ausgeglichener Hund da helfen? Ihr quasi zeigen, dass Menschen gar nicht so schlimm sind. Ihr Grenzen setzen? (Miti kann Hunden gegenüber ziemlich dominat sein)
Lg

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Antworten(1)

  • Inge Büttner-Vogt
    Inge Büttner-Vogt (Hundetrainer)
    schrieb am 17.10.2017
    ∅ Bewertung dieser Antwort
    (3)

    Guten Tag,
    Hunde sind absolute Individualisten, und man kann sich keinen Hund mit bestimmten Eigenschaften kaufen, der meinen Hund etwas lehrt. Die Chemie muss nicht stimmen und der neue Hund kann ebenfalls schwierig sein. Hier können nur Sie helfen und einschreiten. Dass Sie Ihren Hund als "dominant" bezeichnen heißt, dass Sie nicht eingreifen und ihm helfen, seinen Weg zu finden. "Dominant" sollten wir sein: Führend, anleitend, lehrend und im guten Sinne überlegen. Hunde sind sehr unglücklich und zeigen es durch auffälliges Benehmen (beißen, schnappen bellen usw.) Wir wissen, dass wir handeln müssen, um den Hund vor sich selbst und andere vor ihm zu beschützen. Die Szene im Lokal bedeutet Stress, die sich in einem Angriff entlädt.
    Beginnen Sie Ihren Hund zu beschützen und zu führen. Hunde versuchen alles „weg zu bellen“, wenn sie uns nicht zutrauen, mit der Situation klar zu kommen.
    Bauen Sie Vertrauen auf:
    Ab sofort führen Sie: Der Hund geht an der Leine HINTER Ihren Füßen, sie gehen niemals auf einen Hund oder einen Menschen zu. Meistens liegt es am fehlenden Vertrauen zu uns. Sie vermitteln Ihrem Hund Sicherheit, indem Sie ihn immer beschützen. Schutz gibt es in allen Strukturen mit Eltern, Lehrern und Chefs – die guten machen uns sicher und gelassen, wir wissen, was wir tun sollen.
    Fremde fassen Ihren Hund vorerst nicht an und Sie vermeiden es, dass der Mensch Ihren Hund ansieht. Sie gehen Bogen und Kreise und lassen Ihrem Hund Zeit, sich – unter Ihren Schutz und an der Leine – in Ruhe anzunähern. Grundsätzlich ist Ihr Hund HINTER Ihren Füßen und wichtig: IHR KÖRPER IST OHNE AUSNAHME IMMER DAZWISCHEN!!!! Eine Hund an Hund-Begegnung geht grundsätzlich schief. Gehen Sie auch in die andere Richtung und nehmen Sie den Blickkontakt heraus. Bleiben Sie in Bewegung und lassen Sie ihn nicht am Rand sitzen, das baut unnötig Stress auf.
    Er sollte nichts mehr zu „erledigen“ haben – Sie führen und geben Richtung und Verhalten an.
    Bei Ihnen ist es vielleicht auch das Problem, dass Sie zu lange in die Situation hineingehen. Rufen Sie früher ab, leinen Sie früher an, seien Sie immer vorausschauend und ein bisschen fixer als Ihr Hund.
    Nehmen Sie Menschen, die Ihnen entgegenkommen, als „Übung“. Zeigen Sie Ihrem Hund, dass sie seine Furcht ernstnehmen. Alle Hunde in meinem Training haben es geschafft, als die Besitzer mit dem Schutzprogramm angefangen haben. Genauso gehen Sie an unbekannte Dinge heran – umkreisen unter Ihrem Schutz, mit Ihrem Körper dazwischen (!!!!!) gern ein Leckerchen, wenn es klappt – lassen Sie sich bitte viel Zeit, nicht nur „probieren“.
    Nach einer Weile wird Ihr Hund schon selbst an Ihre andere Seite gehen, weil er sich dort wohl fühlt und auf Ihren Schutz vertraut – das ist für Sie ein tolles Gefühl!
    Es wäre auch toll, wenn Sie nicht nur „Gassi-gehen“, sondern Ihren Hund geistig trainieren und beschäftigen, damit er sich nicht langweilt.
    Sehen Sie auch auf meiner Homepage nach
    www.hundimedia.de,
    Youtube-Kanal anklicken und Erziehungsfilme ansehen
    HundeWelt meine Artikel lesen
    dann werden Sie Ihren Hund besser verstehen und er hat keinen Grund mehr
    nach Menschen zu schnappen,
    viele Grüße
    Inge Büttner-Vogt

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